Die Wissenschaftler haben Brennöfen und Produktionsabfälle einer alten Töpferei gefunden. Dazu gehören unter anderem Teile der Ofenwände- und böden, sowie verschiedene Keramikstücke, berichtet Silvia Amicone von der Forschungsgruppe Archäometrie an der Universität Tübingen. Die Analyse des Materials zeige, dass die Töpfer nach einheitlichen und effizienten Methoden gearbeitet haben, .
Die Töpferei ist rund 3.000 Jahre alt
Die Fundstelle befindet sich im sogenannten Dinka-Siedlungskomplex in der kurdischen Region im Nordirak und umfasst zwei Brennöfen. Dieser Fund bietet die Möglichkeit, den gesamten Herstellungsprozess von Keramik detailliert zu untersuchen. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Töpferwerkstatt aus der Zeit zwischen 1200 und 800 vor Christus stammt, also aus der Eisenzeit.
Neue Einblicke in die Arbeitsweisen der Töpfer in der Eisenzeit
Bisher lag der Fokus der Archäologie vor allem auf den fertigen Keramikobjekten, also Krüge, Teller, Vasen und ähnliches. Doch der Produktionsprozess wurde oft wenig beachtet. Besonders interessant sei das von diesen Töpfern eingesetzte Niedrigtemperatur-Brennverfahren, bei dem mit unter 900 Grad Celsius gebrannt wurde. Dieses ermögliche eine gute Kontrolle des Brennprozesses bei vergleichsweise niedrigem Brennstoffverbrauch, so Silvia Amicone. Die Entdeckung dieser Töpferei könnte neue Einblicke in die Techniken und Arbeitsweisen früherer Kulturen liefern.
Seit 2015 wird der Dinka-Siedlungskomplex im Nordirak von den Wissenschaftlern aus Tübingen und München untersucht. Heute gehört das Gebiet zu den am besten erforschten Städten der Eisenzeit in der Region.