Autowäsche trotz Trockenheit

So funktioniert die ökologische Waschanlage in Dettenhausen

In Dettenhausen kann man sein Auto auch im Sommer mit gutem Gewissen waschen: Die Waschanlage dort kommt ohne einen Tropfen Trinkwasser aus. Das Wasser wird nämlich recycelt.

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Von Autor/in Nathalie Waldenspuhl

Der Cleanpark in Dettenhausen (Kreis Tübingen) ist eine besondere Waschanlage, denn sie ist besonders nachhaltig. Vor knapp fünf Jahren hat Daniel Birkhofer sie eröffnet.

Ökologische Waschanlage: So funktioniert's

Die Anlage läuft zum Großteil mit wiederverwendetem Waschwasser. Dazu haben die Betreiber unter dem Hof eine kleine Kläranlage installiert. Nach der Autowäsche läuft das Wasser durch einen Schacht ab, wird gereinigt und wird dann - zusammen mit dem Waschmitel - wieder durch die Schläuche gepumpt.

Die Autos werden hier zu 90 Prozent mit recyceltem Wasser gewaschen, sagt der Betreiber Daniel Birkhofer. Die restlichen zehn Prozent seien Regenwasser. Und auch dafür ist vorgesorgt: Wenn es regnet, läuft das Wasser von den umliegenden Dächern ab und sammelt sich in einer Zisterne.

Trinkwasser wird nur im Notfall verwendet

Mit der Kombination aus Wasch- und Regenwasser kommt die Waschanlage auch über trockene Phasen hinweg. Wenn der Vorrat einmal ausgehen sollte, kann das System auf Trinkwasser aus der Leitung umstellen. Das sei in den vergangenen fünf Jahren, seit es den Waschpark gibt, aber nur zwei Mal passiert, so Birkhofer.

Einmal davon wegen des Saharastaubs, erinnert sich der Betreiber: "Da sind bei uns so viele Leute auf einmal gekommen, dass wir nicht mehr genügend Wasser im System hatten." Mit lang anhaltender Trockenheit habe er bisher aber keine Probleme gehabt.

Anlage nutzt auch erneuerbare Energien

Die Waschanlage von Daniel Birkhofer ist aber nicht nur wegen des Wassers ökologisch, auch die Energie wird nachhaltig erzeugt. Das Wasser wird zum Beispiel durch Solarenergie aufgeheizt. Im Winter wird die Anlage mit einer Mischung aus Erdwärme und einer Luftwärmepumpe beheizt. Und das hat einen netten Nebeneffekt, erklärt Birkhofer.

Denn seit die Waschanlage eröffnet wurde, sind die Preise für eine Autowäsche gleich geblieben. Auch während der Energiekrise seien die Kosten stabil geblieben. "Die Sonne hat uns keine höhere Rechnung gestellt", so Birkhofer, "und das Regenwasser haben wir gratis bekommen."

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Nathalie Waldenspuhl
Nathalie Waldenspuhl ist Reporterin für Hörfunk, Online und Fernsehen beim SWR im Studio Tübingen.

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