Landtagswahl BW 2026

Neckar-Alb und Nordschwarzwald bleiben schwarz - SPD am Boden

Äußerst knapp hat sich Cem Özdemir (Grüne) gegen Manuel Hagel (CDU) durchgesetzt. Ergebnisse und Reaktionen aus den Kreisen Reutlingen, Tübingen, Tuttlingen, Freudenstadt, Calw, Zollernalb.

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Stand

Von Autor/in Stefanie Assenheimer

Baden-Württemberg wird nach dem vorläufigem Endergebnis künftig wieder von einem grünen Ministerpräsidenten regiert werden. Die Grünen gewinnen mit 30,2 Prozent knapp vor der CDU (29,7 Prozent). Die Region hat konservativ rechts gewählt.

So wurde in den einzelnen Wahlkreisen gewählt:

Hier konnte die CDU das Direktmandat holen: Sigmaringen (Ilona Boos), Reutlingen (Maximilian Menton), Balingen (Nicole Hoffmeister-Kraut), Hechingen-Münsingen (Manuel Hailfinger), Tuttlingen-Donaueschingen (Guido Wolf), Rottweil (Stefan Teufel), Villingen-Schwenningen (Andreas Braun), Freudenstadt (Katrin Schindele) und Calw (Carl Christian Hirsch). In vielen dieser Wahlkreise konnte die AfD ihr Ergebnis verdoppeln oder nahezu verdoppeln. Im Wahlkreis Tübingen haben sich traditionell die Grünen (Daniel Lede Abal) das Direktmandat gesichert.

Holmberg: Grünen-Erfolg strahlt deutschlandweit

Cindy Holmberg von den Grünen hatte bisher das Direktmandat für den Wahlkreis Hechingen-Münsingen inne, doch das ist verloren – an ihren Konkurrenten von der CDU. Sie geht aber davon aus, dass sie über die Landesliste wieder im Landtag vertreten sein wird, sagte sie bei der Grünen-Wahlparty in Reutlingen. Ihre Partei habe in den letzten Wochen auch Nichtwähler motivieren können, und Özdemirs Strategie sei aufgegangen. In Baden-Württemberg seien die Grünen pragmatischer als anderswo, so Holmberg, deshalb strahle dieses Ergebnis nun bundesweit.

Landtagswahl 2026. Wahlparty bei Bündnis90Die Grünen in Reutlingen
Wahlparty der Grünen mit Cindy Holmberg (Grünen). Sie hat das Direktmandat für den Wahlkreis Hechingen-Münsingen dieses Mal nicht errungen.

FDP ist raus, doch Schuster bleibt positiv

Die FDP wird nicht mehr in den baden-württembergischen Landtag einziehen. Das liege unter anderem am Zweikampf Hagel-Özdemir, der allen kleineren Parteien geschadet habe, sagt Irene Schuster, FDP-Direktkandidatin im Wahlkreis Tübingen. Sie gab sich am Wahlabend dennoch positiv: "Ich bin Lehrerin aus Leidenschaft und Kommunalpolitikerin aus Überzeugung." In fünf Jahren wolle sie ihren Hut erneut in den Ring werfen. Auf der FDP-Wahlparty war die Stimmung gedrückt: Die Vernunft in der Politik scheint keinen Aufwind zu haben und jetzt schauen wir mal, was passiert, sagte ein Parteikollege Schusters dem SWR.

CDU-Direktkandidat Guido Wolf bedauert Ergebnis

Landtagsabgeordneter Guido Wolf, der wieder für die CDU im Wahlkreis Tuttlingen-Donaueschingen kandidiert hat, bedauert das knappe Ergebnis für seine Partei. Er meint, dass sich der Wahlkampf mehr und mehr zu einem Zweikampf Özdemir-Hagel entwickelt habe. Deshalb hätten SPD, FDP und Linke so schlecht abgeschnitten. Immerhin, so Wolf, habe die CDU über fünf Prozent dazugewonnen.

Guido Wolf, CDU, bei der Wahlparty 2026 in Wurmllingen (Kreis Tuttlingen)
Landtagsabgeordneter Guido Wolf, CDU, bei der Wahlparty 2026 in Wurmllingen (Kreis Tuttlingen)

Tübinger SPD-Kandidatin erschüttert

Die zentrale Wahlparty der SPD in Stuttgart war alles andere als ein Fest, der Saal hat sich schnell geleert. Die Tübinger Abgeordnete und Kandidatin Dorothea Kliche-Behnke ist erschüttert. "Es ist die Halbierung unseres Wahlergebnisses, das historisch schlechteste Ergebnis für die SPD in Baden-Württemberg und wahrscheinlich auch Gesamtdeutschland."

AfD in Gosheim (TUT) hatte mehr erwartet

Die AfD im Wahlkreis Tuttlingen-Donaueschingen um den Direktkandidaten Kay Rittweg hat sich in Gosheim (Kreis Tuttlingen) zur Wahlparty getroffen. Schon die erste Prognose wurde mit Spannung am Fernseher erwartet. Für die AfD hatten sich die Anhänger deutlich mehr erhofft - zwischen 20 bis 30 Prozent, sagten sie einer SWR Reporterin vor Ort. Auf den Erfolg der Grünen reagierten einige mit Empörung. Emil Sänze (AfD, Co-Landesvorsitzender) aus dem Wahlkreis Rottweil sieht im Ergebnis eine Möglichkeit für ein Ende der Brandmauer. Ein konservatives Bündnis sei jetzt möglich.

Die Linke Tübingen ist enttäuscht

Die Direktkandidatin Katharin Poppei (Die Linke) spricht zu Parteimitgliedern. Die Linke schafft es nicht in den Landtag.
Katharina Poppei, Direktkandidatin im Wahlkreis Tübingen für Die Linke, ist enttäuscht. Die Partei kommt nicht über die Fünf-Prozent-Hürde.

Die Stimmung bei den Linken in Tübingen war gedrückt. Sie hatten gehofft, das erste Mal in den Landtag von Baden-Württemberg einzuziehen. Es sei einer der besten Wahlkämpfe in Tübingen gewesen, die es je gab, sagte Kreisvorsitzender Ralf Jaster dem SWR. Die Helferinnen und Helfer hätten 3.200 Haustüren abgeklappert, doppelt so viele wie bei der Bundestagswahl. Ohne Erfolg.

Baden-Württemberg

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Zur Sache Extra - Der Wahlsieger im Gespräch SWR BW

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Stefanie Assenheimer
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