In Rangendingen (Zollernalbkreis) sind mehrere Fälle von Q-Fieber bekannt geworden. Bisher seien vier Fälle der seltenen Krankheit sicher bestätigt, teilte das Landratsamt am Mittwoch mit. Demnach hatten Ende vergangener Woche mehrere Patientinnen und Patienten starke Lungenbeschwerden. Am Freitag informierte eine Arztpraxis in Rangendingen das Gesundheitsamt, noch am selben Tag wurde der erste Fall bestätigt. Bis Mittwoch kamen drei weitere Fälle dazu. Das Veterinäramt prüfe jetzt, ob Tiere in der Gegend infiziert seien, so das Landratsamt.
Seltene Erkrankung
Q-Fieber tritt weltweit auf, mit Ausnahme von Neuseeland und der Antarktis, und wird von Bakterien verursacht (Coxiella burnetii). Das Q-Fieber ist selten, in Deutschland wurden in den letzten 20 Jahren nach Angaben des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin (BNITM) zwischen 50 und 400 Fälle jährlich gemeldet.
Tiere, vor allem Schafe, aber auch Ziegen und Rinder, können die Krankheit haben. Auch Menschen können sich durch den Kontakt mit Tieren oder das Einatmen von Luft und Staub mit den Bakterien anstecken. Die Bakterien können lange in der Umwelt bleiben und mit dem Wind verweht werden. Von Mensch zu Mensch wird Q-Fieber nicht übertragen, Betroffene müssen also nicht in Isolation.
Für Schwangere und Herzkranke gefährlich
Viele Infizierte zeigen keine Symptome, andere bekommen hohes Fieber, Schüttelfrost, Muskel- oder Kopfschmerzen oder eine Lungen- oder Leberentzündung. Herzkranke müssen besonders aufpassen und bei infizierten Schwangeren kann es zu Komplikationen in der Schwangerschaft kommen. Das Landratsamt empfiehlt Schwangeren in Rangendingen daher eine vorsorgliche Blutkontrolle.
Auch nach einer akuten Infektion mit Q-Fieber können Beschwerden auftreten, die bis zu zwei Jahre andauern können. Darunter das sogenannte Post-Q-Fieber-Fatigue-Syndrom mit Erschöpfung, Konzentrationsschwäche oder Muskelschmerzen, wie das Landratsamt mitteilte.
Im Zollernalbkreis gab es zuletzt im Jahr 2019 einen größeren Q-Fieber-Ausbruch. Das Landratsamt vermutet, dass die jüngste Trockenheit das jetzige Ausbruchsgeschehen begünstigt hat.