Deutlich über 20 Prozent

AfD verdoppelt in Rottweil und auf der Baar ihr Wahlergebnis

In Villingen-Schwenningen, Rottweil und Donaueschingen kommt die AfD auf etwa 25 Prozent. Damit liegt sie deutlich über dem Ergebnis der AfD im Land.

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Stand

Es ist das erwartete starke Ergebnis der Alternative für Deutschland (AfD) auf der Baar und in Rottweil. Die AfD kommt bei den Zweitstimmen im Wahlkreis Rottweil auf 25,1 Prozent, im Wahlkreis Villingen-Schwenningen auf 23,7 Prozent und im Wahlkreis Tuttlingen-Donaueschingen auf 26,7 Prozent. Bei der vergangenen Landtagswahl 2021 lag die AfD zwischen 11,3 und 12,9 Prozent.

Ein Direktmandat erhält die AfD nicht. Über die Landesliste ziehen Emil Sänze aus dem Wahlkreis Rottweil, Kay Rittweg aus dem Wahlkreis Tuttlingen-Donaueschingen und Martin Rothweiler, sowie Sebastian van Ryt aus Villingen-Schwenningen in den Landtag ein.

Martin Rothweiler sieht Möglichkeit für Ende der Brandmauer

Martin Rothweiler soll den Fraktionsvorsitz der AfD im Landtag übernehmen. Am Sonntagabend sprach er von einem großen Erfolg für seine Partei. Wahrscheinlich sei es das beste Wahlergebnis einer AfD im Landtag im Westen. Eine Koalition mit der CDU sei nun eine "mathematische Option, die die Wähler mitgegeben haben", sagte Rothweiler, "auch wenn der Herr Hagel sich kategorisch wehrt und sich noch hinter der Brandmauer versteckt".

Die Möglichkeit könne man nicht einfach so wegwischen, er erwarte von der CDU, dass sie sich der AfD gegenüber öffne.

Das ist wahrscheinlich das beste Wahlergebnis einer AfD im Landtag im Westen.

Auch Emil Sänze (AfD, Co-Landesvorsitzender) sieht im Ergebnis eine Möglichkeit für ein Ende der Brandmauer. Ein konservatives Bündnis sei jetzt möglich. Seit 2016 ist Sänze Mitglied des Landtags von Baden-Württemberg. Mit Platz Eins auf der Landesliste wird er wieder in den neuen Landtag einziehen.

Frust bei AfD-Anhängern über Landesergebnis

Die AfD Rottweil und Tuttlingen-Donaueschingen trafen sich am Sonntagabend in einem Café in Gosheim (Kreis Tuttlingen) zur Wahlparty. Trotz der Freude über das hohe Wahlergebnis in den eigenen Wahlkreisen hatten sich die AfD-Anhänger deutlich mehr erhofft - zwischen 20 bis 30 Prozent, sagten sie einer SWR-Reporterin vor Ort. Auf den Erfolg der Grünen reagierten einige mit Empörung. "Die Leute haben Angst vor Wohlstandsverlust", erzählt eine Wählerin. Auch die Migrationspolitik und die gescheiterte Energiewende werden von einigen Wählern als Gründe genannt, weshalb die AfD ihr Ergebnis so stark steigern konnte.

Der Direktkandidat der CDU im Kreis Rottweil Stefan Teufel sieht den Grund für die vielen AfD-Stimmen darin, dass viele Menschen im Kreis große Angst hätten, ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Außerdem gäbe es im Kreis Rottweil viele Russland-Deutsche, die sich sehr zur AfD hingezogen fühlen. Das Ziel müsse sein, dass man diese Menschen wieder zurückgewinnt, deshalb will er stärker auf sie zugehen.

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Autor/in
Jorina Stuber
Jorina Stuber
Thomas Hermanns
Reporter Thomas Hermanns

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