Femizid in Au: Die Schwester erzählt

"Du gehörst mir": Dana starb, weil sie sich trennen wollte

Dana starb am 10. Juni 2023 in Au im Breisgau. Sie wollte sich von ihrem Partner trennen. Ihre Schwester Corina erzählt von ihrem Verlust und wie Dana zum Opfer wurde.

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Von Autor/in Anna-Sofia Angelis, Laura Könsler

Der Fall hatte damals die Menschen in Au (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) erschüttert. Eine 46-jährige Frau wurde auf der Terrasse ihrer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus von ihrem Partner mit einem Messer angegriffen und getötet. Alles ging sehr schnell, die Nachbarn hatten noch versucht, der Frau zu helfen, konnten den Täter aber nicht stoppen.

Corina erfuhr erst einen Tag später vom Tod ihrer Schwester. Ihre Mutter rief sie an und habe am Telefon geschrien, erzählt Corina. Sie schrie: "Kindchen, Kindchen, er hat sie getötet!"

Die Schwestern hielten zusammen

Corina erinnert sich liebevoll an ihre große Schwester: "Sie hat mich sehr beschützt am Anfang in der Schule. Sie war zwei Jahre älter als ich. Und natürlich gab es Streitigkeiten, Missverständnisse in der Schule. Und da hat meine Schwester... ja, für mich auch die anderen verhauen." Und weiter beschreibt sie sie als sehr humorvollen Menschen. Dana habe jeder Situation etwas abgewinnen können: "Wir haben viel zusammen gelacht."

"Das Schlimmste, was ich erleben konnte"

Fünf Monate später begann der Prozess gegen den ehemaligen Lebensgefährten von Dana. Ihre Schwester Corina erinnert sich: "Der Prozess gegen den Täter fing am 19. Dezember 2023 am Landgericht in Freiburg an und es war bis jetzt das Schlimmste, was ich erleben konnte." Sie war direkt mit dem Täter konfrontiert und erfuhr im Gerichtssaal, wie ihre Schwester zu Tode kam. Sein Besitzdenken habe der Schwester das Leben gekostet.

Fälle wie diesen bezeichnet man auch als Femizid. Das heißt, Frauen werden getötet, weil sie Frauen sind.

Femizid in Au: Die Schwester des Opfers erzählt

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Anna-Sofia Angelis
Laura Könsler
Porträtfoto Laura Könsler

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