Bäume pflanzen im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord

Agroforst-Projekt im Schwarzwald: Landwirtschaft fürs Klima neu denken

Der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord ist Modellregion für Agroforst. Nun ist mit dem Hofbauernhof in Loßburg-Schömberg ein weiteres Projekt dazugekommen. Doch wie geht Agroforst?

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Von Autor/in Maren Seehuber

Auf dem Hofbauernhof in Loßburg-Schömberg (Kreis Freudenstadt) sind für zwei Tage fünfzehn freiwillige Helferinnen und Helfer am Werk. Sie heben Gruben aus und setzen neue Bäume und Sträucher. Das alles passiert im Rahmen des Agroforst-Projektes des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord. Denn die Bäume und vor allem deren Wurzeln sind wertvoll für die Landwirtschaft.

Agroforst ist eine Klimaanpassungsmaßnahme, die jeder Betrieb umsetzen kann – sie schützt den Boden, speichert Wasser und stärkt die Biodiversität.“

Projektleiter Niklas Kullik pflanzt einen Baum im Rahmen des Agroforst-Projekts auf dem Hofbauernhof in Loßburg-Schömberg.
Projektleiter Niklas Kullik sagt, das Interesse der Betriebe am Agroforst sei groß. Gemeinsam mit dem Naturpark Schwarzwald hat er schon viele Modelbetriebe in Sachen Agroforst unterstützt.

Was hat Agroforst mit Landwirtschaft zu tun?

Im Grunde geht es darum, landwirtschaftliche Flächen wieder mit Bäumen und Sträuchern zu bepflanzen. Die sollen vor Dürren oder auch Starkregen durch den Klimawandel schützen. Die Wurzeln können Wasser und Kohlenstoff länger speichern, den Boden fruchtbarer machen und vor Erosion schützen, erzählt Projektleiter Niklas Kullik.

Klimaanpassung durch Bäume auf Acker- und Grünland

Landwirt Andreas Hofstätter vom Hofbauernhof in Loßburg-Schömberg hat sich von der Idee anstecken lassen und will es mal ausprobieren. Er könne sich vorstellen, dass durch die Pflanzung mehr Wasserrückhalt auf den Flächen entstehe. Die Bäume würden so Schatten für Weidetiere spenden und langfristig Obst für die Menschen liefern.

Viele helfende Hände beim Agroforst-Projekt in Loßburg (Kreis Freudenstadt). Die Pflanzung hilft dem Artenschutz und beugt dem Klimawandel vor.
Gemeinsam für Artenvielfalt und gegen den Klimawandel: Freunde, ehemalige Azubis und sogar eine Kundin. Viele unterstützen die Agroforst-Aktion auf dem Hofbauernhof in Loßburg (Kreis Freudenstadt).

Knapp 20 Agroforst-Projekte im Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord

Seit zwei Jahren ist der Naturpark Schwarzwald Mitte/Nord Modellregion für Agroforst. Mit dem Standort Loßburg zählen 18 Pilotprojekte dazu - mit individuellen Lösungen für jeden Hof. Die bisherige Bilanz von Projektleiter Niklas Kullik fällt positiv aus: "Die Nachfrage ist hoch, viele Betriebe sehen Agroforst als Chance für mehr Klimaanpassung und Artenvielfalt". Insgesamt wurden bereits 2800 Bäume und 1800 Sträucher gepflanzt. Damit sei ein ganzes Netzwerk an Modellbetrieben entstanden.

Landwirtschaft im Wandel

Der Naturpark will das Projekt weiter ausbauen. Agroforst soll helfen, die Landwirtschaft im Schwarzwald langfristig widerstandsfähiger gegen den Klimawandel zu machen. Dabei soll die Landwirtschaft nicht verändert, sondern gezielt ergänzt werden.

Natürlicher Hochwasserschutz für gefährdete Ackerflächen Die Vorteile von Agroforstwirtschaft

Agrarforstwirtschaft bedeutet, dass Bäume oder Sträucher gezielt auf Ackerflächen gepflanzt werden. Das soll verhindern, dass der Wind darüber fegt und den Boden austrocknet.

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Maren Seehuber
Maren Seehuber ist Reporterin für Hörfunk und Online beim SWR im Studio Tübingen.
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Sabrina Kir
Portraitaufnahme von Sabrina Kir bei SWR Aktuell im Studio Tübingen.
Anette Hübsch
Anette Hübsch ist Reporterin für Hörfunk, Online und Fernsehen beim SWR im Studio Tübingen.

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