Eine Elterninitiative in Starzach (Kreis Tübingen) wehrt sich gegen eine Entscheidung des Gemeinderats. Der hatte nach jahrelangen Planungen und trotz bereits bewilligter Förderung durchs Land den Ausbau der Grundschule in Starzach-Bierlingen gestoppt. Der Grund: Die Gemeinde hat riesige finanzielle Probleme. Die Elterninitiative hat in der Gemeinderatssitzung am Freitagabend 650 Unterschriften an den Bürgermeister übergeben - mit der Forderung, die Erweiterung doch umzusetzen.
Bürgerbegehren als letztes Mittel
In der Fragestunde der Gemeinderatssitzung war die Erweiterung der Grundschule das alleinige Thema. Rund 40 Eltern und Kinder waren da, um zu zeigen: Sie können die Entscheidung des Gemeinderats nicht nachvollziehen. Die Grundschulerweiterung wurde jahrelang geplant. Die Förderzusage vom Land ist schon da.
Ich bin geschockt und empört über die Entscheidung, die Ende September vom Gemeinderat gefällt worden ist, das Bauvorhaben an der Grundschule zu stoppen.
Pattsituation bei der Abstimmung im Gemeinderat
Der Gemeinderatsbeschluss gegen die Grundschulerweiterung kam denkbar knapp zustande: In der entscheidenden Sitzung gab es einen Patt von sechs Stimmen für und sechs gegen die Erweiterung. Damit war das Projekt abgelehnt. Eine Gemeinderätin legte daraufhin ihr Mandat nieder. Viele in Starzach erwarten, dass die Elterninitiative jetzt ein Bürgerbegehren anstreben wird.
Grundschule Starzach hat Container-Mensa
Warum die Eltern und auch die Rektorin der Grundschule die Erweiterung wollen, ist klar: Derzeit essen die Kinder in einer Container-Mensa, die nach Angaben einer Gemeinderätin aber nicht genug Platz bietet für alle die dort essen wollen. Wenn schlechtes Wetter ist, gebe es keine angemessenen Räume für die Ganztagesbetreuung.
Starzachs Bürgermeister Noé will die Schulerweiterung
Starzachs Bürgermeister Thomas Noé (parteilos) macht keinen Hehl daraus: Er findet die Entscheidung des Gemeinderats grundfalsch. Immerhin wird ab dem Schuljahr 2026/27 der vom Bund beschlossene Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung an Grundschulen schrittweise eingeführt.
Ich möchte nicht verantworten, dass unsere Kinder auf Dauer so betreut werden.
Noé möchte das Thema Grundschulerweiterung Ende November noch einmal auf die Tagesordnung des Gemeinderats nehmen. Ob der Gemeinderat seinen Entschluss dann rückgängig macht, bleibt aber abzuwarten.