Stadt: Mehrere Sprayer wurden bereits verhaftet

Palmer gegen Graffiti-Szene in Tübingen: Wieder Ärger mit Schmierereien

Erst stand "Angst" auf den Bäumen, nun sind einzelne Buchstaben zu lesen. OB Palmer ruft dazu auf, Hinweise auf Täter bei der Polizei zu melden - und setzt eine Belohnung aus.

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Von Autor/in Judith Hüwelmeier

Erneut gibt es Graffiti-Schriftzüge in der Innenstadt von Tübingen. Auf der Platanenallee auf der Tübinger Neckarinsel sind wieder Bäume besprüht worden. Auch an der Stiftskirche, dem Rathaus und der Neuen Aula der Universität finden sich nach Angaben der Stadt Graffitis von Sprayern.

5.000 Euro Belohnung für Hinweise auf Graffiti-Sprayer

Oberbürgermeister Boris Palmer (parteilos) hat die Bevölkerung aufgefordert, solche Straftaten der Polizei zu melden. Wer einen Täter auf frischer Tat beobachte, solle die Notrufnummer 110 wählen, so Palmer. Auf diesem Weg seien in diesem Jahr bereits mehrere Sprayer verhaftet worden, schreibt die Stadt Tübingen. Für Hinweise, die zu einer Verurteilung führen, sind zudem 5.000 Euro Belohnung ausgesetzt.

"FCK EMF" als Graffiti auf Bäumen der Platanenallee in Tübingen: OB Palmer hofft auf Hilfe aus der Bevölkerung, damit Sprayer angezeigt werden.
Zuletzt stand das Wort "Angst" auf den Platanen. Jetzt ist "FCK EMF" auf den Bäumen der Tübinger Neckarinsel zu lesen.

Offenbar ist diesen Leuten nichts mehr heilig.

OB Palmer: Kampf gegen Graffiti-Szene in Tübingen

Wer allgemeine Hinweise hat, soll sich laut Stadt auf dem Polizeirevier Tübingen melden. "Es ist die einzige Chance, diese Angriffe abzuwehren. Offenbar ist diesen Leuten nichts mehr heilig", sagt OB Palmer: "Es braucht eine entschlossene Reaktion der Stadtgesellschaft - jedes Verständnis ist hier fehl am Platz."

Uni-Gebäude "Neue Aula" in Tübingen mit Graffiti-Schriftzügen
Auch das Uni-Gebäude "Neue Aula" in Tübingen wurde von Graffiti-Sprayern besprüht.

Palmer kämpft schon seit längerem gegen Graffitis in der Innenstadt. Für ihn sind die Schriftzüge eher stumpfe Schikane als ernstzunehmende Kritik. Er will, dass die Sprayer Respekt vor dem Denkmalschutz zeigen. Immer wieder postet er auf seinen Social Media-Kanälen dazu. Er schrieb zum Beispiel in einem Posting "AGAB (All Grafitteers are Bastards)" - eine Abwandlung des oft gesprühten "ACAB (All Cops are Bastards)".

Die Sprayer-Szene scheint das bisher wenig zu beeindrucken. Ganz im Gegenteil: Das "AGAB"-Posting treibe die Szene an, heißt es aus Sprayer-Kreisen. Die Bemalungen spiegelten die Stimmung in der Stadt wider.

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Judith Hüwelmeier