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BW-Landtagswahl Liveticker: Hagel bietet Rücktritt an - CDU-Landesvorstand lehnt ab, Özdemir erteilt Grüner Jugend eine Absage, Wechselt Palmer ins Özdemir-Kabinett?

Wer hat die Landtagswahl Baden-Württemberg gewonnen? Aktuelle Nachrichten, Hintergründe, Analysen und Zahlen zur Landtagswahl 2026 finden Sie live in unserem SWR Aktuell Ticker.

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Tschüss!

Das war der Liveticker zur Landtagswahl 2026 in Baden-Württemberg. Alle Ergebnisse finden Sie im SWR Wahlportal. Alle Nachrichten und Hintergründe in unserem Wahl-Special.

Wie die Grünen die CDU überholt haben

Mit großer Wahrscheinlichkeit wird Cem Özdemir der neue Ministerpräsident von Baden-Württemberg. Lange Zeit sah die Lage jedoch ganz anders aus: In den Umfragen lag zunächst die CDU vorne. Am Ende konnten sich jedoch die Grünen knapp durchsetzen - mit einem Vorsprung von nur 0,5 Prozentpunkten. Wie kam es in den letzten Wochen zu dieser Wendung bei der Wahl? Auf YouTube haben wir uns das genauer angeschaut:

Grüne gewinnen Wahl in BW - Krimi bei der Landtagswahl

Cem Özdemir im Porträt: Vom Gastarbeiter-Kind zum Ministerpräsidenten

Auf den letzten Metern ist es Cem Özdemir von den Grünen gelungen doch noch an der CDU vorbeizuziehen. Und der Spitzenkandidat war nach den ersten Analysen einer der ausschlaggebenden Punkte für den Triumph. Er dürfte damit der nächste Ministerpräsident in Baden-Württemberg werden und der erste in Deutschland mit türkischen Wurzeln. Doch sein politischer Weg an dieses Ziel war lang: Özdemir saß im Bundestag sowie im Europaparlament und war sowohl Grünen-Parteichef als auch Bundesminister.

SPD will Wahlschlappe aufarbeiten

Nach den schlechten Wahlergebnissen will die SPD ihr Abschneiden aufarbeiten. Die Wahl und das Ergebnis solle mit externer Begleitung umfassend analysiert und evaluiert werden, beschloss der Landesvorstand einer Parteisprecherin zufolge. Das soll auch auf vier Regionalkonferenzen passieren, zu der alle Mitglieder eingeladen werden sollen. Bis zum Sommer will die SPD dann auch die personelle Neuaufstellung an der Parteispitze festlegen. Der Parteitag für die Neuwahl des Landesvorstands soll demnach am 20. Juni stattfinden. Dort müssen die Delegierten dann einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin für Parteichef Andreas Stoch bestimmen. Stoch und auch Generalsekretär Sascha Binder geben ihre Parteiämter ab.

Die ganze Sendung: Zur Sache! Extra - Der Wahlsieger im Gespräch

Die Wählerinnen und Wähler haben entschieden - Baden-Württemberg bekommt einen neuen Ministerpräsidenten. In dieser Sondersendung stellt sich der Wahlsieger Cem Özdemir am Tag nach der Landtagswahl den Fragen von SWR Moderator Florian Weber. Welche politischen Schwerpunkte setzt der designierte Ministerpräsident? Wie soll die neue Regierung aussehen? Und welche Herausforderungen warten auf das Land? Die ganze Sendung gibt's hier zum Nachschauen:

Hagel bietet in CDU-Landesvorstand Rücktritt an - einhellig abgelehnt

Dramatische Szenen bei der CDU am Montagabend in Stuttgart: Nach der Enttäuschung über die knappe Wahlniederlage hat CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel im Landesvorstand seinen Rücktritt angeboten. Doch dann bekam der 37-jährige Landeschef zunächst Standing Ovations, sein Rückzug wurde schließlich einhellig abgelehnt. CDU-Generalsekretär Tobias Vogt bestätigte dem SWR den Ablauf. Hagel hatte noch am Wahlabend und auch am Montag mehrfach erklärt, er trage die Verantwortung für das Wahlergebnis und damit auch für die Niederlage gegen die Grünen von Spitzenkandidat Cem Özdemir.

