Damit die Fledermäuse besser schlafen können

Bärenhöhle in Sonnenbühl-Erpfingen geht bald in die Winterpause

Wie schließt man eigentlich eine Höhle ab? Die Bärenhöhle ist die meistbesuchte Schauhöhle auf der Schwäbischen Alb. Ab November ist sie zu - wegen der Fledermäuse.

Teilen

Stand

Von Autor/in Friederike Dauser

Die Bärenhöhle in Sonnenbühl-Erpfingen (Kreis Reutlingen) ist noch den ganzen Oktober geöffnet. Zum ersten November geht sie dann in die Winterpause. Auch um die Fledermäuse zu schützen.

Über 70.000 Besucher kommen pro Saison in die Bärenhöhle

Wasser tropft von der Höhlendecke, die kegelförmigen Tropfsteine werden von LED Lichtern in lila und rosa Farbe getaucht. Jeder Schritt schmatzt auf dem nassen Betonboden. Ein Besuch in der Bärenhöhle ist immer auch ein kleines Abenteuer unter der Erde. Mehrere Millionen Jahre alt ist sie. Als die Bärenhöhle eher durch Zufall 1834 von einem Erpfinger Schullehrer entdeckt wurde, fand man im Innern mehrere Skelette von Höhlenbären. Eines davon kann man im hinteren Teil der Höhle bestaunen.

Den Höhlenbären verdankt die Bärenhöhle ihren Namen. Jedes Jahr kommen über 70.000 Besucherinnen und Besucher, um die großen Hallen der Höhle zu erkunden und die vielen Tropfsteine zu bewundern. Damit ist die Bärenhöhle die meistbesuchte Schauhöhle auf der Schwäbischen Alb.

Ein großer Tropfstein hängt von der Decke der Bärenhöhle.
Von der Decke in der Bärenhöhle wachsen viele Tropfsteine. Die Stalaktiten (von der Decke) und Stalagmiten (vom Boden) wachsen sehr langsam, höchstens 0,1 Zentimeter im Jahr.

Besucher stören im Winter die Fledermäuse

Einige Bewohner der Bärenhöhle sind nur schwer zu entdecken. Sie hängen an der hellen Kalkdecke und in den Fels-Nischen. Wenn man Glück hat, sieht man im Moment Fledermäuse, die durch die Höhle flattern - auf der Suche nach dem geeignetsten Schlafplatz. Denn gerade jetzt, wenn es kälter wird, zieht es die Fledermäuse in die Höhle.

Bis März bleibe sie hier. Um sie nicht zu stören, schließt die Bärenhöhle in drei Wochen, geht bis zum Frühjahr in Winterpause. " Manche Besucher machen Bilder mit einem Blitz, da wachen die Fledermäuse auf. Wenn die Tiere zwei bis dreimal aus dem Schlaf geweckt werden, fallen sie auf den Boden und sind tot," erklärt Höhlenführer Siegbert Haiber. Die Winterpause ist also auch ein Schutz für die lichtempfindlichen Tiere.

Der Eingang zur Bärenhöhle in Sonnenbühl-Erpfingen.
Noch ist der Eingang zur Bärenhöhle für die Besucher jeden Tag geöffnet. Ab 1.11 macht die Höhle aber zu - zum Schutz der Fledermäuse, die dann in der Höhle an der Decke schlafen.

Vor der Winterpause gibt es noch die Kehrwoche

Ab 1.November bis Ende März ist die Bärenhöhle zu. Aber bevor die dicke graue Stahltür am Eingang geschlossen wird, muss noch sauber gemacht werden. Und das hört sich ein bißchen an wie eine echte schwäbische Kehrwoche. Die Mitarbeiter gehen durch die Höhle, lesen Dreck vom Betonboden auf und wischen das Geländer. "Wir gehen durch die Höhle, reinigen manche Sachen, kehren durch", sagt Haiber. "Dann machen wir die Höhle zu, vorne und hinten, Licht aus und dann wars das".

Drei Eichenfässer lagern in der Bärenhöhle. Darin befindet sich Rotwein aus Metzingen.
In der Bärenhöhle reift in drei alte Eichenfässer der Bärenhöhlenwein. Die klimatischen Bedingungen in der Höhle sind optimal, freut sich Christian Koch von der Weingärtnergenossenschaft Metzingen-Neuhausen. Nach einem Jahr wird der spezielle Tropfen dann in Flaschen abgefüllt.

Der "beerige" Bärenhöhlenwein wird noch getestet

Bevors ans Reinigen geht und der Schlüssel im Schloss gedreht wird gibt es aber noch ein Highlight in der Bärenhöhle. Hier reift in drei dunklen Holzfässern in einer Fels-Nische ein besonderes Tröpfchen: der Bärenhöhlenwein. Ein Jahr lang bleiben die Fässer in der Höhle. Christian Koch von der Weingärtnergenossenschaft Metzingen ist sich sicher: Dem Wein gehts hier richtig gut. Seit drei Jahren gibt es das Experiment. Und das ist geglückt, ist sich Koch sicher. Denn die Bärenhöhle bietet ein optimales Kellerklima. Die konstanten neun Grad und eine fast 100% Luftfeuchtigkeit sind optimal für den Rotwein.

Der Wein schmeckt beerig aber nicht bärig

Der Wein vom letzten Jahr ist bereits in Flaschen abgefüllt worden. Er wird in der Bärenhöhle exclusiv verköstigt. Und damit auch der diesjährige Jahrgang gut schmeckt werden die Fässer alle zwei Monate von Weinprofis geöffnet, ein kleines Schlückchen probiert und die Fässer dann wieder versiegelt. Damit man sich sicher ist: Dieser Bärenhöhlenwein reift gut.

Lochenstein

Schon vor tausenden von Jahren lebten dort Menschen Das Geheimnis auf dem Lochenstein - Archäologen graben bei Balingen

Es ist ein Rätsel, das die Archäologie schon seit über 100 Jahren beschäftigt. Was genau haben die Menschen vor tausenden von Jahren auf dem Lochenstein bei Balingen gemacht?

Hechingen

Über hundert Stein-Fragmente Zufallsfund: Römisches Götterdenkmal in Hechingen-Stein ausgegraben

Noch sind es Fragmente aus Stein: Köpfe römischer Gottheiten, Teile ihrer Gewänder und ein Pferdeschweif. Doch wie passt das zusammen? Archäologen machen sich ans Werk.

SWR4 BW am Morgen SWR4 Baden-Württemberg

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Friederike Dauser
Friederike Dauser ist Reporterin und Redakteurin für Hörfunk und Online beim SWR im Studio Tübingen.

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!