Millionäre und Milliardäre unterzeichnen offenen Brief

Superreiche aus BW fordern höhere Steuern für sich

Millionäre und Milliardäre haben sich am Rande des Weltwirtschaftsforums für höhere Steuern für Superreiche ausgesprochen – darunter bekannte Persönlichkeiten aus BW.

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Stand

Insgesamt 370 Superreiche aus der ganzen Welt fordern anlässlich des Weltwirtschaftsforums in Davos in einem offenen Brief an die Staats- und Regierungschefs höhere Steuern für sich selbst. Unter den Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern sind auch Namen aus Baden-Württemberg.

Eine der Unterzeichnerinnen ist Ise Bosch, die Enkelin des Stuttgarter Unternehmers Robert Bosch. Sie engagiert sich seit vielen Jahren für Menschenrechte, hat unter anderem eine international tätige Frauenstiftung gegründet und setzt sich für geschlechtliche und sexuelle Diversität ein.

Millionenerbin mit Pseudonym in der Öffentlichkeit

Eine Millionenerbin vom Bodensee, die unter dem Pseudonym Stefanie Bremer in der Öffentlichkeit auftritt, zählt auch zum Kreis der Unterzeichnerinnen und Unterzeichner. Der Grund für das Pseudonym: "Ich komme aus einer Unternehmerfamilie. Und es ist einfach sehr wichtig darzustellen, dass das, was ich sage, nicht unbedingt die Meinung der Firma ist”, so Bremer.

Warum Millionenerbin Stefanie Bremer mehr Steuern für Reiche fordert

Stefanie Bremer vom Bodensee ist Millionenerbin und will freiwillig mehr Steuern zahlen. Sie fordert, dass Reiche mehr Steuern zahlen, und setzt sich dafür im Verein „taxmenow” ein.

Unterstützer aus BW bei "tax me now" engagiert

Die Forderung nach höheren Steuern für Superreiche hat auch der Karlsruher Millionär Ralph Suikat unterzeichnet, der für das "Bündnis Sahra Wagenknecht" in den Bundestag will. Suikat gründete nach seinem Studium 1993 mit einem Geschäftspartner die STP-Unternehmensgruppe und verkaufte 2016 seine Anteile.

Der Heidelberger Peter Reese, der Medienberichten zufolge Gründungsmitarbeiter beim Vergleichsportal Verivox war und heute eine Digitalberatungsagentur leitet, hat den offenen Brief ebenfalls unterschrieben. Er engagiert sich wie Stefanie Bremer und Ralph Suikat bei "tax me now", einer Initiative von Millionärinnen und Millionären, die sich nach eigenen Angaben für Steuergerechtigkeit einsetzt.

Millionäre: Sie müssen Superreiche besteuern

Unterschrieben hat auch die deutsch-österreichische Sozialaktivistin, Mitgründerin von "taxmenow" und BASF-Erbin Marlene Engelhorn. Aus Deutschland beteiligten sich zudem Antonis und Paula Schwarz, Peter Backus, Nicola Bullock, Simon Hermann, Gerd Hofielen, Michael Ilg, Sebastian Klein, Dieter Lehmkuhl, Wolfgang Loose, Stefan Post, Peter Reese, Jens Richter, Peter Ries, Paul Hans Weiler und Jochen Wermuth.

Organisiert wurde die Aktion unter anderem von der Entwicklungsorganisation Oxfam und dem Netzwerk Patriotic Millionaires, einem Zusammenschluss reicher Amerikanerinnen und Amerikaner, die ein faires Steuersystem fordern. Extremer Reichtum sei eine Gefahr für die Demokratie, weil damit oft politischer Einfluss einhergehe, teilen die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner mit. "Unsere Erfahrung lehrt uns, dass die Superreichen mehr Mitspracherechte haben als alle anderen. Das ist die unbequeme Wahrheit", heißt es weiter.

Der offene Brief zeige, dass die Forderung nach einer Besteuerung hoher Vermögen immer mehr Zuspruch bekomme, sagt Manuel Schmitt, Referent für soziale Ungleichheit bei Oxfam Deutschland gegenüber dem SWR. "Sogar Superreiche sehen, dass sie endlich ihren fairen Anteil zum Gemeinwohl leisten müssen", so Schmitt weiter.

Warum Millionenerbin Stefanie Bremer mehr Steuern für Reiche fordert

Stefanie Bremer vom Bodensee ist Millionenerbin und will freiwillig mehr Steuern zahlen. Sie fordert, dass Reiche mehr Steuern zahlen, und setzt sich dafür im Verein „taxmenow” ein.