Eine Tierschützerin aus Haigerloch (Zollernalbkreis) hat die zwei Lämmer Johnny und Fred bei sich aufgenommen und mit der Flasche aufgezogen. Die beiden hatten richtig Glück. Denn wenn ein Mutterschaf nicht genügend Milch hat, kann es sein, dass es sein Neugeborenes nicht annimmt und ihm keine Milch gibt. So war das bei den beiden männlichen Lämmern, sogenannten Bocklämmern. Menschliche Unterstützung musste her.
Lämmer Johnny und Fred erobern das Wohnzimmer
Anfangs hat Manuela Lang die beiden Lämmer alle paar Stunden mit der Flasche gefüttert. Sie hat sogar nachts mit ihnen im Wohnzimmer übernachtet. Denn als sie noch kleiner waren, war es draußen zu kalt für sie ohne ein Mutterschaf. Wie Manuela Lang dem SWR berichtet hat, war das gar nicht so einfach mit zwei Schafen im Wohnzimmer.
Sie knabbern alles an, springen hoch aufs Sofa - sie sind halt sehr neugierig. Es ist wie mit kleinen Kindern, denke ich mal.
Tierschutz in Haigerloch ist Teamarbeit
Manuela Lang hatte Tipps von einer befreundeten Tierschützerin aus Haigerloch bekommen. Katharina Reinecke kümmert sich um Tiere in Not. Sie hatte auch schon Schafe, einen Esel oder Eichhörnchen in ihrer Obhut. Außerdem retten sie gemeinsam Legehennen. Die beiden Frauen teilen sich die Arbeit mit Johnny und Fred auf - tagsüber sind die beiden oft bei Katharina Reinecke. Sie hat eine größere Wiese. Als Ersatz-Mama haben die Schafe aber vor allem Manuela anerkannt. Sie geht oft mit ihnen spazieren. Mal laufen die beiden Lämmer voraus, mal hinter ihr und ihrem Mann.
Wenn sie meinen Mann und mich sehen, dann rennen sie auf uns zu. Die wissen schon, wir gehören zusammen.
Doch nicht nur Zwischenstation: in Familie aufgenommen
Alexander Dreher, Tierschützer und Rehkitzretter aus Bad Wurzach (Kreis Ravensburg) hatte die beiden Bocklämmer gerettet und sie auch schon mit in eine Schule genommen. Auch von ihm hat Manuela Lang viele Tipps bekommen. Dreher hatte Fred ursprünglich "Luki" getauft. Seit das helle Merino-Schaf in Haigerloch lebt, heißt es Fred.
Eigentlich sollte Manuela Lang nur eine Zwischenstation sein, doch inzwischen sind ihr die Tiere zu sehr ans Herz gewachsen. "Die bleiben definitiv bei mir. Ich kann sie nicht mehr weggeben", sagt sie. Sie plant weitere Spaziergänge, zu denen sie auch mal Gäste mitnehmen möchte. Außerdem will sie Kindergärten Besuche mit ihren beiden Lämmern abstatten. So sollen auch andere etwas davon haben und ganz nah dran sein an den Tieren.