Tuttlingen durch Kastration gegen die Taubenplage vorgehen. Damit ist Tuttlingen laut einem Sprecher die erste Stadt in Baden-Württemberg, die Tauben kastrieren will. Vor allem in den Gassen zwischen den historischen Häusern der Tuttlinger Innenstadt vermehren sich die Tiere unkontrolliert. Die Fußgängerzone muss ständig geputzt werden und der Kot hinterlässt Schäden, sagt Benjamin Hirsch von der Stadt dem SWR.
Stadt Tuttlingen: Taubenschlag kostet viel und bringt wenig
Rund 1500 Tauben leben im Tuttlinger Stadtgebiet. Bisher hat man versucht, die Taubenplage durch einen Taubenschlag einzudämmen, indem die gelegten Eier durch Attrappen ausgetauscht werden. Doch das kostet viel und bringt wenig, so Hirsch. Etwa 50.000 Euro müsse man pro Taubenschlag berechnen. Damit es was bringe, bräuchte man noch vier weitere.
Kastration: Rechtfertigt der geschätzte Preis den Aufwand?
Die neue Idee: Die Tauben sollen im Frühjahr 2026 durch einen minimalinvasiven Eingriff unfruchtbar gemacht werden. Der Plan ist, mindestens 200 Tauben im Jahr zu kastrieren. Die Kosten schätzt Hirsch auf 6000 Euro pro Jahr. Trotz der geringeren erwarteten Kosten, ist es ein aufwendiges Projekt. Die Tauben müssen einzeln eingefangen, zum Tierarzt gebracht und kastriert werden. Danach müssen sie einen Tag in Quarantäne.
Laut Hirsch sei die Methode im Sinne des Tierschutzes. Die unkontrollierte Vermehrung der Tauben führe nämlich dazu, dass sie in ihrem eigenen Dreck erkrankten.
Taubenplage hängt mit Rattenplage zusammen
Durch das neue Projekt hofft die Stadt, auch die Rattenplage einzudämmen. Denn ein Grund für die vielen Ratten in Tuttlingen sei das illegale Taubenfüttern. Es gäbe Leute, die säckeweise Getreide verteilen, das auch Ratten anlocke. Damit würde man weder den Tieren, noch der Stadt einen Gefallen tun, so Hirsch.