Es war auch in diesem Jahr ein Großereignis: Das Tübinger Stocherkahnrennen. Tausende Schaulustige drängten sich am Neckarufer gleich neben der Altstadt und feuerten die Rennteilnehmer an.
In jedem Team durfte einer am Heck stehen und mit einer langen Stange stochern, um seinen Kahn nach vorn zu bringen - während die anderen sieben Teammitglieder mit bloßen Armen paddelten, was das Zeug hielt.
Das Tübinger Stocherkahnrennen - eine studentische Tradition
Und wer kommt drauf, sich auf dem Fluss bei einem Spaß-Rennen zu messen, pitschnass zu werden und sich an der berüchtigten Engstelle "Nadelöhr" an der Neckarbrücke gegenseitig abzudrängen? Na klar: Studenten. Genauer gesagt Studenten aus einer Studentenverbindung. Die haben das Rennen einst ins Leben gerufen - als männlichen Wettstreit zwischen den Tübinger Studentenverbindungen. Schon längere Zeit dürfen aber auch andere studentische Gruppen und Frauen mitmachen.
Schaulaufen auf dem Neckar - das beste Kostüm wird prämiert
Beim Rennen der Stocherkähne geht es natürlich um Ruhm und Ehre - und vor allem darum, bloß nicht Letzter zu werden und als Strafe Lebertran trinken zu müssen! Außerdem gibt es eine B-Note: Manche Teams kommen in teils phantasievollen Verkleidungen. Das beste Kostüm wird vor dem Rennen prämiert. Wenn die Requisiten und die Kostüme hinderlich sind, werden sie vor dem Start wieder abgelegt.
500 ml Lebertran für die ASB Germania
Die Schönsten beim Tübinger Stocherkahnrennen 2025 waren vom Akademischen Skiclub Tübingen. Sie hatten sich als Trickfilmfiguren aus dem Film "Madagascar" verkleidet und bekamen einen Gutschein für ein Spanferkel.
Die Schnellsten kamen von der Akademischen Turnverbindung Arminia, einer Sportverbindung. Für sie gab's Bier und Ehre. Und wer hat verloren? Das Team des Kahns Alte Straßburger Burschenschaft Germania - einer schlagenden Verbindung - kam als letztes ins Ziel und musste antreten, um pro Person einen halben Liter Lebertran auf ex zu trinken! So will es das Regelwerk.
Proteste gegen das Spektakel
Eine Gruppe von Leuten hat bei der Kostümparade Banner aufgehängt und Kritik an den Burschenschaften geübt. Außerdem hatte diese Gruppe auch einen Stocherkahn mit dem Protest-Banner. Nach Ansicht der Protestler sind nicht alle, aber manche Verbindungen konservativ bis rechtskonservativ. Und die anderen Studentenverbindungen würden sich nicht klar genug von diesen einzelnen Gruppen abgrenzen. Ein Mitglied aus dem Orga-Team des Stocherkahnrennens sagte dem SWR, in Tübingen gebe es nicht wirklich eine Verbindung, die so weit rechts stehe, dass man sich bewusst von ihnen abgrenzen müsse.