Am 12. Mai ist Tag der Pflege und es gibt eine gute Nachricht: Immer mehr Menschen entscheiden sich für eine Ausbildung zur Pflegekraft. Laut Statistischem Bundesamt haben 2025 über 64.000 einen neuen Ausbildungsvertrag zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum -fachmann abgeschlossen. Das sind acht Prozent mehr als im Vorjahr. Ein Trend, der sich auch in Baden-Württemberg zeigt. Auffallend: Viele von ihnen kommen aus dem Ausland.
Eine von ihnen ist Ni Ni Htwe. Sie arbeitet im Haus "Blumenküche" in Mössingen (Kreis Tübingen). Es gehört zur BeneVit-Gruppe. Seit acht Monaten macht sie mit fünf weiteren Frauen aus Myanmar dort ihre Ausbildung zur Pflegerin. "Bei uns herrscht ein Bürgerkrieg", zudem habe sie eine Ausbildung machen wollen. Das seien die Gründe für ihren Weg nach Deutschland gewesen.
Dolmetscherin aus Myanmar wird Pflegerin in Mössingen
In der Berufsschule in Hechingen (Zollernalbkreis) geht sie in eine Klasse mit anderen ausländischen Azubis von BeneVit. In Myanmar war sie Dolmetscherin, hat aber nur sehr wenig verdient. Deshalb hat sie sich bei einer Agentur beworben, um in Deutschland Pflegerin zu werden. Ni Ni Htwe möchte gerne mit alten Menschen arbeiten und sich um sie kümmern, als wären es ihre eigenen Großeltern, erklärt sie.
Jede vierte Pflegekraft in Baden-Württemberg kommt laut Bundesagentur für Arbeit aus dem Ausland. Mit ihnen steigt zwar die Zahl an Pflegekräften – in den kommenden Jahren wird es aber auch mehr Pflegebedürftige geben. Bis 2040 müssen rund 100.000 Pflegekräfte neu gewonnen werden. Kaspar Pfister weiß als Geschäftsleiter von BeneVit, dass es ausländische Kräfte braucht.
Sehr gute Erfahrungen mit ausländischen Pflegekräften
Der Markt sei leergefegt. Man brauche ausländische Fachkräfte, damit die pflegebedürftigen Menschen versorgt werden könnten. Vor vier Jahren hat BeneVit die ersten ausländischen Kräfte angeheuert. Die seien hoch motiviert, engagiert und unwahrscheinlich lernwillig, so Pfister.
Meine Pflegedienstleitungen haben mir sogar gesagt, noch nie so gute Azubis gehabt zu haben, die so mit Feuereifer dabei sind.
Pfister fordert weniger Bürokratie und dafür mehr Unterstützung bei der Integration von Facharbeitern aus dem Ausland. Man müsse sie in die Kultur und Sprache richtig einführen. Ni Ni Htwe bekommt deshalb als Pflegeschülerin pro Woche vier Stunden Sprachkurs. Trotzdem können Sprache und Kultur auch für sie manchmal eine Herausforderung sein. "Am Anfang fühlte ich mich schwer, weil die Bewohner und Bewohnerinnen sprechen auf Schwäbisch. Als ich hier eingelebt habe. Dann fühle ich mich wohl."
Die Mössinger Heimbewohner sind dankbar, dass es Ni Ni Htwe und die anderen Pflegekräfte aus dem Ausland gibt. Im Haus "Blumenküche" arbeiten Menschen aus 70 verschiedenen Nationen. Und auch in Zukunft wird dort auf ausländische Pflegekräfte gesetzt, um eine gute Pflege für alle zu erhalten.