Der baden-württembergische CDU-Landesvorsitzende Manuel Hagel wird derzeit aus den eigenen Reihen kritisiert. Bastian Atzger, Chef der CDU-Mittelstandsvereinigung wirft Hagel einen schlecht geplanten und ungeschickt ausgeführten Wahlkampf vor. Rottenburgs Oberbürgermeister Stephan Neher differenziert. Er findet einerseits, dass Hagel als junger Politiker genau der richtige Kandidat für die Landtagswahl war.
Hagel sei ein Zukunftspolitiker. Es sei richtig, auf junge, neue Kräfte zu setzen. Zu denen zähle Manuel Hagel mit seinen 38 Jahren. Der Tübinger Regierungspräsident Klaus Tappeser (CDU) sieht das ähnlich. Er selber sei mit 37 Jahren Oberbürgermeister in Rottenburg geworden. Da hätten auch einige die Nase gerümpft, so Tappeser. Alle würden jung anfangen und hätten Potential, sich zu verbessern.
Unglückliche Reaktion auf "Rehaugen-Video"
Stephan Neher bezeichnet allerdings Hagels Reaktion auf das "Rehaugen-Video" als unglücklich. Da wäre eine bessere Strategie erfolgsversprechender gewesen. Das Video und seine anfängliche Reaktion darauf hätten stark dazu beigetragen, dass der Wahlkampf noch mehr in zwei Lager gespalten wurde.
Neher hat aber auch Verständnis für den jungen Kollegen und meint selbstkritisch: "Ich selber bin ein Politiker, der auch manchmal gerne schnell etwas von sich gibt. Und dann vielleicht zu wenig überlegt." Manuel Hagel habe versucht, auf eine lustige Art zu reagieren Dass es falsch war, sei unbestritten und das habe Hagel auch selber zugegeben, so der Rottenburger Oberbürgermeister.
OB Neher: Eine bessere Vorbereitung hätte Hagel geholfen
"Wenn das noch deutlicher und klarer von Anfang an kommuniziert worden wäre, dann wäre es vielleicht gar nicht so zu dieser Polarisierung und zu dieser Überhöhung dieses Videos gekommen", führt Neher aus. Was hätte er besser machen sollen? Hagel hätte seinen Fehler sofort eingesteht müssen. Durch eine bessere Vorbereitung auf das Interview wäre das so nicht passiert.