In Tübingen haben am Samstagvormittag rund 400 Menschen gegen die AfD demonstriert. Dabei haben sich zwei Gruppen an unterschiedlichen Orten versammelt, beide in der Nähe des Hauptbahnhofs. Die eine Gruppe bestand aus Menschen, die unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppierungen und Parteien angehören, etwa "Omas gegen Rechts", "Fridays for Future", den Grünen oder dem DGB. Die andere Gruppe stellte die Antifa, also die Bewegung, die sich "Antifaschistische Aktion" nennt. Beide Gruppen hatten je rund 200 Demonstrierende aktiviert.
Jetzt ohne Anlass - aber mit guten Gründen!
Unter dem Motto "Wir sind bunt! Wir sind Tübingen!" demonstrierte das "Bündnis für Demokratie und Menschenrechte" für die Demokratie und wollte die Vielfalt der Gesellschaft feiern. Auch wenn die AfD-Veranstaltung abgesagt sei, betonten sie, wollten sie ein Zeichen setzen "gegen rechte Parolen, die Hass und Ausgrenzung propagieren".
Verbot der AfD gefordert
Beide Gruppen vertraten die Auffassung, dass die AfD sofort verboten werden sollte. Auch Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer wurde von beiden Gruppen kritisiert. Er ist auf einen Deal mit der AfD eingegangen: Wenn sie auf ihre Kundgebung in Tübingen verzichten, würde er auf einem Podium mit AfD-Politikern diskutieren. Diese Diskussionsrunde ist für September geplant.
Viele Demonstrierende halten das für falsch. Palmer mische sich damit in die Auseinandersetzung zwischen demokratischer Zivilgesellschaft und AfD ein. Palmer ist überzeugt, mit dem Deal Schaden von der Stadt abgewendet zu haben. Niemand in Deutschland müsse seine Haltung zur AfD ändern, nur weil er mit der Partei eine Abendveranstaltung mache. Zum Abschluss der Demos zogen die rund 400 Protestierenden lautstark durch die Tübinger Innenstadt.