Das legendäre Wembley-Tor von 1966 ist eines der umstrittensten Ereignisse der Fußballgeschichte. Der Schuss von Geoffrey Hurst, der von der Latte abprallte, wurde vom Schiedsrichter als Tor gewertet, obwohl bis heute unklar ist, ob der Ball wirklich hinter der Linie war.
Klar ist: England wurde damals Weltmeister, Deutschland nur Zweiter. 60 Jahre später bekommt die inoffizielle deutsche Ü75-Nationalmannschaft eine Chance zur Revanche gegen England.
Trainingslager für die Revanche der Ü75-Nationalmannschaft im Ostalbkreis
Damit die Revanche gelingt, hat die Mannschaft für das große Spiel in Ruppertshofen im Ostalbkreis trainiert. Ulrich Kämmerling, seines Zeichens Torwart der Ü70-Nationalmannschaft, hat seine älteren Kollegen hergelockt. Die kommen nämlich zum Großteil aus Norddeutschland. Er habe ihnen zeigen wollen, wie schön es auf der Ostalb sei, erzählt er. "Alle sind voll des Lobes und finden das hier genial", schwärmt er.
Ulrich Kämmerling kennt als Torwart natürlich die Emotionen, die das berühmte Wembley-Tor bei Fußballfans bis heute auslöst. Beim Training in Ruppertshofen kommt es sogar zu einer ähnlichen Situation. Der Ball prallt an die Latte und springt ins Tor. "Dieses Mal war er wirklich drin", lacht Kämmerling.
Auf dem Platz tummeln sich Spieler mit unzähligen Jahren Fußballerfahrung. Das Trainingslager in Ruppertshofen ist mehr als eine reine Vorbereitung. Es ist ein Ort der Gemeinschaft, an dem Spieler der Ü70-, Ü75- und Ü80-Nationalmannschaften zusammenkommen, um Fußball zu leben - trotz kleinerer Wehwehchen und langer Anreisen.
Stickeralbum soll Geld für künftige Reisen sammeln
"Die 650 Kilometer haben sich gelohnt", meint einer der Ü75-Spieler, als er ein Nationaltrikot überreicht bekommt. "Das macht einen so ein bisschen stolz." Ein weiteres Highlight ist für die Senioren-Kicker das Stickeralbum der Ü-Mannschaften. Die Einnahmen daraus sollen helfen, die Reisen zu kommenden Welt- und Europameisterschaften oder eben zur Wembley-Revanche nach England zu finanzieren.
Die findet allerdings in Manchester statt. Das Wembley-Stadion in London zu mieten, war zu teuer. Sonst ist alles genauso wie vor 60 Jahren beim legendären WM-Finale 1966. Gleiches Datum, gleiche Uhrzeit. 30. Juli, Anpfiff um 15 Uhr. Nur dieses Mal vielleicht mit einem anderen Sieger als damals.