Am Amtsgericht Reutlingen hat am Mittwoch der Prozess gegen einen 25-jährigen Mann begonnen. Ihm wird vorgeworfen, dass er im Juni 2025 einen vorausfahrenden Bekannten einholen wollte und dadurch viel zu schnell auf der B312 bei Lichtenstein unterwegs war. Bei einem Überholmanöver in einer Kurve ist er dann frontal mit einer 17-jährigen Rollerfahrerin zusammengestoßen. Sie starb noch an der Unfallstelle. Dem damals 24-Jährigen wird verbotenes Kraftfahrzeugrennen mit Todesfolge vorgeworfen.
BW-Innenminister will härtere Strafen Nach Raser-Unfällen: "Lebenslänglich für lebensgefährlich" - Strobl fordert Führerschein-Entzug
Wer wiederholt durch Raserei auffällt, soll seinen Führerschein für immer abgeben müssen, so der BW-Innenminister. Zuletzt waren in Ludwigsburg zwei Frauen getötet worden.
Illegales Autorennen? Mann nach tödlichem Unfall vor Gericht
"Der Unfall begleitet mich morgens, wenn ich aufstehe, und abends, wenn ich schlafen gehe", sagte der Angeklagte. Mehrere Zeugen wurden am ersten Prozesstag gehört. Darunter auch der Beifahrer des Angeklagten. Beide sagten aus, dass sie nicht dicht auf das Auto vor ihnen aufgefahren seien. Eine Zeugin, die am Unfallort geholfen hatte, berichtete, der Angeklagte habe vor Ort gesagt: "Fuck, mein Leben ist zerstört. Mein Auto ist kaputt."
Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft war der junge Mann viel zu schnell und unaufmerksam. Er soll mit 125 Stundenkilometern in einer Kurve überholt haben, ohne auf den Gegenverkehr zu achten. Auf der Strecke sind 100 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit erlaubt. Die Ermittler gehen davon aus, dass er die Gefahr kannte, sie aber billigend in Kauf nahm. Der Angeklagte ist bereits mit mehreren Verkehrsdelikten aufgefallen, so der Vorsitzende Richter Eberhard Hausch. Sein Führerschein wurde schon einmal eingezogen.
Die Eltern der Verstorbenen blieben der Verhandlung fern und forderten über ihren Nebenklagevertreter die höchstmögliche Strafe. Seit dem Tod ihrer Tochter sei ihr Leben "sinnlos und perspektivlos". Ein Urteil wird im März erwartet.