Ein 21-jähriger Afghane ist Ende Januar tot in einer Asylunterkunft in Münstertal (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) aufgefunden worden. Sein 22-jähriger Mitbewohner steht im Verdacht, ihn getötet zu haben, er wurde inzwischen festgenommen. Der Leichnam des 21-Jährigen ist mittlerweile in sein Heimatland überführt und dort auch bestattet worden.
Gelder für Rückführung nach Afghanistan gesammelt
Den Leichnam des mutmaßlich getöteten Afghanen zu seinen Eltern ins Heimatland zu überführen - dafür hat sich Münstertals Bürgermeister Patrick Weichert (CDU) eingesetzt. "Wie kriegen wir es hin, dass wir dem jungen Mann ein - auch seiner Religion entsprechendes - Begräbnis gewähren können, als letzte Ehre?", diese Frage beschäftigte Weichert. Mithilfe der afghanischen Community in und um Münstertal gelang es, den Kontakt zu den Eltern des Toten in Afghanistan herzustellen. Diese haben sich laut Weichert ausdrücklich eine Bestattung in Afghanistan gewünscht. Für die Rückführung seien anschließend Gelder aus der afghanischen und muslimischen Community der Region gesammelt worden. In diesem Zusammenhang spricht Weichert von Solidarität.
Der 21-Jährige war am 28. Januar leblos in der Asylunterkunft entdeckt worden. Spuren am Tatort deuteten auf ein Gewaltverbrechen hin, so die Polizei. Die Polizei richtete eine Sonderkommission ein. Nach dem Fund des Toten in der Asylunterkunft in Münstertal wurde dessen 22-jähriger Mitbewohner festgenommen. Er steht im Verdacht, den 21-jährigen Afghanen getötet zu haben.
In SWR Aktuell Baden-Württemberg haben wir über den mutmaßlich getöteten Afghanen am 29.1.2026 berichtet:
Tatverdächtiger ist polizeibekannt
Der Tatverdächtige habe sich widerstandslos in Eichstetten (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) festnehmen lassen. Der junge Mann mit türkischer Staatsangehörigkeit wird den Angaben nach dem Haftrichter vorgeführt, der genaue Zeitpunkt wurde zunächst nicht mitgeteilt. Er sei in der Vergangenheit bereits polizeilich in Erscheinung getreten. Die Ermittlungen zu den Tathintergründen dauern an.
Bürgermeister sprach von "schockierendem Ereignis"
Münstertals Bürgermeister Weichert wurde unmittelbar über den Fund der Leiche des 21-Jährigen informiert. Noch am selben Abend hatte er sich vor Ort, direkt an der Asylunterkunft, über das Geschehen informieren lassen. In einem Interview mit dem SWR betonte Weichert damals, dass er volles Vertrauen in Polizei und Staatsanwaltschaft habe, was die Aufklärung des Falles angeht. Solch ein Vorfall sei für eine Gemeinde wie Münstertal ein "schockierendes Ereignis", sagte Weichert.
Ich möchte nicht spekulieren, was die Hintergründe der Tat sind, da vertrauen ich auf die Polizeibehörden.
Zahlreiche Spekulationen und Falschinformationen
Münstertals Bürgermeister musste zahlreichen Falschinformationen, die in Münstertal kursierten, entgegentreten. Mitunter war von einer Messerstecherei die Rede, was sich in der Schwarzwaldgemeinde wie ein Lauffeuer verbreitete. Über Facebook und Instagram sei man diesen Falschinformationen entgegengetreten und habe so das alles wieder einfangen und beruhigen können, sagte Weichert. Dass Menschen nach solch einem Ereignis in Sorge seien, sei absolut verständlich, betonte Münstertals Bürgermeister.