Die Bärenhöhle in Sonnenbühl-Erpfingen (Kreis Reutlingen) ist noch den ganzen Oktober geöffnet. Zum ersten November geht sie dann in die Winterpause. Auch um die Fledermäuse zu schützen.
Über 70.000 Besucher kommen pro Saison in die Bärenhöhle
Wasser tropft von der Höhlendecke, die kegelförmigen Tropfsteine werden von LED Lichtern in lila und rosa Farbe getaucht. Jeder Schritt schmatzt auf dem nassen Betonboden. Ein Besuch in der Bärenhöhle ist immer auch ein kleines Abenteuer unter der Erde. Mehrere Millionen Jahre alt ist sie. Als die Bärenhöhle eher durch Zufall 1834 von einem Erpfinger Schullehrer entdeckt wurde, fand man im Innern mehrere Skelette von Höhlenbären. Eines davon kann man im hinteren Teil der Höhle bestaunen.
Den Höhlenbären verdankt die Bärenhöhle ihren Namen. Jedes Jahr kommen über 70.000 Besucherinnen und Besucher, um die großen Hallen der Höhle zu erkunden und die vielen Tropfsteine zu bewundern. Damit ist die Bärenhöhle die meistbesuchte Schauhöhle auf der Schwäbischen Alb.
Besucher stören im Winter die Fledermäuse
Einige Bewohner der Bärenhöhle sind nur schwer zu entdecken. Sie hängen an der hellen Kalkdecke und in den Fels-Nischen. Wenn man Glück hat, sieht man im Moment Fledermäuse, die durch die Höhle flattern - auf der Suche nach dem geeignetsten Schlafplatz. Denn gerade jetzt, wenn es kälter wird, zieht es die Fledermäuse in die Höhle.
Bis März bleibe sie hier. Um sie nicht zu stören, schließt die Bärenhöhle in drei Wochen, geht bis zum Frühjahr in Winterpause. " Manche Besucher machen Bilder mit einem Blitz, da wachen die Fledermäuse auf. Wenn die Tiere zwei bis dreimal aus dem Schlaf geweckt werden, fallen sie auf den Boden und sind tot," erklärt Höhlenführer Siegbert Haiber. Die Winterpause ist also auch ein Schutz für die lichtempfindlichen Tiere.
Vor der Winterpause gibt es noch die Kehrwoche
Ab 1.November bis Ende März ist die Bärenhöhle zu. Aber bevor die dicke graue Stahltür am Eingang geschlossen wird, muss noch sauber gemacht werden. Und das hört sich ein bißchen an wie eine echte schwäbische Kehrwoche. Die Mitarbeiter gehen durch die Höhle, lesen Dreck vom Betonboden auf und wischen das Geländer. "Wir gehen durch die Höhle, reinigen manche Sachen, kehren durch", sagt Haiber. "Dann machen wir die Höhle zu, vorne und hinten, Licht aus und dann wars das".
Der "beerige" Bärenhöhlenwein wird noch getestet
Bevors ans Reinigen geht und der Schlüssel im Schloss gedreht wird gibt es aber noch ein Highlight in der Bärenhöhle. Hier reift in drei dunklen Holzfässern in einer Fels-Nische ein besonderes Tröpfchen: der Bärenhöhlenwein. Ein Jahr lang bleiben die Fässer in der Höhle. Christian Koch von der Weingärtnergenossenschaft Metzingen ist sich sicher: Dem Wein gehts hier richtig gut. Seit drei Jahren gibt es das Experiment. Und das ist geglückt, ist sich Koch sicher. Denn die Bärenhöhle bietet ein optimales Kellerklima. Die konstanten neun Grad und eine fast 100% Luftfeuchtigkeit sind optimal für den Rotwein.
Der Wein schmeckt beerig aber nicht bärig
Der Wein vom letzten Jahr ist bereits in Flaschen abgefüllt worden. Er wird in der Bärenhöhle exclusiv verköstigt. Und damit auch der diesjährige Jahrgang gut schmeckt werden die Fässer alle zwei Monate von Weinprofis geöffnet, ein kleines Schlückchen probiert und die Fässer dann wieder versiegelt. Damit man sich sicher ist: Dieser Bärenhöhlenwein reift gut.