Ein Knall, Zischen und Gasgeruch - das haben Spaziergänger am Samstag Nachmittag bei Grafenberg (Kreis Reutlingen) wahrgenommen und die Feuerwehr alarmiert. Tatsächlich ist eine unterirdische Leitung geplatzt. Die Ursache ist laut Polizei ein technischer Defekt. Ein Anschlag sei ausgeschlossen.
Die Spaziergänger waren außerhalb eines Wohnviertels in der Nähe von Streuobstwiesen unterwegs, als gegen 15 Uhr einen Knall und unmittelbar danach ein lautes Zischen hörten. Außerdem roch es nach Gas.
Gasaustritt in Grafenberg: Bewohner wurden in Notfallhalle betreut
Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei eilten mit 140 Einsatzkräften und 35 Fahrzeugen herbei und sperrten das Gebiet sofort weiträumig ab. Mehr als 50 Anwohner mussten ihre Häuser vorsorglich verlassen und wurden in einer Sporthalle in Grafenberg betreut. "Das Krisenmanagement hat da hervorragend geklappt", sagte Grafenbergs Bürgermeister Volker Brodbeck dem SWR. Die Halle sei ein offizieller Notfalltreffpunkt. Schon öfter sei für einen Katastrophenfall geübt worden, so Brodbeck. "Jetzt hatten wir zum ersten mal einen Ernstfall."
Betreiberfirma Terranets konnte Gasversorgung aufrecht erhalten
Nach Angaben der Polizei war eine Ferngasleitung, die zirka drei bis fünf Meter unter der Erde liegt, gebrochen und Gas war ausgeströmt. Bürgermeister Brodbeck hat sich den Schaden selber angeschaut und spricht von einem Riss im Rohr. Mitarbeiter der Betreiberfirma "Terranets BW" konnten die Leitung abdichten. Zuvor hatten sie laut Gemeinde dafür gesorgt, dass die Gasversorgung weiter funktioniert.