Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in der Region Neckar-Alb sucht nach neuen Wegen für die Altkleider-Sammlung. Der Grund: Die bisherige Verwertung über Container funktioniert nicht mehr. Viele Container wurden schon abgebaut, weil sie überquellen.
Die Verwerterfirmen kommen mit den Mengen an Altkleidern nicht mehr zurecht
Das Problem betrifft viele Gemeinden: Es gibt einfach zu viel gespendete Kleidung, meint der Vorsitzende des DRK in Hirrlingen (Kreis Tübingen), Peter Straub. Die Firmen, die die Kleidung bislang verwertet haben, kommen mit den Mengen nicht mehr zurecht und zahlen deshalb nichts mehr für die Textilien. Ein Grund könnte laut Straub der Krieg in der Ukraine sein. Dort ist das Geschäft mit Altkleidern zum Erliegen gekommen. Auch die Konkurrenz aus China könnte etwas mit der veränderten Situation zu tun haben.
DRK kann mit Altkleiderspenden kein Geld mehr einnehmen
Früher konnte das Rote Kreuz mit dem Erlös aus den Kleiderspenden seine Arbeit mitfinanzieren, heute springt dabei nichts mehr raus, so Markus Mayer vom DRK Tübingen. Die DRK-Kreisverbände arbeiten gemeinsam mit den Verwertern an Lösungen.
Auch die Zukunft der Kleiderkammer in Tübingen ist ungewiss. Ehrenamtliche sortieren und bereiten dort gespendete Kleidungsstücke auf, die Bedürftige dann für eine Schutzgebühr bekommen können. Vermutlich müsse auch sie früher oder später geschlossen werden, so das DRK. Denn der Raum, in den die Spenden geworfen werden können - ist regelmäßig übervoll. Leider nicht nur mit Kleidung: Auch Müll wird dort oft entsorgt, beklagt Markus Mayer. Manchmal ganze Lastwagenladungen.