Wahlprogramme im Vergleich

Mit dem Segen der Erzdiözese Freiburg: Chatbot soll bei Wahlentscheidung helfen

Manche Wahlprogramme sind fast so lang wie das Neue Testament. Viel Text, schwere Sprache. Die Erzdiözese Freiburg will helfen. Ein KI-Chatbot beantwortet Fragen zur Wahl.

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Stand

Von Autor/in Anita Westrup

Schachtelsätze, Wortungetüme, Textwüsten: Wahlprogramme sind keine leichte Lesekost. Allein das Wahlprogramm der Grünen umfasst mehr als 30.000 Zeichen - das entspricht etwa 15 Seiten. Wer nicht alles durchforsten will, kann auf Werkzeuge zurückgreifen. Am 6. Februar geht der Wahl-O-Mat an den Start. Und schon jetzt kann man den "Wahlkompass" der Erzdiözese Freiburg nutzen. Ein Chatbot soll den Wählerinnen und Wählern helfen, sich im Dickicht der Wahlprogramme zurechtzufinden. Das KI-Tool vergleicht die zentralen Aussagen der Parteien mit den Prinzipien der katholischen Soziallehre.

Chatbot hat alle Wahlprogramme gelernt

Was sagt die AfD zur Menschenwürde? Welche Partei verkörpert am besten die christlichen Werte? Welche Partei unterstützt Transgender-Personen? Es sind Fragen wie diese, die der Chatbot der Erzdiözese Freiburg innerhalb von wenigen Sekunden beantwortet. Dafür hat der "Wahlkompass" alle Wahlprogramme der zur Bundestagswahl zugelassenen Parteien gelernt. Themenschwerpunkte sind nach Angaben der Erzdiözese soziale Gerechtigkeit, Menschenwürde und Solidarität.

Der Kompass spricht dabei keine Wahlempfehlung aus, sondern hilft, die Positionen der Parteien [...] vor dem Hintergrund der katholischen Lehre zu analysieren.

Wahlhilfe statt Wahlempfehlung

Die Erzdiözese will mit dem Wahlkompass Menschen, denen die christliche Soziallehre wichtig ist, bei einer fundierten Wahlentscheidung unterstützen. Das Tool spreche dabei keine Wahlempfehlung aus, sondern diene als Vergleichsinstrument: "In einer immer komplexer werdenden politischen Landschaft wollen wir den Menschen ein Instrument an die Hand geben, das ihnen hilft, ihre Entscheidungen auf einer soliden ethischen Grundlage zu treffen", erklärt Philipp Brutscher vom Referat Kirche in Gesellschaft und Politik der Erzdiözese Freiburg.

Aktuelle Studie: Wahlprogramme kürzer, aber unverständlich

Laut einer aktuellen Studie der Uni Hohenheim sind die Wahlprogramme im Vergleich zur Wahl 2021 kürzer als üblich, aber immer noch schwer zu verstehen. Das Wahlprogramm von CDU/CSU ist laut Studie formal am verständlichsten (10,5), auch im Vergleich aller Bundestagswahlkämpfe seit 1949 bleibt die Union vorn. Das Programm der AfD wird von der Studie als "formal am unverständlichsten" bewertet (5,1). Untersucht wurde auch das Populismus-Vokabular der Parteien, hier führt die AfD gemeinsam mit dem BSW. Die Forschenden entwickelten eine Verständlichkeits-Skala von 0 bis 20.

Auch in der Kürze der Wahlprogramme spiegelt sich laut Studie der verkürzte Wahlkampf wider. Im Durchschnitt seien die Programme für die Wahl 2025 um fast 20.000 Wörter kürzer als jene von 2021. Das umfangreichste Wahlprogramm stammt von den Grünen und kommt auf etwa 30.700 Wörter. Damit ist es nur halb so lang wie das Programm der Partei zur Bundestagswahl 2021. Das knappste Wahlprogramm hingegen präsentiert das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) mit rund 17.000 Wörtern.

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