Trotz abgesagter Kundgebung

Demos gegen die AfD in Tübingen

Ursprünglich waren tausende Gegendemonstranten angekündigt, dann hat die AfD ihre Kundgebung abgesagt. Nach einem Deal mit OB Palmer. 400 Menschen haben trotzdem demonstriert.

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Von Autor/in Roland Altenburger

In Tübingen haben am Samstagvormittag rund 400 Menschen gegen die AfD demonstriert. Dabei haben sich zwei Gruppen an unterschiedlichen Orten versammelt, beide in der Nähe des Hauptbahnhofs. Die eine Gruppe bestand aus Menschen, die unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppierungen und Parteien angehören, etwa "Omas gegen Rechts", "Fridays for Future", den Grünen oder dem DGB. Die andere Gruppe stellte die Antifa, also die Bewegung, die sich "Antifaschistische Aktion" nennt. Beide Gruppen hatten je rund 200 Demonstrierende aktiviert.

Hinter einem Banner der "Omas gegen Rechts Steinlachtal" erkennt man ein Transparent mit Margot Friedländer: "Schaut nicht auf das, was euch trennt, schaut auf das, was euch verbindet"
Die Omas gegen Rechts haben demonstriert, obwohl die AfD ihre Kundgebung abgesagt hatte. Auch andere Gruppen beteiligten sich an der Demonstration. Roland Altenburger

Jetzt ohne Anlass - aber mit guten Gründen!

Unter dem Motto "Wir sind bunt! Wir sind Tübingen!" demonstrierte das "Bündnis für Demokratie und Menschenrechte" für die Demokratie und wollte die Vielfalt der Gesellschaft feiern. Auch wenn die AfD-Veranstaltung abgesagt sei, betonten sie, wollten sie ein Zeichen setzen "gegen rechte Parolen, die Hass und Ausgrenzung propagieren".

Aus erhöhter Perspektive ein Blick auf einen Protestzüge gegen die AfD in die Tübinger Innenstadt. Ursprünglich waren viel mehr Menschen angekündigt, aber die AfD-Kundgebung, gegen die sie demonstrieren wollten, war abgesagt worden.
Beide Gruppen hatten sich in der Nähe des Tübinger Hauptbahnhofs gesammelt, um dann lautstark in die Innenstadt zu ziehen. Angeführt wurde dieser Demonstrationszug von der Antifa. Roland Altenburger

Verbot der AfD gefordert

Beide Gruppen vertraten die Auffassung, dass die AfD sofort verboten werden sollte. Auch Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer wurde von beiden Gruppen kritisiert. Er ist auf einen Deal mit der AfD eingegangen: Wenn sie auf ihre Kundgebung in Tübingen verzichten, würde er auf einem Podium mit AfD-Politikern diskutieren. Diese Diskussionsrunde ist für September geplant.

Vor dem Epple-Haus in Tübingen, das vor allem wegen seiner Graffity-Bemalung auffällt, haben sich rund 200 Menschen versammelt, um gegen die AfD zu demonstrieren.
Die Demo verlief friedlich: Eine bunte Menschenmenge vor dem Epple-Haus in Tübingen. Roland Altenburger

Viele Demonstrierende halten das für falsch. Palmer mische sich damit in die Auseinandersetzung zwischen demokratischer Zivilgesellschaft und AfD ein. Palmer ist überzeugt, mit dem Deal Schaden von der Stadt abgewendet zu haben. Niemand in Deutschland müsse seine Haltung zur AfD ändern, nur weil er mit der Partei eine Abendveranstaltung mache. Zum Abschluss der Demos zogen die rund 400 Protestierenden lautstark durch die Tübinger Innenstadt.

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