Jusos wollen Mitgliederbefragung nach SPD-Wahl-Debakel

Nach der heftigen Wahlschlappe der SPD bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg fordert die Jugendorganisation der Partei einen echten Neuanfang an der Parteispitze des Landesverbands. "Ich glaube nicht, dass die zweite Reihe, die das Ergebnis mitzuverantworten hat, die Lösung wäre, die SPD aus der Krise zu führen", sagte Juso-Landeschef Daniel Krusic vor einer Sitzung des SPD-Landesvorstands in Stuttgart. Man wolle deswegen eine Mitgliederbefragung um den Parteivorsitz. "Ich glaube, das ist die beste Möglichkeit, neue Ideen einzubringen", sagte Krusic.

Cem Özdemir: "Ich werde Ministerpräsident"

Cem Özdemir lehnt die Diskussion um eine mögliche Teilung des Ministerpräsidenten-Posten ab. Den Vorstoß von Jens Spahn (CDU), die Amtszeit unter Hagel und Özdemir aufzuteilen, habe es in Deutschland noch nie gegeben, sagte Özdemir in der SWR Sendung "Zur Sache! BW". Knapp 0,5 Prozentpunkte beträgt der Vorsprung der Grünen auf die CDU. Die Stimmenzahl zähle, so Özdemir. "Wenn die CDU vorne gewesen wäre, hätte ich das akzeptieren müssen, dass selbstverständlich Manuel Hagel Ministerpräsident wäre und ich dann eben stellvertretender Ministerpräsident."

Özdemir hält nichts von Forderungen der Grünen Jugend

Cem Özdemir hat den Forderungen der Grünen Jugend eine deutliche Absage erteilt. Die Stimme der Grünen Jugend werde zwar gehört, sagte Özdemir in der SWR-Sendung "Zur Sache! Extra". "Aber ich mache trotzdem das, was ich im Wahlkampf versprochen habe, um das mal ganz klar zu sagen." Die Forderung nach einer Parteipolitik könne sich die Grüne Jugend "abschminken". Das werde nicht passieren. "Es wird das passieren, was im Landesinteresse ist. Anders kann man das Land nicht führen", so Özdemir. Zuvor hatte die Grüne Jugend in einem Papier unter anderem die Ausweitung der Mietpreisbremse gefordert und sich gegen eine Verschärfung der Migrationspolitik gestellt.

Özdemir: Finanzminister Bayaz soll an Verhandlungen mit CDU teilnehmen

Wahlsieger Cem Özdemir (Grüne) lobte am Abend im SWR seinen Parteifreund Danyal Bayaz. Dieser ist Finanzminister in Baden-Württemberg. Er sei aus der Wirtschaft "die ganze Zeit" auf Bayaz angesprochen worden. Bayaz sei zudem eine "starke Verstärkung" für ihn gewesen. Als Mitglied des Teams für die Koalitionsverhandlungen sei der Noch-Finanzminister bereits gesetzt, sagte Özdemir. Zur Zusammensetzung seines Kabinetts und ob Bayaz darin eine Rolle spielen wird, wollte der Wahlsieger allerdings noch nichts sagen.

Reaktionen der Parteien am Tag nach der Wahl

Am Tag nach der Landtagswahl analysieren CDU und Grüne das Wahlergebnis. Offen bleibt, wie die Parteien mit dem Patt umgehen - beide stellen 56 Abgeordnete im neuen Landtag. Die AfD versucht unterdessen, Druck auf die Christdemokraten auszuüben, ihre Koalitionsoptionen noch einmal zu überdenken. Bei der SPD dagegen, die gerade so in den Landtag kam, ist die Stimmung gedrückt.

