Der Werkzeughersteller Gühring plant, viele Stellen abzubauen. Rund 300 Arbeitsplätze sollen ab Mitte des Jahres am Hauptsitz in Albstadt (Zollernalbkreis) und im Werk in Sigmaringen-Laiz gestrichen werden. Laut einer Sprecherin betrifft der Abbau rund 10 bis 15 Prozent der dortigen Belegschaft. Wie viele Menschen in Albstadt und Laiz insgesamt arbeiten, wolle sie nicht in absoluten Zahlen nennen, hat sie dem SWR gesagt. Zuerst hatte die "Schwäbische Zeitung" über den geplanten Stellenabbau berichtet.
Gründe für Stellenabbau: Industrie unter "erheblichem Druck"
Für den Stellenabbau gibt die Firma in einer Mitteilung mehrere Gründe an. Neben "schwierigen Marktbedingungen" und "internationalem Wettbewerbsdruck" berichtet das Unternehmen auch davon, dass mehrere Bereiche im Betrieb nicht ausgelastet seien und beruft sich dabei auf Ergebnisse einer "strukturellen Analyse mehrerer Unternehmensbereiche". Die Industrie stehe aktuell unter erheblichen Druck, heißt es im Statement weiter. So sei die Nachfrage aus Teilen der Automobilindustrie deutlich zurückgegangen. Globale Handelsbarrieren nehmen dagegen zu, Kosten für Rohstoffe steigen an.
Weiterer Grund: Umstieg auf Elektromobilität
Auch der Umstieg auf Elektromobilität bringe drastische Veränderungen, schreibt das Unternehmen. Die Herstellung von E-Autos benötige weniger Zerspanungstechnik - ein Verfahren, bei dem Material wie Metall durch Schneiden, Bohren oder Fräsen in die gewünschte Form gebracht wird. Da Elektromotoren weniger komplexe Bauteile als Verbrennungsmotoren haben, sinkt die Nachfrage nach diesen Technologien, die zu den Kerngeschäften von Gühring gehören.
Gühring: Führender Werkzeughersteller aus Albstadt
Die Firma Gühring stellt Werkzeuge zur Metallverarbeitung her und beliefert viele Industrieunternehmen - neben der Autobranche etwa auch Maschinenbau- oder Luftfahrtunternehmen. Sie hat weltweit über 70 Standorte und rund 7.000 Mitarbeitende. Rund die Hälfte davon arbeiten in Deutschland. Am Stammsitz in Albstadt betreibt Gühring drei Standorte: zwei im Stadtteil Ebingen und einen in Onstmettingen.