Koblenzer Hilfsorganisationen geben Tipps

Obdachlose Menschen im Winter: Wann Sie Hilfe rufen sollten

Was tun, wenn obdachlose Menschen bei Kälte Schutz suchen, etwa in Hauseingängen oder im eigenen Hof? Koblenzer Hilfsorganisationen raten vor allem zu Aufmerksamkeit und Gesprächsbereitschaft.

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Von Autor/in Lea Vassiliadis

Was soll ich tun, wenn ich bei Minusgraden sehe, dass jemand draußen schläft?

Bei Frost raten die Caritas Koblenz und der Verein "Die Schachtel e.V." dazu, genauer hinzuschauen. Wirkt die Person ansprechbar und versorgt, besteht meist kein akuter Handlungsbedarf. Macht jemand aber einen hilflosen Eindruck, ist stark alkoholisiert oder nicht ansprechbar, sollte man nicht lange warten und Ordnungsamt oder Rettungsdienst informieren. Grundsätzlich gilt: lieber einmal zu früh reagieren, als zu spät.

Wer feststellt, dass jemand möglicherweise Hilfe braucht, sich aber nicht traut, den Betroffenen selbst anzusprechen, kann sich jederzeit an die Hilfsangebote in Koblenz wenden. Auch wenn der Zustand einer Person zunächst stabil wirkt, kann man sich vorsichtshalber an die Organisationen wenden. In solchen Fällen werden dann Streetworker an den jeweiligen Ort geschickt. Gerade im Winter sind diese regelmäßig, teils täglich, im Stadtgebiet unterwegs.

Bei Minusgraden suchen obdachlose Menschen in Koblenz Schutz vor der Kälte.
Nicht wegschauen: Bei Kälte kann gegenseitige Aufmerksamkeit Leben schützen.

Was mache ich, wenn ein obdachloser Mensch in meinem Hof oder Hauseingang Schutz sucht?

Das ist für viele erst einmal ungewohnt oder verunsichernd. Hilfsorganisationen raten in solchen Situationen dazu, ruhig zu bleiben und das Gespräch zu suchen. Wer sich sicher fühlt, kann die Person ansprechen und nachfragen, ob alles in Ordnung ist. Oft lässt sich außerdem im Gespräch klären, ob jemand nur einen geschützten Schlafplatz sucht, oder Hilfe braucht.

Wichtig ist, respektvoll zu bleiben und klare Absprachen zu treffen - etwa, dass die Person bleiben kann, solange am nächsten Morgen alles sauber hinterlassen wird. Wer sich unsicher fühlt, kann auch zu zweit auf die obdachlose Person zugehen. Die eigene Sicherheit sollte hier aber immer im Blick bleiben, so die Caritas.

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Wann sollte ich Ordnungsamt oder Polizei rufen - und wann eher nicht?

Ordnungsamt oder Rettungsdienst sollten verständigt werden, wenn der Eindruck entsteht, dass eine Person akute Hilfe braucht - etwa weil sie hilflos wirkt, stark alkoholisiert ist oder nicht ansprechbar erscheint, besonders bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt.

Die Polizei ist ab dem Zeitpunkt zuständig, wenn eine Person aggressiv, unberechenbar oder gewalttätig auftritt oder wenn eine Gefahr für andere besteht.

Wirkt der Betroffene dagegen ruhig und ansprechbar, besteht in der Regel kein akuter Handlungsbedarf. In solchen Fällen raten Caritas und die Schachtel dazu, nicht vorschnell Behörden einzuschalten, sondern die Hilfsangebote oder Streetworker zu informieren.

Warum ist Hinschauen nicht nur bei Kälte wichtig?

Streetworker und Hilfsorganisationen betonen, dass gegenseitiges Bewusstsein und Respekt das ganze Jahr über eine wichtige Rolle spielen. Viele obdachlose Menschen berichten, dass ihnen schon ein kurzes Gespräch oder ein freundlicher Blick hilft. Gerade weil sie im Alltag oft übersehen würden, sei soziale Ansprache für viele wichtig - unabhängig von der Jahreszeit. Kälte verschärft die Situation, das Grundproblem bleibt aber das ganze Jahr bestehen.

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Lea Vassiliadis
Foto von Multimediareporterin Lea Vassiliadis

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