Schwelling zu Forderungen der Grünen Jugend

Aus der Grünen Jugend kommen bereits jetzt Forderungen, die schwer mit den Vorstellung des möglichen Koalitionspartners CDU vereinbar sein könnten: gerechtere Steuerpolitik, Mietendeckel, keine Verschärfung der Migrationspolitik. Die Grüne Jugend spiele eine wichtige Rolle, sagt Lena Schwelling, Landesvorsitzende der Grünen, im SWR. Die Verhandlungen allerdings führe die Partei. Das Parteiprogramm sei klar und da erfinde man jetzt "kurzfristig keine neuen Dinge".

Ex-FDP-Wirtschaftsminister kritisiert eigene Partei

Walter Döring, der ehemalige FDP-Wirtschaftsminister Baden-Württembergs, übte in der SWR Wahl-Analyse Kritik an seiner eigenen Partei. Diese hat den Wiedereinzug in den Landtag verpasst. Zum Thema Wahlkampf sagte Döring, dass ein "bisschen Selbstkritik" angebracht sei. "Das bringt ja nichts, wenn ich die Schuld immer anderen zuzuschieben." Den FDP-Spitzenkandidat Hans-Ulrich Rülke nahm Döring aber in Schutz. Dieser sei ein "armer Kerle".

"Schmutzkampagne" verantwortlich für Sieg der Grünen?

Die CDU nennt es eine "Schmutzkampagne", die Grünen streiten ab: Wie groß war der Einfluss des Jahre alten Videos auf das Wählerverhalten, in dem CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel von einer Schülerin mit "rehbraunen Augen" schwärmt? Frank Brettschneider von der Uni Hohenheim analysiert: Worum ging es den Wählern der Grünen wirklich - und was war den CDU-Wählern wichtig?

Palmer zeigt sich offen für Minister-Job

Der Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer (parteilos) heizt Spekulationen über einen Wechsel in die Landespolitik an. Es gehe nun für die Grünen vordringlich darum, Vertrauen zur tief verletzten CDU aufzubauen, um eine Fortsetzung der Koalition zu organisieren, sagte er der "Südwest Presse". Dabei könne er durchaus helfen.

Auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, nochmal etwas anderes zu machen, sagte Palmer: "Wenn Sie mich so offen fragen: Ja, ich bin 53 und kann mir durchaus vorstellen, beruflich auch noch andere Aufgaben zu übernehmen." Palmer sieht dem Bericht zufolge Handlungsbedarf bei den Kommunalfinanzen, der Wirtschaft und dem Bildungssystem. "Alles, was dieses Land groß und stark gemacht hat, ist in Gefahr." Deshalb müssten jetzt endlich alle ihre Hausaufgaben machen. "Wenn ich dazu einen Beitrag leisten kann, bin ich dazu gern bereit."

Die ganze Sendung: Baden-Württemberg wählt - Die Analyse

Wie geht es weiter nach der Landtagswahl? Wer regiert jetzt Baden-Württemberg - und was bedeuten die Ergebnisse für die Menschen im Land? Der SWR hat am Tag danach live aus Stuttgart über Folgen und Perspektiven der Wahl berichtet. Sie haben die Sendung verpasst? Hier gibt es die ganze Analyse:

Kommentar der "Stuttgarter Nachrichten" zum Disput zwischen CDU und Grünen

"Die CDU kann sich einen Koalitionsvertrag mit den Grünen angesichts ihres starken Ergebnisses teuer abkaufen lassen. Aber für Befindlichkeiten und verletzte Gefühle gibt es in dieser Lage keinen Raum. Die persönlichen Angriffe und Drohungen gegen Manuel Hagel und seine Familie mögen neu für ihn gewesen sein, und sie sind unentschuldbar. Aber für den Mob im Netz die Grünen-Spitze verantwortlich zu machen, geht zu weit. Grünenpolitiker wie Finanzminister Danyal Bayaz und selbstverständlich auch Spitzenkandidat Cem Özdemir, sind seit Jahren Ziel von Hass und Hetze im Netz. Umgekehrt tat die CDU nicht immer alles dafür, die Wogen glätten - etwa nach dem aus dem Ruder gelaufenen Aschermittwoch in Biberach", kommentieren die "Stuttgarter Nachrichten".

