Das Europa-League-Spiel des SC Freiburg am Donnerstag gegen die israelische Mannschaft Maccabi Tel Aviv wird zum größten Polizeieinsatz seit dem Papstbesuch in Freiburg 2011 führen: Vor dem Europa-League-Heimspiel des SC Freiburg gegen den israelischen Club Maccabi Tel Aviv (Donnerstag, 18:45 Uhr) beginnen bereits am Mittwoch die Sicherheitsvorkehrungen in der Stadt. Die Polizei will deutlich Präsenz zeigen. Zusätzlich sollen 30 Spürhunde das Europa-Park-Stadion auf Sprengstoff absuchen.
Wegen einer "abstrakten, hohen Gefährdungslage" sollen rund um das Fußballspiel mehr als 1.000 Polizistinnen und Polizisten für Sicherheit sorgen. Sowohl in Uniform, als auch zivil. Auch Spezialkräfte halten sich im Hintergrund bereit. Rund ums Stadion sind nach SWR-Informationen zudem Scharfschützen postiert. Dort und in der Stadt seien "robuste Einheiten" sichtbar, sagt Freiburgs Polizeivizepräsident Uwe Oldenburg. Man habe sich seit Wochen auf den Einsatz vorbereitet. Die Polizei sei "so aufgestellt, dass wir alles Denkbare in den Griff bekommen", versichert Oldenburg.
Wir haben keine konkreten Hinweise auf irgendeine schlimmere Störung.
Am Spieltag gilt eine Flugverbotszone im Umkreis von sechs Kilometern rund um das Stadion. Die Polizei selbst wird Drohnen sowie einen Polizeihubschrauber einsetzen, um die Lage zu beobachten. Feuerwehren, Rettungskräfte, Kliniken und die Staatsanwaltschaft Freiburg sind ebenfalls in erhöhter Bereitschaft.
Massives Polizeiaufgebot - wie bei Maccabi-Spiel in Stuttgart
Aufgrund des Konflikts zwischen Israel und der palästinensischen Hamas ist die Sorge vor möglichen Anschlägen oder Ausschreitungen groß. Dies hatte kürzlich schon bei der Begegnung VfB Stuttgart gegen Maccabi Tel Aviv für einen Großeinsatz von Sicherheitskräften gesorgt. Bis auf kleinere Zwischenfälle war es in Stuttgart aber ruhig geblieben.
Im November 2024 war es in Amsterdam bei einem Europa-League-Spiel zwischen Ajax und Maccabi zu gewalttätigen Übergriffen auf israelische Fans gekommen. Auch ein Teil der Fans von Maccabi wird aufgrund früherer Vorkommnisse als gewaltbereit und rassistisch eingestuft. Zum Auswärtsspiel in Freiburg reisen nach Angaben des SC Freiburg aber lediglich gut 100 Fans aus Israel an.
Wir heißen unsere Gäste in Freiburg, der Partnerstadt Tel Avivs, herzlich willkommen und freuen uns auf die sportlich wichtige Begegnung mit Maccabi Tel Aviv.
Freiburg mit letztem Heimspiel in Europa League Israel-Experte Ruben Gerczikow vor Freiburg-Tel Aviv: "Erfolg, wenn Politikum nicht von außen hineingetragen wird"
Wenn der SC Freiburg in der Europa League auf Maccabi Tel Aviv trifft, vermischen sich Sport und Politik. Fußball und Fankultur scheinen in den Hintergrund zu rücken.
SC Freiburg wirbt für respektvollen Umgang mit Fans und Mannschaft
Fußball stehe für Begegnung und Zusammenhalt, teilte der Sportclub mit. Der Verein ruft alle Stadionbesucherinnen und -besucher zu einem respektvollen und friedlichen Umgang miteinander auf. Im Rahmen des umfangreichen Sicherheitskonzeptes werde auch der Schutz der Gästefans, insbesondere durch die Polizei, eine wichtige Rolle spielen. Wie in jeder Fanszene gebe es auch bei Maccabi problematische Fans - pauschale Vorwürfe gegen alle Anhänger seien aber nicht gerechtfertigt, so der SC Freiburg.
Wegen der politischen Situation und der Sicherheitsvorkehrungen sei dies gleichwohl kein gewöhnliches Spiel. So werden Zuschauer gebeten, rechtzeitig zum Stadion zu kommen. Denn die Einlasskontrollen sollen gründlicher als sonst sein. Taschen und Rucksäcke sind nicht erlaubt.
Polizei: Verkehrsbehinderungen im gesamten Stadtgebiet
Aufgrund polizeilicher Maßnahmen und einer für Donnerstagnachmittag angekündigten Demonstration kann es laut Polizei im gesamten Stadtgebiet zu Verkehrsbehinderungen kommen. Auch für die An- und Abreise sollten Fußballfans also mehr Zeit einplanen.
Einem Teil der organisierten SC-Fans gehen die Einschränkungen im Stadion allerdings zu weit. Ganz besonders das Verbot von Fahnen und Transparenten außerhalb der Fanblöcke. Sie wollen dem Spiel daher fernbleiben. Dies wollen sie aber ausdrücklich nicht als politisches Statement verstanden wissen, hieß es in einer online veröffentlichten Stellungnahme mehrerer Fangemeinschaften.