Der britische Musiker und Maler Ron Wood von den Rolling Stones ist am Donnerstag im Neuen Kunstmuseum Tübingen (NKT) zu Gast gewesen. Dort soll er nach Angaben des Museums ab Herbst auch eigene Werke zeigen. Geplant ist eine Ausstellung mit 60 bis 70 Arbeiten Woods. Viele davon sind Porträts.
Ron Wood malt auch Tübingen
Viel zu spät, aber dafür gut gelaunt hat sich Ron Wood am Donnerstag in den großen, blauen Ledersessel im Rizzi-Raum des NKT fallen gelassen. Und: Voller Vorfreude auf seine Ausstellung im Herbst - die erste in einem deutschen Museum -, sagt er: "Ich fühle mich geehrt, eine Museumsausstellung mit all meinen Arbeiten aus 60 Jahren zu machen", so Wood (von der Redaktion aus dem Englischen übersetzt).
Es ist ein Querschnitt von meinem Zeug.
Da sind Woods Erinnerungen an bekannte Persönlichkeiten: Porträts von Eric Clapton, Elvis sowie von seinen Bandkollegen von den Rolling Stones - Mick Jagger oder Keith Richards. Auch von Künstlern der Moderne wie Picasso oder Beckmann und von Alten Meistern wie Rembrandt oder El Greco hat sich "Ronnie Rembrandt", wie ihn seine Bandkollegen nennen, inspirieren lassen. Einige Werke hat er neu interpretiert. Bei seinem Besuch erzählte der Künstler außerdem, dass er am Morgen die Neckarfront in Tübingen gezeichnet habe.
Erste Ausstellung von Ron Wood in deutschem Museum
Die Ausstellung wäre laut NKT die erste große Präsentation seiner Kunst in einem deutschen Museum über sein Lebenswerk. "Wir sind glücklich, dass das bei uns stattfindet", freut sich Museumsdirektor Bernhard Feil, der selbst mit der Musik der Stones groß geworden ist. Zustande gekommen sei die Ausstellung über einen Kontakt seines Sohnes, der in London mit Woods Management gesprochen habe.
Auch das Atelier des Künstlers in Barcelona soll laut Feil nachgebaut werden. Die katalanische Hauptstadt nutzt Wood als kreativen Rückzugsort und Inspirationsquelle. "Wir versuchen, die Studioatmosphäre abzubilden und ein bisschen Einblicke in das Künsterleben zu geben", so der NKT-Direktor.
Für Ron Wood ist es zwar die erste Ausstellung in einem deutschen Museum - gezeigt wurden seine Werke aber schon mal in Baden-Württemberg: Etwa im Karlsruher Konzerthaus im Sommer 1999 - darauf wies ein Facebooknutzer auf SWR Aktuell hin. In Tübingen ist seine Kunst nun laut NKT erstmals in einem Museum und mit Perspektive auf das Lebenswerk des Stones Gitarristen zu sehen.
Wie Ron Wood zur Malerei kam
Schon seit seiner Kindheit beschäftigt sich der 78-Jährige mit Malerei und Zeichnung. Als Jugendlicher gewann er einen Wettbewerb der BBC-Kunstsendung "Sketch Club", was er später selbst als wichtigen Einstieg in die Kunst bezeichnete. Anschließend studierte er - wie auch seine beiden älteren Brüder - am Ealing Art College in London.
Bei dem Termin in Tübingen blätterte Wood begeistert in einem Buch, in dem seine Kunstwerke abgebildet sind. Die Bilder haben Erinnerungen in Öl oder Acryl eingeschlossen - an ein bewegtes Leben im Rampenlicht.
New York, Sao Paulo und bald Tübingen
Ron Wood stellt seine Kunst seit vielen Jahren international aus. Seine Werke waren unter anderem in New York, Las Vegas und Tokio zu sehen. Auch Museen wie das Modern Art Museum in São Paulo oder das Benton Museum of Art in den USA haben seine Arbeiten gezeigt. Darauf weisen Angaben auf der Website des Künstlers sowie Museumsankündigungen hin.
Dass seine Kunst ab dem Herbst im vergleichsweise kleinen Tübingen gezeigt wird, zaubert dem Stones-Gitarristen schon jetzt ein Lächeln ins Gesicht: "Ich freue mich darauf, dass ihr alle zur Ausstellung kommt. Wir werden den Ort im Sturm erobern" (von der Redaktion aus dem Englischen übersetzt), so Wood.