So kommentiert die "Pforzheimer Zeitung" den Streit nach der Wahl

Zu einer ähnlichen Einschätzung wie der Reutlinger General-Anzeiger gelangt die "Pforzheimer Zeitung": "Die CDU will den Preis für eine Weiterführung der grün-schwarzen Koalition treiben. Sie tut das mit gutem Recht, schließlich haben die Christdemokraten die große Mehrheit der Direktmandate geholt und liegen auch bei den Zweitstimmen nur knapp hinter den Grünen. Aber die klaren Unterschiede der Erst- und Zweitstimmenergebnisse zeigen eben auch: Die Mehrheit der Menschen will Cem Özdemir als Ministerpräsidenten. Und nicht Manuel Hagel. Eine bittere Erkenntnis für die CDU. Diese Tatsache zu akzeptieren, fällt der Partei offenbar noch schwer. Viel einfacher ist es dagegen, die eigene Niederlage einer angeblichen Schmutzkampagne zuzuschreiben oder mit der Tatsache zu überdecken, dass man genauso viele Sitze wie die Grünen geholt hat. Aber all das ändert nichts daran: Özdemir beansprucht das Amt zurecht für sich allein."

Reutlinger General-Anzeiger zum Streit nach der Landtagswahl

Die Landtagswahl beschäftigt auch die Medien im ganzen Land - allem voran der Streit darüber, wer wie lange nun Ministerpräsident wird. "Es ist Zeit der Wahrheit ins Gesicht zu blicken. Die CDU ist die Nummer 2 in Baden-Württemberg. Manuel Hagel hat die Wahlschlappe mit echter Größe auf seine Kappe genommen. Das sollte honoriert werden, besonders weil sein Ergebnis eine echte Koalition auf Augenhöhe ermöglicht. [...] Vor allem Berlin sollte sich zurückhalten. Die Bundespartei hat mit ihren kruden Forderungen mitten im Wahlkampf mindestens so viel Schaden angerichtet, wie gewisse Fernsehbeiträge", schreibt der "Reutlinger General-Anzeiger".

Reaktionen aus Hagels Heimatstadt Ehingen

Die CDU muss das "Quasi-Patt" bei der Landtagswahl verdauen. Freuen kann sich der CDU-Kandidat Manuel Hagel jedenfalls über die Resonanz in seinem Wahlkreis: 47,7 Prozent hat er dort erreicht. Und seine Heimatstadt steht hinter ihm, wie eine Umfrage in Ehingen ergeben hat.

Ein Kunde in einer Metzgerei merkt an, dass Manuel Hagel ja noch jung sei. Die Bevölkerung in Baden-Württemberg hingegen setze auf Erfahrung. Und die könne Hagel ja jetzt in den nächsten fünf Jahren sammeln.

Die Metzgereifachverkäuferinnen entgegnen, dass gerade das junge Alter von Hagel ein positiver Faktor sei: "Ein junger Mensch, vielleicht hätte der was ändern können!"

Ein junger Mann bekennt sich ebenfalls zu Hagel. Er habe einen guten Wahlkampf gemacht, am Ende aber unter "der Kampagne" gelitten. "Das fand ich, war nicht immer fair."

Autor/in
Ole Hilgert
Onlinefassung
Rainer Schlenz
Rainer Schlenz

Umwelt- und Klimaschutz: Wie geht die künftige Landesregierung damit um?

