"Mama Reinecke" und ihre Kinder

Fuchswelpen finden neue Ziehmutter in Haigerloch

Die Tierschützerin Katharina Reinecke aus Haigerloch hat an Ostern vier neue Familienmitglieder bekommen: die Fuchswelpen Joe, Fred, Lasse, und Ron.

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Stand

Von Autor/in Lea Pflüger

Seit Ostern hat Tierschützerin Katharina Reinecke aus Haigerloch im Zollernalbkreis neue Mitbewohner: die verwaisten Fuchswelpen Joe, Fred, Lasse, und Ron. Sie hat die vier mit der Flasche aufgezogen. In einigen Wochen sollen die kleinen Füchse dann ausgewildert werden.

Behutsam stellt Katharina Reinecke drei kleine Schälchen mit Hundefutter auf den Boden. Aber aus dem Gehege tapsen keine Hunde – sondern vier Fuchsbabys. Etwa acht Wochen alt sind die Kleinen. Geplant war Reineckes Rolle als Fuchsmama, trotz ihres Namens, nicht: die Haigerlocherin nimmt zwar immer wieder verwaiste Tierkinder auf, eigentlich aber nur als Erstaufnahmestelle. In diesem Jahr waren aber alle anderen Fuchsstationen so voll, dass sie die vier Fuchswelpen doch selbst aufgenommen hat. Viel Überzeugungsarbeit mussten die zuckersüßen Welpen dabei aber nicht leisten.

Katharina Reinecke gibt einem Fuchswelpen Milch in einer Flasche
Die ersten Wochen lang hat Katharina Reinecke die vier Fuchswelpen alle zwei Stunden mit der Flasche versorgt – auch in der Nacht. privat

Fuchsbabys mit der Flasche aufgezogen

Über die Osterwoche verteilt kamen die Findlingskinder bei ihr an. Am Anfang passten die Kleinen noch in eine Hand, und nach einem Fuchs sahen sie da noch nicht wirklich aus. Eher wie ein kleiner Hund oder ein Bärchen, sagt Reinecke. Mit Hunde-Aufzucht-Milch hat sie die vier Fuchswelpen dann aufgepäppelt. Sie dürfen nun in einem umgebauten Hühnerkäfig den ganzen Tag lang toben, spielen, und schmusen. Und viel Quatsch anstellen.

Katharina Reinecke krault einen Fuchswelpen. Die Tierschützerin hat die vier Fuchsbabys mitder Flasche aufgezogen.
Fuchskind Lasse bekommt bei seiner Ziehmama in Haigerloch (Zollernalbkreis) viele kleine Streicheleinheiten. Lea Pflüger

Mit dem Verein rettet Katharina Reinecke alle möglichen Tiere

Auch sonst ist bei Katharina Reinecke ganz schön was los. In einer Voliere im Garten rascheln kleine Eichhörnchen, im Brutkasten schreit ein Babyspatz nach Nahrung, zwei Hunde und ein Kater schnuppern neugierig an den Stäben des Fuchskäfigs. 2021 hat Katharina Reinecke mit Petra Stehle den Verein Lebenswert e.V. gegründet. Seitdem kümmern sich die beiden mit 25 anderen Mitgliedern um alle möglichen Tiere in Not, von Schafen bis Waschbären.

 

Katharine Reinecke füttert Spatz
Auch Spatzenkind Katy bekommt von Katharina Reinecke viel Aufmerksamkeit - alle 20 Minuten muss sie gefüttert werden.

Vor allem im Frühjahr klingelt bei Katharina Reinecke oft mehrmals am Tag das Telefon, weil Wanderer verwaiste Tiere finden. Das ist viel Arbeit und dafür benötigt sie ein breites Wissen. "Am Anfang war ich total verloren", gibt die Tierschützerin zu. Inzwischen wisse sie aber meistens, was zu tun ist. Und das sei, zumindest bei Säugetieren, oft sehr ähnlich.

"Egal, ob es jetzt ein Wildschwein ist, oder ein Fuchs, oder auch eine kleine Maus, irgendwo haben sie alle die gleichen Bedürfnisse: Liebe, Nähe, Wärme und etwas zu Essen."

Fuchsbabys werden im Sommer ausgewildert

Hauptberuflich ist Katharina Reinecke Ballettlehrerin. Im Haus hat sie ein eigenes Studio. Dort dürfen ihre Findlinge auch oft mit. Das sei total schön, weil die Kinder so viel über Tiere lernen, zu denen sie sonst keinen Kontakt hätten, erzählt Reinecke. Von Woche zu Woche können die Kinder so zusammen mit den Tieren wachsen.

Auch die Füchse sind bei Katharina Reinecke schon zu echten Rotfüchsen geworden. In einigen Wochen dürfen sie dann in die Auswilderungsvoliere. Denn obwohl die Streicheleinheiten am Anfang wichtig sind, sind die Fuchswelpen keine Haustiere. In der Voliere werden sie artgerecht ausgewildert. Danach sie sich dann in die große, weite Welt aufmachen – ganz ohne Ersatzmama.

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Katharina Reinecke - Ballettschule und Tierrettung unter einem Dach

Ein Verein aus Haigerloch im Zollernalbkreis rettet seit 2021 vier Mal im Jahr Hennen aus der Bodenhaltung. Wenn sie zu alt für den Legebetrieb sind oder nicht mehr genug Eier legen, sucht der Verein Menschen, der die Tiere liebevoll aufnimmt. Wegen der niedrigen Temperaturen im Winter brauchen die oft federlosen Tiere "Hühnerpullis" zum Warmhalten.

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Autor/in
Lea Pflüger
Onlinefassung
Anette Hübsch
Anette Hübsch ist Reporterin für Hörfunk, Online und Fernsehen beim SWR im Studio Tübingen.

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