"Until Now": Kunst oder Kitsch?

Anne Geddes stellt ihre Babyfotos in Tübingen aus

Babys, sitzend in Kohlblättern oder mit Rosenmützen: Die Babyfotos der Australierin Anne Geddes tauchen seit Jahrzehnten etwa auf Postkarten auf. Jetzt hängen sie erstmals im Museum.

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Von Autor/in Gerd Hagge

Die Fotokünstlerin Anne Geddes stellt ab Samstag ihre weltbekannten Babyfotos im Neuen Kunstmuseum in Tübingen aus. Die Ausstellung trägt den Titel „Until Now“ – es werden bis zu zehntausend Besucher erwartet.

Ob selig schlafend in einer Unterwasserlandschaft, als Biene verkleidet oder eingebettet in Rosenblüten – ihre ikonischen Babyfotos sind weltbekannt und hat man schon gesehen: in Bildbänden, Kalendern sowie auf Post- und Glückwunschkarten. In einem Museum jedoch waren die Werke der australischen Starfotografin Anne Geddes bisher nicht zu sehen. Bis jetzt. „Until Now“ heißt die Ausstellung, die am Freitagabend mit großem Promi-Auflauf im neuen Kunstmuseum Tübingen Premiere feiert. Sie zeigt das Lebenswerk der in New York lebenden Künstlerin und bringt damit internationales Flair an den Neckar.

Anne Geddes gibt Kurator Bernhard Feil einen privaten Rundgang durch die Austellung "Until Now"
Noch ist es leer in den Gängen des Neuen Kunstmuseums Tübingen. Das wird bald anders aussehen. Gerd Hagge

Erstmals seit 40 Jahren: die Babyfotos im Museum

In den kommenden Wochen können Besucher rund 150 großformatige Bilder aus dem Lebenswerk von Anne Geddes betrachten – eine Reise durch die Zeit bis zurück zu den Anfängen ihres künstlerischen Schaffens. Für die Fotografin selbst ist die Ausstellung von besonderer Bedeutung, wie sie im Vorfeld bei einem Rundgang durch die Galerie im SWR-Interview verriet.

Als ich gestern hier hereingekommen bin und alles zum ersten Mal gesehen habe, war das schon sehr emotional für mich. 

Geddes sagt, sie habe noch nie verstanden, warum Kinder nicht häufiger Teil der Kunstwelt sind. Jedes Baby und jedes Foto erzähle eine eigene Geschichte. Die Kamera ist für sie nur ein Werkzeug, das ihr hilft, die Magie einzufangen.

Ein Foto von Anne Geddes mit fünf Babys, die Mützen aus Rosen tragen

Im Neuen Kunstmuseum können Besucher neben neueren Werken auch Bilder aus den bekanntesten Bildbänden sehen. Zum Beispiel "Drunten im Garten" oder "Miracle, das Wunder des Lebens", das sie mit Sängerin Celine Dion gemacht hat. Nach Stars wie Udo Lindenberg und Cartoonist Peter Gaymann ist Anne Geddes die erste Fotokünstlerin, die Museums-Kurator Bernhard Feil nach Tübingen geholt hat.

„Für den einen ist es Kitsch, für den anderen ist es vielleicht auch gar keine Kunst. Anne Geddes hat es geschafft, tiefer unter die Haut zu gehen."

Anne-Geddes-Ausstellung im Neuen Kunstmuseum Tübingen Von Blumenbabys bis zu Ballonhunden: Der Kitsch in der Kunst

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Ob Anne Geddes' Babyfotos auf großer Leinwand auch den erwarteten zehntausend Besuchern zusagt, wird sich zeigen. Die Ausstellung dauert bis Ende September.

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Gerd Hagge
Gerd Hagge ist Reporter für Hörfunk, Online und Fernsehen beim SWR im Studio Tübingen

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