Um Klima- und Umweltschutz ging es im Wahlkampf zur Landtagswahl nur am Rande. Doch der künftige Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) hat angekündigt, die Themen Klimaschutz und Wirtschaft miteinander zu verbinden. Wird das mit dem alten und womöglich neuen Koalitionspartner CDU gut gehen? SWR-Redakteurin Susanne Henn hat genauer drauf geschaut:

Unterschiedliche Auffassungen bei Grünen und CDU Landtagswahl 2026: Was das Ergebnis für Umwelt- und Klimaschutz in Baden-Württemberg bedeutet

Auch in den kommenden fünf Jahren regiert wohl eine grün-schwarze Koalition, allerdings mit einer deutlich stärkeren Union. Was das für den Klimaschutz bedeutet - eine Analyse.

Impuls SWR Kultur

"Herablassende Arroganz": CDU attackiert Özdemir

Eigentlich müssen Grüne und CDU in Baden-Württemberg zu einer Regierung zusammenfinden, aber die Stimmung zwischen den Parteien könnte derzeit kaum feindseliger sein: Nach dem sehr knappen Wahlausgang und Diskussionen über eine Teilung der Amtszeit des Regierungschefs greift die CDU Baden-Württemberg den Wahlsieger Cem Özdemir (Grüne) nun persönlich an. "Diese herablassende Arroganz der Äußerungen von Özdemir verwundert uns doch sehr", teilte CDU-Landesgeneralsekretär Tobias Vogt der Deutschen Presse-Agentur mit. "Im Grunde ist es exakt die Verlängerung des fragwürdigen Stils der Grünen im Wahlkampf. Das ist Ampel-Sprech."

Zuvor hatte Özdemir den Regierungsanspruch der Grünen unterstrichen - und Vorschläge aus der CDU zu einer Teilung der Macht scharf zurückgewiesen. Auch wenn es nur eine Stimme mehr gäbe, wäre klar, wer den Ministerpräsidenten stelle, hatte Özdemir gesagt. Das sei Tradition. Man werde auch keine Doppelspitze bilden. "Wir machen erwachsene Politik, die Situation ist einfach zu ernst für Quatsch aller Art." CDU-Generalsekretär Vogt entgegnete, dass Özdemir damit der eigenen grünen Geschichte widerspreche. "2011 haben sie als kleinere Partei, auf dem zweiten Platz, den Ministerpräsidenten gestellt", betonte Vogt. "Soviel zur Tradition des Herrn Özdemir."

Darum hat Cem Özdemir noch kein Brezel-Tattoo

Anders als mancher Wahlkampfhelfer der Grünen ist Wahlsieger Cem Özdemir noch ohne Brezel-Tattoo. "Ich dachte ja am Anfang, das ist ein Scherz", sagte der Grünen-Politiker in Stuttgart. Mehrere Wahlkämpfer hatten sich auf der Wahlparty am Sonntag Tattoos in Form einer Brezel stechen lassen - das war eine Verabredung für den Fall, dass der Wahlkampf erfolgreich ende.

Özdemir selbst machte bei der Aktion aber nicht mit. Laut eigener Aussage hat er bei einer Wahlkampfveranstaltung zu dem Thema gesagt, dass man auf einen Ferrari auch keine Aufkleber macht. "Das ist immer blöd, wenn man als Politiker Zeugs sagt, das einen einholen kann", sagte der 60-Jährige. Die Tätowiermaschine sei aber noch da, verriet Özdemir vor Journalisten.

Gerlinde Kretschmann: Hagel sei noch "zu jung"

Auch Gerlinde Kretschmann, Frau des noch amtierenden Ministerpräsidenten, freute sich am Wahlabend über den Sieg der Grünen. "Damit habe ich nun wirklich nicht mehr gerechnet", sagte sie der "Schwäbischen Zeitung". In dem Gespräch sagte sie, dass man im Amt des Ministerpräsidenten eine "starke, eine abgeschlossene Persönlichkeit" brauche. Sie habe nichts gegen den CDU-Spitzenkandidaten, "aber der Hagel ist doch eh noch zu jung". Trotzdem wünschte sie ihm, dass er noch weitere Schritte in der Politik gehe. "Und wer weiß, vielleicht wird er dann eben in zehn Jahren Ministerpräsident", so Gerlinde Kretschmann.

