Spatenstich der Adenauerbrücke

Verkehr soll auf B10-Brücke zwischen Ulm und Neu-Ulm weiterfließen

Mit einem Spatenstich haben die Bauarbeiten zum Neubau der Adenauerbrücke zwischen Ulm und Neu-Ulm begonnen. Ende 2028 soll die Brücke fertig sein. Was das für den Verkehr bedeutet.

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Von Autor/in Peter Köpple

Startschuss für den Neubau der Adenauerbrücke: Mit einem symbolischen Spatenstich wurde am Mittwoch der Beginn der Arbeiten an der B10 beziehungsweise B28 gefeiert. Die Spannbetonbrücke aus den 1950er Jahren hat erhebliche Schäden. Der Bau soll knapp vier Jahre dauern.

Es ist einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte Ulms. Täglich fahren rund 94.000 Fahrzeuge über die Adenauerbrücke, darunter an die 10.000 Lkw. Auch fahren viele auf dem Weg in den Urlaub über die Brücke, um von der A8 über die B10/B28 auf die A7 zu kommen.

Auf eine solche Belastung sei die Brücke beim Bau vor 70 Jahren nicht ausgelegt worden, sagte der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Herrmann (Grüne) beim Spatenstich.

Von links: Landtagsabgeordneter Torsten Freudenberger (CSU), Neu-Ulms 2. Bürgermeister Johannes Stingl (CSU), Landtagsabgeordneter Martin Rivoir (SPD), Bundestagsabgeordneter Martin Gerster (SPD), Ulms Oberbürgermeister Martin Ansbacher (SPD), Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne), vom Bundesverkehrsministerium Gerhard Rühmkorf, vom Bayerischen Verkehrsminiserium Wolfgang Wüst, Tübinger Regierungspräsident Klaus Tappeser (CDU), Regierungsvizepräsidentin Sabine Beck, Leiter des Staatlichen Bauamts Krumbach Alexander Leis, Neu-Ulms Landrätin Eva Treu (CSU).
Politiker und Verwaltungsmitarbeiter aus Bayern, Baden-Württemberg und vom Bund haben beim Spatenstich der Adenauerbrücke Hand angelegt.

Neubau Adenauerbrücke: Kaum Staus erwartet

Jetzt also Abriss und Ersatzneubau. Während der Bauarbeiten soll der Verkehr fast ungehindert weiterfließen. Erst gegen Ende werden zwei der bisher sechs Spuren wegfallen, heißt es vom zuständigen Bauamt in Krumbach. Das werde möglich, weil die neue Brücke neben der alten Adenauerbrücke gebaut und dann am Ende quer verschoben wird. Die Visualisierung des Staatlichen Bauamts Krumbach zeigt, wie das geplant ist.

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Auch für Menschen zu Fuß oder auf dem Rad gibt es eine Übergangslösung: Für sie wird donauaufwärts eine Behelfsbrücke gebaut. Anders als zuletzt bei der Gänstorbrücke muss der Pegel der Donau für die Bauarbeiten nicht extra abgesenkt werden. Dennoch ist das Baden und Befahren der Donau im Baustellenbereich laut Bauamt in dieser Zeit verboten. Nur am Schwörmontag soll es eine Ausnahme geben.

Auch das Pegelhäusschen muss für den Ersatzneubau der Adenauerbrücke weichen. Ein Neubau wurde wenige Meter entfernt, aber ausserhalb des Baufeldes errichtet.
Auch das Pegelhäusschen muss für den Ersatzneubau der Adenauerbrücke weichen. Ein Neubau wurde wenige Meter entfernt, aber ausserhalb des Baufeldes errichtet.

Baden in der Donau verboten - wegen Neubau Adenauerbrücke

Statt bislang sechs werden nach Fertigstellung acht Fahrstreifen über die Donau führen. Das war im Vorfeld durchaus umstritten. Mit 42 statt bislang 24 Metern wird die neue Brücke deutlich breiter. Klima- und Umweltschützer hatten unter anderem gegen die Fällung mehrerer Bäume protestiert. Auch beim Spatenstich hatte eine kleine Gruppe gegen das Vorhaben demonstriert.

Winfried Hermann sprach sie in seiner Rede direkt an. Es seien "keine echten" acht Spuren. Zwei dienten Autofahrern zum Ein- und Ausfädeln. "Halten Sie durch, es wird alles besser", befand Hermann. Der Verkehr würde sicherer und auch der Lärmschutz sowie die Fuß- und Radwege würden verbessert.

Protest am Rande des Spatenstichs.
Protest am Rande des Spatenstichs.

Um die Eingriffe in Natur und Landschaft auszugleichen, wolle man unter anderem eine Streuobstwiese anlegen. Weitere Maßnahmen seien in Nersingen und Roggenburg im Kreis Neu-Ulm geplant.

Die Redner beim symbolischen Spatenstich waren sich einig: Die Brücke über die Donau ist bedeutsam für den Verkehr zwischen Ulm und Neu-Ulm. Und länderübergreifend. Der Ersatzneubau der Adenauerbrücke sichere die Mobilität zwischen den beiden Städten.

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Maja Nötzel
Porträt der Redakteurin Maja Nötzel im blauem Pullover
Autor/in
Peter Köpple
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