Neubau der Eishalle an der Messe zu teuer

Eishockey-Arena des EHC Freiburg soll nun doch saniert werden

Kehrtwende in der Debatte um eine neue Eishalle in Freiburg: Anstelle eines Neubaus wird die "Echte Helden Arena" nun wohl doch saniert. Dazu stellte die Stadt am Montag Details vor.

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Von Autor/in David Zastrow

Die Heimstätte des Freiburger Eishockey-Zweitligisten EHC ("Wölfe") ist marode. Seit vielen Jahren wird deshalb über einen Neubau diskutiert. Mit einem neuen Ansatz will die Stadtverwaltung Freiburg nun prüfen, ob die "Echte Helden Arena" stattdessen grundlegend saniert werden kann. "Neue Einschätzungen von Experten legen nahe, dass eine Sanierung der Eishalle in Neubauqualität möglich sein könnte - und das zu geringeren Kosten als ein Neubau", schreibt die Stadt. Dabei könnten Teile der Halle abgerissen und neu gebaut werden.

Machbarkeitsstudie für Sanierung der Eishalle in Freiburg

Deshalb schlägt die Stadtverwaltung jetzt vor, eine Machbarkeitsstudie für eine umfassende Sanierung der Halle in Auftrag zu geben. Darüber soll der Freiburger Gemeinderat noch im Februar entscheiden. Am Montagnachmittag haben Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos), Baubürgermeister Martin Haag und EHC-Präsident Michael Müller die Pläne vorgestellt. Vorteile könnte es offenbar auch im Hinblick auf Energieeffizienz geben. Per Kälte-Wärme-Austausch mit dem benachbarten Westbad, das derzeit zu einem Freibad ausgebaut wird, könnte womöglich Klimaneutralität erreicht werden.

Dach der Eishalle in Freiburg bald 60 Jahre alt

Der derzeitige Zustand der "Echte Helden Arena" im Westen Freiburgs ist nicht mehr tragbar. Der Betrieb für das 3.500 Zuschauer fassende Eisstadion soll auf Grundlage vieler baulicher und technischer Maßnahmen wenigstens noch bis 2029 verlängert werden. Doch die Uhr tickt.

Die Echte-Helden-Arena in Freiburg ist in die Jahre gekommen
Die Echte-Helden-Arena in Freiburg ist in die Jahre gekommen.

Die Freiburger Wölfe, die dort trainieren und spielen, sind wegen der jahrzehntelangen Debatten um eine neue Eishalle genervt. Die Eishockey-Zweitligisten ärgern sich nicht nur über heruntergekommene Umkleidekabinen und alte technische Ausrüstung. Auch das Dach aus dem Jahr 1970 ist ein Pflegefall.

Andere Städte haben gezeigt, dass eine Erneuerung in Neubauqualität ein erfolgreicher Weg sein kann.

Einige Zwischenfälle in der Vergangenheit zeigten immer wieder Mängel auf. Einhergehend mit Schneemassen auf dem Hallendach drohte zum Beispiel im Februar 2009 die Absage eines Eishockey-Zweitliga-Punktspiels. Im vergangenen Sommer kam es vor Trainingsstart der Wölfe bei Bauarbeiten in der Eishalle sogar zu einem Gefahrstoffunfall. Nach der Beschädigung einer Amoniakleitung wurde ein Mensch leicht verletzt. Die Stadt Freiburg investiert daher konstant immer wieder in die sanierungsbedürftige Halle. Zuletzt erhielt der EHC eine moderne LED-Flexbande.

Schwenninger Helios-Arena als Vorbild

Es gehe aber nicht nur um den EHC, sondern auch um fast 200.000 Menschen, die die Eishalle jedes Jahr für Freizeit und Hobby nutzten, so der EHC-Vorsitzende Michael Müller. Er sei "froh, dass sich weiter etwas bewegt". Vor der Entscheidung des Gemeinderates werde Müller wohl "feuchte Hände" bekommen, sagt er.

Ein Vorbild für die erfolgreiche Modernisierung eines Eisstadions ist laut Stadtverwaltung etwa die Helios-Arena in Schwenningen, die seit vielen Jahren immer weiter saniert und ausgebaut werde. Aber, und das sei ein noch viel besserer Vergleich, es diene auch die Sanierung der Arena in Landshut als Vorbild, wo man mit rund 23 Millionen Euro eine Modernisierung in Neubauqualität hinbekommen habe.

Wohl keine neue Arena an der Messe Freiburg

Ursprünglich sollte eine neue Multifunktionsarena an der Messe Freiburg entstehen. Die Kosten dafür schätzt die Stadt auf mehr als 60 Millionen Euro. Der EHC sollte sich an dem Bau mit 25 Prozent der Gesamtkosten beteiligen, also rund 14 Millionen Euro. Sowohl diese Summe, als auch der restliche Betrag sei weder für den Club noch für die Stadt zu stemmen. Daher werde die günstigere Variante in Form einer Sanierung angestrebt. Deren Kosten werden auf rund 35 Millionen Euro geschätzt. Außerdem ist derzeit auch im Freiburger Gemeinderat keine Mehrheit für einen Hallen-Neubau abzusehen.

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