"Die SPD hat ihr Profil verloren" - Das sagen die Heidenheimer über den Absturz der Stoch-Partei

Heidenheim ist der Wahlkreis des bisherigen SPD-Landeschefs Andreas Stoch. Doch trotz dieser Position hat er den Wahlkreis nicht gewonnen. Dennoch hat er in Heidenheim seine Anhänger. Viele Menschen in der Stadt bedauern den Absturz der SPD, andere betrachten die Entwicklung der Partei nüchtern.

"Das hat mich geschockt", sagt ein Mann in der Fußgängerzone. "Die SPD hat ihr Profil verloren", ergänzt er noch. Eine Frau meint, das Wahlergebnis tue ihr für Andreas Stoch leid. Denn er engagiere sich sehr für die Region.

Umfrage in Heidenheim: Auch nüchterne Stimmen zum Absturz der SPD

"Das ist der Wählerwille" entgegnet ein Passant. Und eine Frau pflichtet bei, die SPD habe sich "null in den Wahlkampf eingemischt". Es war eine Personenwahl zwischen Hagel und Özdemir, so ihr Fazit.

Asiatische Nachwuchs-Politiker beeindruckt vom politischen Diskurs im Land

Zehn junge Politikerinnen und Politiker aus Südostasien sind auf Einladung der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung in Baden-Württemberg, um die Wahl zu beobachten. Heute Vormittag hat die Gruppe in Stuttgart den Vorsitzenden der Jungen Union, Florian Hummel, getroffen. Gestern Abend war sie in Tübingen bei einer Veranstaltung der Landeszentrale für Politische Bildung zu Gast, um die Berichterstattung über die Landtagswahl zu verfolgen und zu diskutieren.

Politik-Nachwuchs aus Südostasien beobachtet die Wahl in Baden-Württemberg.
Die Politikerinnen und Politiker aus Indien, Malaysia, der Mongolei, Myanmar und Südkorea auf dem Schlossplatz in Stuttgart mit Florian Hummel von der Jungen Union. Konrad-Adenauer-Stiftung

Andreas Klein, der die Gruppe für die Konrad-Adenauer-Stiftung begleitet, berichtet, dass die Teilnehmenden vor allem davon beeindruckt waren, wie sich die Kontrahenten trotz harten Wahlkampfs gratuliert hätten. Und dass Bürgerinnen und Bürger sich treffen, um über eine Wahl zu diskutieren, hätten sie ebenfalls als besonders gelobt. In Myanmar, wo eine Teilnehmerin des Programms herkommt, gebe es nicht einmal freie Wahlen. Und auch in der Demokratie Indien werde der Diskurs über den Wahlausgang ganz anders geführt. Dass Zusammenkommen der Zivilgesellschaft habe alle Teilnehmenden sehr beeindruckt, sagte Klein dem SWR. 

Arbeiter wählen vor allem AfD

Laut einer Auswertung von infratest dimap wählten Arbeiter mit großem Abstand am häufigsten die AfD. Mit 37 Prozent betrug der Zuwachs im Vergleich zur Landtagswahl 11 Prozentpunkte. Auf den weiteren Plätzen folgen die CDU mit 21 Prozent (-2) und die Grünen mit 18 Prozent (-2).

