Medizinisches Versorgungszentrum als Modell für die Region

Neue Ärzte-Genossenschaft in Villingen-Schwenningen will Hausarztmangel lindern

Zwei Allgemeinmediziner, eine Kinderärztin und eine Internistin eröffnen in Villingen-Schwenningen ein neues Zentrum. Vor allem Patienten ohne Hausarzt sollen davon profitieren.

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Von Autor/in Jessica Hans, Jorina Stuber

Auf rund 370 Quadratmetern, in sieben Sprechzimmern und drei Funktionsräumen: Vier Fachärztinnen und -ärzte empfangen ab dem 7. Januar die ersten Patientinnen und Patienten im neuen Medizinischen Versorgungszentrum Regiomedes (MVZ) in Villingen-Schwenningen (Schwarzwald-Baar-Kreis).

Mit dem ersten MVZ im Stadtteil Schwenningen will die Stadt die medizinische Versorgung vor Ort verbessern und sowohl Ärztinnen und Ärzte als auch Patientinnen und Patienten entlasten. Der medizinische Schwerpunkt liegt auf der allgemeinen und hausärztlichen Versorgung, der Kindermedizin sowie auf Reiseimpfungen. Das Zentrum soll vor allem Anlaufstelle für Patientinnen und Patienten sein, die noch keinen Hausarzt haben.

Eine Kinderärztin, eine Internistin und zwei Allgemeinmediziner

Zu Beginn arbeiten vier Medizinerinnen und Mediziner im neuen MVZ: die Allgemeinmediziner Alexander Regge und Christoph Bäuerle, die Fachärztin Jasmin Mujadzic sowie die Kinderärztin Özden Baumeister-Özkan. Regge ist bereits seit Jahren als Hausarzt in Schwenningen tätig. Er sieht im MVZ vor allem organisatorische Vorteile: "Die Bürokratie lässt sich auf mehrere Schultern verteilen. So bleibt mehr Zeit für die eigentliche Arbeit mit den Patientinnen und Patienten."

Das Praxisteam des neuen Medizinischen Versorgungszentrums in Schwenningen.
Das Praxisteam des neuen Medizinischen Versorgungszentrums in Schwenningen.

Auch für Jasmin Mujadzic, die zuvor am Schwarzwald-Baar-Klinikum tätig war, ist das Arbeiten im Team ein Pluspunkt. Kinderärztin Baumeister-Özkan wechselt aus Donaueschingen zum MVZ - ein wichtiger Schritt angesichts des Kinderärztemangels in Villingen-Schwenningen.

Träger ist eine kommunale Genossenschaft

Das neue MVZ wird von einer gemeinnützigen Genossenschaft getragen, an der die Stadt Villingen-Schwenningen, der Schwarzwald-Baar-Kreis und das Schwarzwald-Baar-Klinikum beteiligt sind. Geschäftsführer André Saliger ist überzeugt, dass das genossenschaftliche Versorgungszentrum ein innovatives Modell ist, um die ambulante Versorgung zu sichern. Das wirtschaftliche Risiko liegt nach Angaben der Stadt allein bei Villingen-Schwenningen. Oberbürgermeister Jürgen Roth (CDU) sprach bei der Eröffnung von einem wichtigen Schritt mit Blick auf den zunehmenden Ärztemangel.

Ziel der Genossenschaft ist es, die wachsende Versorgungslücke in der haus- und fachärztlichen Betreuung in der Region zu schließen und langfristig eine wohnortnahe, verlässliche medizinische Versorgung sicherzustellen. Mit dem kommunalen, gemeinnützigen Modell beschreiten Stadt, Landkreis und Klinikum neue Wege.

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Landrat hofft auf jungen Ärztenachwuchs aus dem Klinikum

Bereits die Eröffnung des Zentrums ist für Oberbürgermeister Jürgen Roth und Landrat Sven Hinterseh ein Meilenstein für die Gesundheitsversorgung in Villingen-Schwenningen. Damit das MVZ auch in Zukunft Bestand hat, hoffen sie auf Ärztenachwuchs aus dem Kreis-Klinikum. "Das Klinikum ist ein Genosse der Genossenschaft. Deshalb habe ich die Erwartung, dass junge Ärztinnen und Ärzte, die am Klinikum ausgebildet werden, in dieses MVZ hineinschnuppern können", sagte Hinterseh dem SWR. Dafür müsse man dem Projekt jedoch noch Raum und Zeit geben.

Weitere Ärzte ab April

Perspektivisch soll das Angebot weiter wachsen: Ab dem 1. April soll noch eine fünfte Ärztin hinzukommen. Zudem ist mittelfristig ein weiterer MVZ-Standort in innenstadtnaher Lage im Stadtbezirk Villingen geplant.

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