Polizei setzt Reiterstaffeln ein

Tausende Demonstranten in Reutlingen, Balingen und Karlsruhe erwartet

"Gemeinsam für Deutschland" - so lautet das Motto der angekündigten Proteste am Samstag in Reutlingen, Balingen und Karlsruhe. Antifaschistische Gruppen rufen zu Gegendemos auf.

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Von Autor/in Mia Zundel, Fabiola Germer

Bundesweit demonstrieren am Samstag Gruppen unterschiedlicher politischer Lager. Auch in Reutlingen, Balingen (Zollernalbkreis) und in der Innenstadt von Karlsruhe könnte es voll werden.

Laut Polizei haben sich etwa tausend Menschen aus dem rechten Spektrum unter dem Slogan "Gemeinsam für Deutschland" zur Demonstration in Reutlingen angemeldet. Die Demonstrierenden fordern "flächendeckende Grenzkontrollen", "keine Tauruslieferungen" an die Ukraine und die "Wahrung der Meinungsfreiheit" - so steht es auf einem Flyer, den ein AfD-Mitglied in seinem WhatsApp-Status geteilt hat. Laut baden-württembergischem Innenministerium ist das eine deutschlandweite Veranstaltungsreihe mit Anknüpfungspunkten für "extremistische und nicht-extremistische Akteure". In Balingen rechnet die Polizei mit etwa 450 Demonstranten.

Reutlingen: 1.000 Demonstranten und 5.000 Gegendemonstranten

Antifaschistische Gruppen haben zu Gegendemonstrationen aufgerufen. Das "Bündnis Gemeinsam & Solidarisch gegen Rechts" und das "Offene Treffen gegen Faschismus und Rassismus" haben sich in Reutlingen angekündigt. Sie wollen nach eigenen Angaben "den Nazi-Aufmarsch blockieren". Die Polizei erwartet etwa 5.000 Gegendemonstrierende in Reutlingen. In Balingen organisiert der "Freundeskreis gegen Rechts" eine Gegendemonstration.

Karlsruhe: 3.000 Demonstranten gegen Rechts erwartet

Rund um den Marktplatz, die Kaiserstraße und das Schloss in Karlsruhe sollen den ganzen Nachmittag über Demonstrationen stattfinden. Mehrere hundert Personen haben sich unter dem Motto "Gemeinsam für Deutschland" angemeldet. Rund 3.000 Gegendemonstranten werden zusätzlich erwartet. Um ein Aufeinandertreffen zu verhindern, ist die Polizei in erhöhter Alarmbereitschaft.

Bei vorangegangen Veranstaltungen haben sich auch rechtsextremistische Gruppen beteiligt. Zu Gegendemonstrationen aufgerufen hat das Netzwerk "Karlsruhe gegen Rechts", an dem sich auch Parteien, Gemeinderatsfraktionen und Gewerkschaften beteiligen. Die Polizei sagt, man versuche die Auswirkungen auf den Verkehr in Karlsruhe so gering wie möglich zu halten.

Stadt und Polizei wollen Gruppen getrennt lassen

Eine Sprecherin der Reutlinger Stadtverwaltung sagte dem SWR, dass einige der Gegendemos als Aufzug und einige als Kundgebung an einem Platz angemeldet sind. Man versuche zu verhindern, dass die Teilnehmer der "Gemeinsam für Deutschland"-Demos und die Gegendemonstranten aufeinander treffen. Unter anderem sind laut Polizei Reiterstaffeln vorgesehen.

Die Proteste in Balingen, Reutlingen und Karlsruhe sind Teil bundesweiter Demonstrationen. In allen 16 Bundesländern wird am Samstag unter dem Motto "Gemeinsam für Deutschland" demonstriert.

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