Landtagswahl in Baden-Württemberg

Freiburg: Wahlparty der Linken wird zur Enttäuschung

Die Hoffnung bei den Freiburger Linken war groß. Doch die Partei verpasst den Einzug in den baden-württembergischen Landtag.

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Von Autor/in Charlotte Schönberger

In der Wodanhalle in Freiburg wird es um kurz nach 18 Uhr still. Die Wahllokale haben gerade geschlossen. Einigen Menschen entgleiten bei der Wahlparty der Partei Die Linke die Gesichtszüge. Sie schauen auf die Leinwand. Dort läuft die Prognose zur Landtagswahl. Der Balken der Linken steigt nur sehr kurz in die Höhe und stoppt bei 4,5 Prozent. So knapp wie nie verpasst Die Linke den Einzug in den baden-württembergischen Landtag.

Enttäuschung über verpasste historische Chancen bei Die Linke in Freiburg
Enttäuschung über verpasste historische Chancen bei Die Linke in Freiburg

Enttäuschung bei Landtagskandidierenden Sarah Schnitzler

Die Landtagskandidierende für den Wahlkreis Freiburg II Sarah Schnitzler will der Enttäuschung im Interview mit dem SWR nur wenig Raum geben.

Das ist natürlich enttäuschend, aber ich weiß, was wir die letzten Monate geleistet haben.

Sie betont, dass Die Linke in Freiburg einen äußerst erfolgreichen Wahlkampf geführt habe. An rund 35.000 Türen hätten Wahlhelfende geklingelt. Die Gespräche mit den Menschen seien gut und vielversprechend gewesen.

Das zeigt auch das Ergebnis: In Freiburg haben fast 14 Prozent der Wählerinnen und Wähler die Linke gewählt. Das liegt deutlich über dem Landesdurchschnitt.

Auch wenn es nicht reichen sollte, Die Linke würden weiter Politik für die Menschen machen, sagt Schnitzler. Mit außerparlamentarischer Opposition hätten sie in Baden-Württemberg schließlich Erfahrung.

Frustration über mögliches strategisches Wählen

Auf die Fragen, woran es gelegen habe, haben die Anwesenden auf der Wahlparty eine deutliche Antwort. Der Wahlkampf sei am Ende zugespitzt worden auf das Duell zwischen Cem Özedmir (Die Grünen) und Manuel Hagel (CDU). Strategisches Wählen führe aber dazu, dass man Parteien wählt, die einem nicht am nächsten liege, sagt Sebastian Böhm, Direktkandidat der Linken im Wahlkreis Freiburg I. Viele hätten vermutlich grün gewählt, weil sie einen konservativen Ministerpräsidenten verhindern wollten. "Es macht für uns aber keinen Unterschied", betont Böhm.

Wie viele Wählende tatsächlich anstatt links grün gewählt haben, lässt sich nur schwer sagen. Klar ist, dass die Partei in den letzten beiden Wochen vor der Wahl in den Umfragen stetig verloren hat. Von bis zu acht Prozent kam sie plötzlich der Fünf-Prozent-Hürde sehr nah. Aller Voraussicht nach, wird sie nun an ihr scheitern.

So schnitt die Linke bei den Wahlen 2021 ab

Bei der Landtagswahl 2021 haben 3,57 Prozent der Wählerinnen und Wähler in Baden-Württemberg Die Linken gewählt. In Freiburg wählen sie traditionell mehr Menschen. Bei der Landtagswahl 2021 erreichte die Partei 6,8 Prozent im Wahlkreis Freiburg I und 11,2 Prozent im Wahlkreis Freiburg II.

Vergleich zur letzten Landtagswahl in BW

Zum Vergleich: Bei der Landtagswahl 2021 hatten die Grünen in Südbaden klar die Nase vorn: Von den insgesamt 21 Mandaten in der Region gingen zehn an Politikerinnen und Politiker der Grünen. Die restlichen Mandate verteilten sich wie folgt: sechs auf die CDU, jeweils zwei auf SPD und FDP sowie eines auf die AfD.

Die Region Südbaden umfasst elf Wahlkreise: Freiburg I, Freiburg II, Breisgau, Emmendingen, Lahr, Offenburg, Kehl, Rottweil, Villingen-Schwenningen, Lörrach und Waldshut.

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Erstmals publiziert am
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Autor/in
Charlotte Schönberger
Charlotte Schönberger, Redakteurin und Reporterin beim SWR

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