Sechs Windräder sollen künftig bei Münsingen-Magolsheim (Kreis Reutlingen) saubere Energie liefern. Am Mittwoch ist der Windpark eröffnet woden. Dabei freute Münsingens Bürgermeister Mike Münzing (SPD) vor allem eines: Die Menschen stehen voll hinter dem Projekt - und sie haben was davon. Die Energiewende sorge dafür, dass die Menschen vor Ort profitieren und nicht Putin, unterstreicht Münzing.
Magolsheim profitiert von Windkraft
Projekte mit erneuerbaren Energien zu fördern - das ist Münsingen wichtig. Wir müssen den Klimawandel in den Griff kriegen, betonte Mike Münzing. Als der Windpark in Münsingen-Magolsheim geplant wurde, hat sich die Gemeinde gut überlegt, mit wem sie das Projekt macht und wie.
Die Energiewende schafft die Möglichkeit, die Bewohner des ländlichen Raums zu Profiteuren zu machen - mit dem richtigen Partner. Das haben sie bei Öl und Gas nicht. Dann ist das Geld bei Putin und Co.
Regionaler Windkraft-Partner aus Reutlingen
Mit dem Partner und Betreiber Schöller SI aus Reutlingen wurden Details ausgehandelt, die den Menschen vor Ort zugute kommen.
Unser Ziel ist es, dass wir die Wertschöpfung so gut wie möglich in der Region halten.
Alle Magolsheimer Stromkunden bekommen laut Münzing jedes Jahr 250 Euro vom Betreiber - und zwar unabhängig davon, wo sie ihren Strom beziehen. Der Betrag entspreche in etwa den Stromkosten, die eine vierköpfige Familie im Monat habe. Außerdem gibt es verschiedene Möglichkeiten, sich am Windpark zu beteiligen.
Besonderes Pacht-Modell für den Windpark
Für den 200 Hektar großen Windpark in Münsingen-Magolsheim haben 35 Grundstücksbesitzer Flächen zur Verfügung gestellt. Das Besondere ist nach Angaben von Johannes Wild von Schöller SI: Auch hier profitieren alle - nicht nur diejenigen, auf deren Grundstücken die sechs Windräder jetzt stehen.
Ein Teil der Pacht wird an alle ausgeschüttet, die Flächen zur Verfügung gestellt haben. Diejenigen, auf deren Gelände dann tatsächlich ein Windrad steht, bekommen etwas oben drauf, weil sie einen Teil ihrer Wiesen oder Äcker dann ja tatsächlich nicht nutzen können.
Umweltministerin eröffnet Windpark in Münsingen-Magolsheim
Am Mittwoch hat Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) den Windpark in Münsingen-Magolsheim eröffnet. Er soll 80.000 Megawattstunden Strom pro Jahr erzeugen - genug für 46.000 Menschen. Das prognostiziert die Schöller SI. Sechs Windräder stehen. Zwei weitere seien bereits in Planung, so Johannes Wild. Der Strom, der im Windpark erzeugt wird, wird über eine sechs Kilometer lange Kabeltrasse nach Heroldstatt (Alb-Donau-Kreis) transportiert und dort ins Netz eingespeist.
Windkraft? Ja bitte! Ausbau in Planung
Wenn man von etwas weiter auf den Windpark in Magolsheim blickt, drehen sich dort im Moment elf Windräder - denn gleich nebenan, in Schelklingen-Ingstetten (Alb-Donau-Kreis) stehen ebenfalls Anlagen. In naher Zukunft sollen in beiden Parks insgesamt 14 Windkraftanlagen stehen. Die Planungen dazu laufen bereits.