Am Mittwochnachmittag sind offenbar mehrere Betonteile von der Ulmer Adenauerbrücke auf die darunterliegenden Gleise gefallen. Der Zugverkehr auf der Südbahn zwischen Ulm und Laupheim-West war mehrere Stunden lang gesperrt: Der Vorfall geschah zu Beginn der heißen Phase des Abbruchs an der westlichen Seite der Brücke.
Teile der Adenauerbrücke lösten sich bei Abbrucharbeiten
Wie die Polizei dem SWR bestätigte, hatten sich die Teile der Adenauerbrücke bei Abbrucharbeiten gelöst. Verletzt wurde niemand. In der Folge fuhren zwischen Ulm und Laupheim-West am späten Mittwochnachmittag und Abend mehrere Stunden lang keine Züge. Die Bahn richtete einen Ersatzverkehr mit Bussen ein.
Das müssen Autofahrer wissen B10-Vollsperrung: Adenauerbrücke zwischen Ulm und Neu-Ulm ab Samstag dicht
Weil der Verkehr über das neue Teilbauwerk der Adenauerbrücke gelenkt werden soll, wird die B10 und B28 zwischen Ulm und Neu-Ulm voll gesperrt - am letzten Wochenende der Schulferien.
Erst gegen 20 Uhr rollte der Bahnverkehr wieder an. Es kam aber weiter zu Verspätungen. Am Donnerstagmorgen habe der Vorfall keine Auswirkungen mehr auf den Bahnverkehr gehabt, sagte ein Polizeisprecher dem SWR.
Möglicherweise Ausführungsfehler Ursache des Absturzes?
Als wahrscheinliche Ursache für den gefährlichen Absturz der etwa einen Quadratmeter großen Betonteile auf die Gleise nannte der zuständige Projektleiter des Brückenumbaus, Jürgen Gleixner, einen Ausführungsfehler. Das berichtet die "Südwest Presse".
Der Projekleiter beschuldigt das Abbruchunternehmen, falsches Werkzeug benutzt zu haben. Genau gesagt habe die Firma mit zu schwerem Gerät den Asphalt auf der Brücke abgemeißelt.
An der Stelle ist der Überbau der Brücke lediglich 25 Zentimeter dick, erklärte Gleixner dem SWR. Zu große Krafteinwirkung habe "zu diesen Abplatzungen unten geführt, wo kleinere Betonstücke auf die Gleise gefallen sind". Die Schlussfolgerung des Projektleiters: "Das war eigentlich eindeutig, dass das von einem Fehlverhalten des beauftragten Abbruchunternehmens herrührt."
Betonteile fielen bereits Anfang des Jahres von Wallstraßenbrücke
Es ist nicht das erste Mal, dass Betonteile unkontrolliert auf Ulmer Bahngleise stürzten: Bei Abrissarbeiten an der Wallstraßenbrücke zu Beginn des Jahres war ein sieben Tonnen schweres Betonteil von der B10-Brücke auf das Gleisbett gefallen.