Neue SWR-True-Crime-Serie

Orange Day setzt Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Zum Orange Day wird auf Gewalt an Frauen aufmerksam gemacht. Die neue SWR True Crime-Serie befasst sich mit Femiziden und erstmals analysiert eine große Studie Gewalt an Frauen.

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Von Autor/in Jeanette Schindler

Neue SWR True Crime-Serie: Der Tod Nikolas aus Neustadt

2018 wird die 19-jährige Nikola in Neustadt an der Weinstraße von ihrem Ex-Partner mit mehreren Messerstichen getötet. Sie hatte sich von ihm getrennt, weil er sie immer wieder geschlagen und schwer verletzt hatte. In der Tatnacht dringt der Täter in ihre Wohnung ein und ersticht sie vor den Augen der Nachbarn.

Der Mörder von Nikola war kurz vor der Tat auf Bewährung verurteilt worden, weil er sie bei einem Waldspaziergang bewusstlos geschlagen hatte. Über das Annäherungsverbot setzte er sich hinweg. Ihre Freundin Vanessa ist überzeugt, dass Nikola noch leben könnte, wenn die Polizei früher eingeschritten wäre.

Der damals 22-Jährige wird wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Nikolas Freundin Vanessa erzählt in der neuen True Crime-Serie "SWR Aktuell - Im Namen der Opfer" auf YouTube und in der ARD Mediathek, wie sie alles erlebt hat, was für ein Mensch Nikola war und wie es zu dem grausamen Mord kam. Nikolas Tod steht in einer langen Reihe von Femiziden, der Tötung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts.

Orange Day setzt Zeichen gegen Gewalt an Frauen

An vielen Orten in Rheinland-Pfalz wurde zum "Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen" auf häusliche Gewalt, sexuelle Diskriminierung und Ausbeutung von Frauen aufmerksam gemacht. In Mainz gab es unter anderem ein Protestzug durch die Innenstadt sowie eine Podiumsdiskussion mit dem Titel "Gewalt durch Worte - wie patriarchale Strukturen im Internet wirken".

Auch in vielen anderen Städten im Land, wie in Kaiserslautern, fanden Veranstaltungen statt. Viele Frauen, die gewalttätigen Männern ausgesetzt sind, schämen sich oder haben Angst, sich jemandem anzuvertrauen. Mit erleuchteten Gebäuden in der Farbe Orange, wie dem Staatstheater in Mainz, mit orangefarbenen Fahnen und Bannern, mit Info-Plakaten sollte das Thema raus aus der Tabuzone und mitten in die Gesellschaft geholt werden.

Erste umfassende wissenschaftliche Studie zu Gewalt an Frauen

Forscher der Universität Tübingen und des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen e.V. haben in einem großangelegten Projekt erstmals Tötungsdelikte an Frauen umfassend untersucht. Sie analysierten dafür Gerichts- und Polizeiakten aus dem Jahr 2017 mit 242 Fällen von Frauentötungen in fünf Bundesländern - unter anderem in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz.

Ein Ergebnis: In rund drei Viertel der Fälle, in denen ein Mann seine Partnerin getötet hat, hatte sich die Frau getrennt oder plante, es zu tun. "Diese als De-Etablierungsfemizide kategorisierten Delikte zeichneten sich in der Regel durch eine gewalt- und konfliktreiche Vorbeziehung sowie sexistische Einstellungen und Rollenbilder des Täters aus", konstatiert die Forschungsgruppe in ihrem Bericht.

"Bei einem Drittel der Tötungsdelikte an Frauen lag ein sexistisches Motiv vor", erklärt Co-Projektleiter Prof. Jörg Kinzig. "Wir konnten auch sehen, dass Männer eher in allgemeinen Kontexten getötet werden. Und je näher es zu Partnerschaft und Familie geht, da wird der Anteil der Frauen immer größer." Man könnte sagen: Für Frauen ist nicht die Straße, sondern das Zuhause ein gefährlicher Ort.

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