Das gibt es bundesweit nur in Baden-Württemberg, sagen die Beteiligten: Landes- und Kreismedienzentren, fischertechnik aus Waldachtal (Kreis Freudenstadt) und Schulen. Die Medienzentren vermitteln fischertechnik-Sets an Schulen im ganzen Land. Außerdem betreuen sie die Lehrkräfte und die Jugendlichen. Es geht darum, dass die Roboter regelmäßig zusammengebaut und programmiert werden können.
An der Realschule Horb am Neckar kommen sie beispielsweise immer mittwochs zum Einsatz, im sogenannten "Makerspace", dem Werkraum, in dem sich eine Technik-AG trifft. Über ein halbes Dutzend zwölf- bis dreizehnjährige Jungen beugt sich über stabile Plastikkästen, in denen Bauteile sortiert sind. Zwei fünfzehnjährige Mädchen sind als Mentorinnen dabei, um die Jungs zu unterstützen. Sie bauen aber auch selbst konzentriert an einem Roboter.
Wie denkt eine Maschine?
Für Ann-Christin Walker von fischertechnik in Waldachtal geht es hier nicht nur darum, technische Fertigkeiten zu lernen. Sie spricht nicht von Roboter-Bastelsets für Schulen, sondern von "ComThink-Klassensätzen". Indem Jugendliche Roboter nicht nur zusammenbauen, sondern auch programmieren, sollen sie auch lernen, wie Computer denken.
Das kann ihnen später nicht nur helfen, kritisch mit Künstlicher Intelligenz umzugehen. Denn wer weiß, wie sie funktioniert, glaubt ihr nicht alles. Es soll auch dazu beitragen, dass sie lernen, Probleme erfolgreicher zu lösen.
Realschüler lernen, wie Computer denken
Wer Konzepte der Informatik nutzt, meint Ann-Christin Walker, also Probleme in ihre Einzelteile zerlegt, Muster in diesen Teilen erkennt und dann Wichtiges von Unwichtigem trennt, der kann auch für sich Formeln entwickeln, mit denen er Probleme Schritt für Schritt löst.
Für die Jugendlichen an der Realschule Horb geht es aber erstmal nur darum, dass die Roboter machen, was sie machen sollen. Der Siebtklässler Leam hat mit seinem Team-Kollegen schon erreicht, dass ihr Roboter geradeaus fährt und Kurven. Aber im Kreis fahren will das Ding noch nicht.
"Es ist sehr viel Arbeit", sagt der Schüler. Nun muss er noch einmal die Programmierung Schritt für Schritt kontrollieren, Zeile für Zeile. Irgendwo könnte ein winziger Fehler stecken. Aber der 12-Jährige verliert die Geduld nicht. Er weiß: Wenn es dann klappt, ist die Freude umso größer, je schwieriger es vorher war.
Auch das ist ein gewünschter Lerneffekt mit den Klassensätzen von der Waldachtaler Unternehmensgruppe fischer. Michael Funk vom Kreismedienzentrum Freudenstadt hält ihn für besonders wichtig: Man lernt, mit Frustrationen umzugehen. Man entwickelt Strategien, mit denen man den Roboter nicht wütend beiseite schiebt, sondern geduldig zum gewünschten Funktionieren bringt. Und diese Strategien kann man im Leben immer brauchen.
Schulen können sich noch bewerben
Die Realschule in Horb ist eine von derzeit 200 Schulen im Land, in denen AGs mit den KI-fähigen Sets von fischertechnik arbeiten. Über 400 dürfen insgesamt mitmachen, bewerben können sich Schulen noch bis Ende Januar 2026 - alles, was sie selbst mitbringen müssen, sind engagierte Lehrkräfte, sagt Michael Funk vom Kreismedienzentrum Freudenstadt.