Über 250 Jahre alte Maori-Skulptur reist nach Hause nach Neuseeland

"Es ist wie Magie" - warum eine Ahnentafel den Maori so viel bedeutet

Eine geschnitzte Holztafel zeigt eine Figur mit großem Mund und herausgestreckter Zunge. Dass die Darstellung seiner Vorfahrin Hinematioro heimkehrt, rührt Victor Walker zutiefst.

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Von Autor/in Ulrike Mix

Die Universität Tübingen hat eine kunstvoll geschnitzte Ahnentafel an eine Maori-Gruppe in Neuseeland zurückgegeben. In einer Zeremonie auf Schloss Hohentübingen hat eine Delegation der Maori das Bildnis ihrer Urahnin Hinematioro gesegnet und mit Gesang auf die Heimreise vorbereitet. Für den Sprecher der Delegation, Victor Walker, ein Moment, der ihn zu Tränen gerührt hat.

Eine einen Meter hohe Holztafel mit kunstvollen Schnitzereien zeigt eine Figur mit großem Mund und herausgestreckter Zunge.
Das Pou der Hinematioro ist ein über 250 Jahre altes Ahnenbild aus Neuseeland. Es zeigt die charismatische Führerin Hanematioro, die zu Zeiten des Seefahrers und Entdeckers James Cook gelebt hat. Universität Tübingen

Verbindung zur eigenen Vergangenheit

Die einen Meter hohe Holztafel ist für die Maori ein heiliger Gegenstand. Sie sei eine Verbindung zu den Ahnen, zur eigenen Kultur, zur eigenen Vergangenheit, erklärt Victor Walker. Dass "Te Pou o Hinematioro", also die Ahnentafel der Hinematioro, nach über 250 Jahren heimkehrt, ist für ihn fast ein Wunder.

Es ist wie Magie. Hinematioro ist uns sehr heilig, weil sie vor 256 Jahren an unseren Stränden gelebt hat. Dieses Pou ist der älteste Schatz, den unsere Leute haben.

James Cook brachte die Ahnentafel mit

Hinematioro war eine charismatische Führerin der Maori, so die Universität Tübingen. 1771 brachte der britische Seefahrer und Entdecker James Cook ihr Pou von seinen Südseereisen mit nach Londen. Wie es in seine Hände gelangt ist, ist nach Angaben der Universität nicht klar. Über Umwege kam die Ahnentafel 1937 in die Ethnologische Sammlung nach Tübingen.

Zwei Mitglieder der Maori-Delegation stehen lächelnd im Tübinger Schlosshof. Sie freuen sich über die Heimreise des Ahnenbildes.
Eine Delegation der Maori hat in Tübingen eine wertvolle Ahnentafel entgegengenommen. Im Bild rechts mit hellem Jackett: der Sprecher der Delegation, Victor Walker.

Der lange Heimweg der Maori-Ahnentafel

In den 1990er Jahren erforschte ein Uni-Mitarbeiter die Geschichte des Pou und nahm Kontakt nach Neuseeland auf. 2008 kam zum ersten Mal eine Maori-Delegation, um dem Ahnenbild ihre Reverenz zu erweisen. 2024 forderte die neuseeländische Regierung formal dazu auf, das Kunstwerk zurückzugeben.

Nach langwierigen und teils sehr bürokratischen Verhandlungen kehre der Schatz nun endlich heim, freut sich der Leiter des Tübinger Unimuseums, Ernst Seidl. Für die dortige Gemeinschaft habe es eine viel größere Bedeutung als für uns.

Heimreise des Maori-Schatzes am Montag

Am Montagabend soll das wertvolle Pou der Hinematioro den Flug nach Neuseeland antreten - in einer Klimakiste und mit persönlichem Begleitschutz. Zuhause soll die Ahnentafel zunächst in einem heiligen Haus der Maori ausgestellt werden. Danach kommt sie in ein Museum.

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Ulrike Mix
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