Wer die versteckte Weihnachtskrippe erreichen will, muss sich zu Fuß auf den Weg machen. Sie liegt in der Ruine der ehemaligen barocken Wallfahrtskirche Maria Hilf auf dem Welschenberg (Kreis Tuttlingen). Unter freiem Himmel, umringt von massiven Mauerresten, liegt das Jesuskind auf Stroh gebettet. Das Jesuskind ist hier keine Puppe oder Holzfigur - es besteht aus zwei großen, bemalten Steinen. Drumherum ein Tannenbäumchen, ein Kreis aus Sternensteinen und viele Kerzen. Weitere Figuren gibt es nicht.
Ein besonderer Ort ist das, den Krippenmacherin Verena Keller mit viel Liebe gestaltet hat. Die Konstanzerin hatte die Idee zur Krippe während der Corona-Zeit. Damals baute sie das steinerne Jesuskind auf einer Streuobstwiese auf. Aber der Platz in der ehemaligen Barockkirche gefiel ihr besser, das zweite Jahr in Folge steht die Krippe jetzt hier.
Steine über Schlaglöcher in Wald transportiert
Die Steine stammen aus dem Kieswerk in Pfullendorf, Verena Keller hat sie alle von Hand bemalt. "Es hat schon eine Weile gebraucht, die Steine über die Schlaglöcher hier her zu transportieren", erzählte Keller dem SWR. Die Krippe solle Freude bereiten, an Weihnachten erinnern und bewusst machen, dass Gott an jedem Ort dieser Erde gegenwärtig ist, so Keller - "auch in dieser Kirchenruine".
Die ehemalige Wallfahrtskirche zieht seit jeher Gläubige und Spaziergänger an. Mitte des 18. Jahrhunderts kamen pro Jahr rund 20.000 Pilger auf den Bergrücken zwischen Mühlheim und Fridingen an der Oberen Donau. Auch kurz vor Weihnachten sind einige Besucherinnen und Besucher hier her spaziert. Die Krippe habe für sie etwas Mystisches, erzählt eine Besucherin.
So reagieren Besucherinnen und Besucher auf die besondere Krippe im Wald:
Bis Lichtmess am 2. Februar 2026 ist die Krippe von Verena Keller in der Ruine aufgebaut. Man erreicht die Kirche über den Rundwanderweg Mühlheim-Bergsteig. Die Zufahrt mit dem Auto ist nicht gestattet.