Wahltagsbefragung, Landtagswahl Baden-Württemberg 2026, Stimmanteile unter Arbeitern im Vergleich zu 2021, in % | AfD 37,0 (+11,0) | CDU 21,0 (-2,0) | Grüne 18,0 (-2,0) | SPD 5,0 (-5,0) | FDP 5,0 (-3,0) | Linke 4,0 (+1,0) | Infratest-dimap. 08.03.2026, 23:57 Uhr

Grüne Jugend drängte Boris Palmer zum Gehen

Nach dem Wahlsieg der Grünen gibt es Diskussionen über die Personalie Boris Palmer - wir haben darüber bereits mehrfach berichtet. Der Oberbürgermeister von Tübingen sagte dem "Spiegel", dass er auf der Wahlparty in Stuttgart von Mitgliedern der Grünen Jugend aufgefordert worden sei, die Veranstaltung zu verlassen. Hintergrund ist offenbar Palmers umstrittenes Verhalten und sein Parteiaustritt 2023 nach Rassismus-Vorwürfen. Die Grüne Jugend bekräftigte, dass Palmers Positionen nicht mit den Grundwerten der Partei vereinbar seien und er keine Rolle in der neuen Landesregierung spielen solle.

Der Bürgermeister von Ostelsheim (Kreis Calw), Ryyan Alshebl (Grüne), hat Boris Palmer nach dessen Konfrontation mit der Grünen Jugend verteidigt. Alshebl bestätigte die Auseinandersetzung. Die Aggression sei dabei nicht von Palmer ausgegangen, sagte er dem "Spiegel". Nach dem Vorfall habe er dann gemeinsam mit Palmer weiter gefeiert.

"Diese Unsicherheit sorgt für großen Unmut!": Das stört Lehrer und Schüler

Neue Landesregierung, neue Reformen? Schulleiter Andreas Eiglmaier macht sich Sorgen um die Zukunft seiner Schule in Eislingen (Kreis Göppingen). Das Hin und Her in der Bildungspolitik sorge im Alltag für eine ständige unterschwellige Unsicherheit, die man nicht einfach ausblenden könne. Weil ihn das beschäftigt, hat sich Eiglmaier vor der Landtagswahl beim SWR gemeldet.

Kirchen in BW besorgt wegen hohem Zuspruch für radikale Kräfte

Die evangelische Landesbischöfin in Baden, Heike Springhart, zeigte sich erleichtert, dass Baden-Württemberg auch in den kommenden Jahren von einer Regierung der demokratischen Mitte regiert werde und freut sich über die mehr als 70 Prozent Wahlbeteiligung. Aber: "Dass Menschen auch auf Demokratie zersetzende Kräfte setzen, ist bitter", sagte sie der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) mit Blick auf das AfD-Ergebnis. Mit 18,8 Prozent verdoppelte die Partei das Ergebnis der Landtagswahl 2021. Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger sagte: "Mit Sorge beobachte ich gesellschaftliche und politische Strömungen, die an Einfluss gewinnen, indem sie das christliche Menschenbild und das fundamentale Gebot der Nächstenliebe offen oder unterschwellig infrage stellen." Der Rottenburger Bischof Klaus Krämer betonte, es bereite ihm Sorgen, dass die AfD als drittstärkste Kraft in den Landtag einziehe. Der württembergische evangelische Landesbischof Ernst-Wilhelm Gohl sagte, ihm mache der noch immer hohe Zuspruch für radikale Kräfte Sorge. Christen müssten widersprechen, so Erzbischof Burger weiter, wenn Parteien versuchten, die Menschenwürde zu relativieren: "Wo Egoismus über die Solidarität mit den Schwächsten gestellt wird, da ist unser Widerspruch als Christen gefordert." Aufgabe der Kirchen sei es auch, an die gemeinsame Verantwortung für die Bewahrung der Schöpfung und ein friedliches Miteinander zu erinnern.

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Ihre Perspektive im Programm Was ist Wählerinnen und Wählern vor der Landtagswahl in BW wichtig?

Wir haben Menschen gesucht, die erzählen, was sie vor der Landtagswahl in BW beschäftigt. Ihre Anliegen haben wir zum Thema gemacht - im TV, Radio, Online und auf Social Media.