Christian Drosten, Virologe und eine der bekanntesten Stimmen in der Corona-Pandemie, hat die Auszeichnung für die "Rede des Jahres 2025" erhalten. Das Seminar für Allgemeine Rhetorik der Universität Tübingen würdigt damit seine Ansprache "Wissenschaft ist Freiheit und Pflicht", die er im Mai bei einem Festakt des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin gehalten hat.
In seiner Rede sprach Drosten über die Rolle der Wissenschaft in öffentlichen Debatten und betonte die Verantwortung, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Gesellschaft tragen.
Uni Tübingen: Eindringliche Rede von Drosten
Laut der Universität Tübingen ist die Rede ein klares und eindringliches Plädoyer für eine engagierte Wissenschaft. Mit großem Nachdruck verpflichtet er die Wissenschaft, Freiheit und Demokratie nicht für selbstverständlich zu halten und sich als eine "konstante Stimme in der demokratischen Debatte" einzubringen. Besonders wichtig sei das - so Drosten - in einer Zeit, in der politische Akteure und die gesamte Gesellschaft das Bewusstsein für Fakten verloren hätten.
Laut dem Rhetoriker Olaf Kramer von der Universität Tübingen spielte auch die Form der Rede eine Rolle für die Auszeichnung: "Der Stil von Drosten ist sachlich und etwas zurückgenommen aber gerade dadurch wirksam", so Kramer. "Er fügt sich nicht ein in politisches Geschrei sondern er bleibt ruhig und sachlich."
"Rede des Jahres" wichtige Auszeichnung des Tübinger Seminars
Seit 1998 zeichnet das Seminar für Rhetorik jedes Jahr eine Rede aus. Dabei soll eine Rede gewürdigt werden, die durch ihre inhaltliche Relevanz, ihren Vortragsstil, ihre Elaboriertheit und ihre publizistische Wirkung die politische, soziale oder kulturelle Diskussion maßgeblich beeinflusst und einen bedeutenden Beitrag zur Weiterentwicklung der Redekultur leistet.