Volle Lager, überfüllte Sammelstellen

Es wird zuviel gespendet: Das DRK lässt in der Region Neckar-Alb erste Altkleidercontainer abbauen

Weil es einen Überschuss an Altkleidern gibt, werden viele Sammelboxen abgebaut. Das Deutsche Rote Kreuz wird die Kleider nicht mehr los und hat finanzielle Einbußen.

Teilen

Stand

Von Autor/in Sabrina Kir

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in der Region Neckar-Alb sucht nach neuen Wegen für die Altkleider-Sammlung. Der Grund: Die bisherige Verwertung über Container funktioniert nicht mehr. Viele Container wurden schon abgebaut, weil sie überquellen.

Die Verwerterfirmen kommen mit den Mengen an Altkleidern nicht mehr zurecht

Das Problem betrifft viele Gemeinden: Es gibt einfach zu viel gespendete Kleidung, meint der Vorsitzende des DRK in Hirrlingen (Kreis Tübingen), Peter Straub. Die Firmen, die die Kleidung bislang verwertet haben, kommen mit den Mengen nicht mehr zurecht und zahlen deshalb nichts mehr für die Textilien. Ein Grund könnte laut Straub der Krieg in der Ukraine sein. Dort ist das Geschäft mit Altkleidern zum Erliegen gekommen. Auch die Konkurrenz aus China könnte etwas mit der veränderten Situation zu tun haben.

 Viele Altkleider stapeln sich in bunten Säcken beim DRK Tübingen. Inzwischen lässt sich damit aber fast kein Geld mehr verdienen, der Aufwand lohne nicht mehr, heißt es.
Säckeweise Altkleider - mit dem Erlös aus solchen Spenden konnte das Tübinger Rote Kreuz bislang medizinische Ausrüstung für seine Einsätze kaufen. Der Aufwand hat sich immer gelohnt - bis vor Kurzem.

DRK kann mit Altkleiderspenden kein Geld mehr einnehmen

Früher konnte das Rote Kreuz mit dem Erlös aus den Kleiderspenden seine Arbeit mitfinanzieren, heute springt dabei nichts mehr raus, so Markus Mayer vom DRK Tübingen. Die DRK-Kreisverbände arbeiten gemeinsam mit den Verwertern an Lösungen.

In der Kleiderkammer des DRK Tübingen hängen ordentlich sortiert Jacken an Bürgeln an einem schlichten Kleiderständer. Dahinter ordentlich zusammengelegte Pullover in Regalen. Das Rote Kreuz bekommt aber zu viele Kleiderspenden - durchmischt mit Untragbarem.
Auch der Kleiderkammer des Tübinger DRK droht das Aus. Die Ehrenamtlichen sind mit einer Flut von Altkleidern am Limit des Leistbaren. Oft ist auch buchstäblich Müll dabei.

Auch die Zukunft der Kleiderkammer in Tübingen ist ungewiss. Ehrenamtliche sortieren und bereiten dort gespendete Kleidungsstücke auf, die Bedürftige dann für eine Schutzgebühr bekommen können. Vermutlich müsse auch sie früher oder später geschlossen werden, so das DRK. Denn der Raum, in den die Spenden geworfen werden können - ist regelmäßig übervoll. Leider nicht nur mit Kleidung: Auch Müll wird dort oft entsorgt, beklagt Markus Mayer. Manchmal ganze Lastwagenladungen.

Mainz-Bingen

Überfüllte Container und ungeeignete Kleidungsstücke Warum gibt es immer wieder Ärger mit Altkleidercontainern?

Immer wieder gibt es Probleme mit Altkleidercontainern, sodass sich gar keine Altkleider abgeben lassen. Die Container sind voll und es liegt Müll herum. Was ist da los?

Der Vormittag SWR1 Rheinland-Pfalz

Landau

Folgen der Altkleider-Krise Landau: Immer weniger Altkleider-Container

Die Alttextil-Branche steckt in einer tiefen Krise. Die Preise sind am Boden. Immer mehr Betreiber von Altkleider-Containern geben deshalb auf. Zum Beispiel in Landau in der Pfalz.

SWR4 RP am Morgen SWR4 Rheinland-Pfalz

Alzey

Der Markt für Altkleider ist eingebrochen Altkleiderberge - Kreis Alzey-Worms sucht neue Wege der Entsorgung

Überfüllte Altkleider-Container und fehlende Abnehmer: Organisationen wie das DRK ziehen sich aus der Kleidersammlung zurück. Der Kreis Alzey-Worms übernimmt jetzt.

Erstmals publiziert am
Stand
Autor/in
Sabrina Kir
Onlinefassung
Sarah Beschorner
Sarah Beschorner

Unsere Quellen

Transparenz ist uns wichtig! Hier sagen wir Ihnen, woher wir unsere Infos haben!