Eine 29 Jahre alte Wanderin aus dem Kreis Reutlingen ist in der Nacht auf Sonntag von der Mondspitze im österreichischen Vorarlberg gerettet worden. Die Frau hatte auf dem knapp 2.000 Meter hohen Gipfel den Sonnenuntergang abgewartet und saß nach Einbruch der Dunkelheit ohne Lampe fest. Laut Polizei setzte sie gegen 22:30 Uhr einen Notruf ab. Bergretter machten sich daraufhin auf den Weg zur Mondspitze und erreichten den Gipfel kurz vor Mitternacht.
Nach Notfall an der Zugspitze FAQ zur Bergrettung: Wann wird sie aktiv und wer zahlt für ihren Einsatz?
Immer wieder muss die Bergwacht ausrücken, um Bergsteigerinnen und Bergsteiger aus Notlagen zu retten. Ein häufiger Grund: Selbstüberschätzung. Wann man den Einsatz selbst zahlen muss.
Bergretter finden Wanderin nachts auf Mondspitze
Die Einsatzkräfte fanden die 29-Jährige am Gipfelkreuz. Nach Polizeiangaben trug sie Straßenschuhe und eine kurze Hose. Die Wanderin blieb unverletzt und wurde zu Fuß sowie mit einem Einsatzfahrzeug in Sicherheit gebracht.
Die Frau war laut Polizei mit öffentlichen Verkehrsmitteln aus Deutschland angereist und hatte ihre etwa sechsstündige Wanderung erst am Nachmittag begonnen. Der örtliche Tourismusverband stuft die Tour auf die Mondspitze als mittelschwer ein. Auf der Internetseite werden feste Schuhe und warme Kleidung empfohlen.
Empfehlungen der Bergwacht Bad Urach für Wanderungen
Peter Raach, der Leiter der Bergwacht Bad Urach (Kreis Reutlingen), sagte im Gespräch mit dem SWR: Zu einer guten Vorbereitung für eine Wanderung gehöre festes Schuhwerk sowie im Rucksack warme Kleidung, Licht, ausreichend Verpflegung - insbesondere Trinken -, ein Handy und optimalerweise auch ein Erste-Hilfe-Set. Außerdem empfiehlt er, mindestens zu zweit ins Gelände zu gehen und anderen vorab Bescheid zu geben, welche Wanderung man macht und bis wann man voraussichtlich zurück ist.
Raach ist seit 2006 bei der Bergwacht ehrenamtlich aktiv und beobachtet, dass aktuell mehr Menschen schlecht ausgerüstet in die Berge gehen - oder mit sehr guter Ausrüstung, mit der sie aber nicht sicher umgehen können. Gleichwohl betonte er, es stecke in Bergrettern drin, anderen Menschen in einer Notsituation zu helfen, egal wie gut oder schlecht sie sich für die Wanderung vorbereitet haben.
Auch er habe es immer wieder bei Einsätzen auf der Schwäbischen Alb erlebt, dass Wanderer "plötzlich von der Dunkelheit überrascht wurden". Dann helfen die Ehrenamtlichen der Bergwacht, wenn nötig auch bis in die frühen Morgenstunden. Danach geht es dann "zum Schaffen", zur Arbeit. Der 48-jährige Maschinenbauingenieur aus Metzingen ist froh, dass es Arbeitgeber wie seinen gibt, die Bergrettung unterstützen.