In Baden-Württemberg wird es vorerst zu keinen neuen Warnstreiks im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) kommen. Wie der ver.di-Landesbezirk BW am Donnerstagnachmittag mitteilte, habe man der Arbeitgeberseite bis Montag Zeit gegeben, um auf ein Angebot der Gewerkschaft zu reagieren. Zuvor hatte die Gewerkschaft ver.di bundesweit zu Warnstreiks aufgerufen, in vielen anderen Bundesländern soll am Freitag und Samstag der Nahverkehr lahmgelegt werden.
Arbeitgeber lehnen Vorschlag von ver.di vorerst ab
Am Donnerstag trafen sich ver.di und der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) in Stuttgart zur dritten Verhandlungsrunde für den kommunalen Nahverkehr. Dabei habe ver.di den Arbeitgebern ein Kompensationspaket angeboten: Laut der Gewerkschaft könnte die Arbeitgeberseite damit mehrere Millionen Euro pro Jahr einsparen.
Der KAV habe am Donnerstag dieses Angebot der Gewerkschaft abgelehnt, so ve.rdi. Man wolle den Arbeitgebern nun bis Montag Zeit geben, ihre Meinung zu ändern. "Sollten die Arbeitgeber das Kompensationspaket final zurückweisen, wird ver.di noch am Montag über weitere Arbeitsniederlegungen entscheiden", teilte die Gewerkschaft mit.
Tarifverhandlungen für rund 6.700 Beschäftigte
Anfang Februar hatte ver.di bereits zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Der öffentliche Nahverkehr war in weiten Teilen Deutschlands nahezu zum Erliegen gekommen. Betroffen waren Stuttgart, Karlsruhe, Heilbronn, Freiburg, Baden-Baden, Esslingen und Konstanz. Die aktuelle Tarifrunde betrifft laut Gewerkschaft rund 6.700 Beschäftigten in sieben kommunalen Nahverkehrsbetrieben.