Bei Abrissarbeiten an der Wallstraßenbrücke in Ulm ist am Mittwoch ein rund zehn Meter langes Betonteil heraus gebrochen und auf die darunter liegenden Bahngleise gekracht. Das tonnenschwere Brückenteil hat dabei mehrere Oberleitungen und Gleise beschädigt. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand.
Marode Wallstraßenbrücke: Betonteil kracht auf Bahngleise
Bei den Abrissarbeiten sollte ein Seitenteil der Wallstraßenbrücke, die Teil der B10 ist, entfernt werden, erklärt Projektleiter Gerhard Fraidel. Dazu mussten mehrere Ösen gebohrt werden, um das Stück der maroden Brücke mit Seilen zu sichern. Anschließend sollte es mit einem Betonsäger herausgeschnitten und dann sicher entfernt werden, so Fraidel weiter.
Eine der Ösen sei aber aus dem porösen Material der in die Jahre gekommenen Brücke gerissen. Dadurch stürzte das sieben Tonnen schwere Betonteil auf einer Seite rund zehn Meter in die Tiefe. Es pendelte für einen Moment, bevor es dann komplett auf die Gleise stürzte. Auch ein extra für solche Fälle gespanntes Netz konnte den Absturz laut Gerhard Fraidel nicht verhindern.
Dass der Beton an der betroffenen Stelle in einem sehr schlechten Zustand ist, habe man gewusst, so Fraidel. "Dort sind schon mehrere Teile abgebrochen. Deswegen haben wir schon vor Monaten Schutzmaßnahmen getroffen. Es war aber halt leider noch schlechter als vermutet."
Bahngleise derzeit sowieso wegen Bauarbeiten am Ulmer Hauptbahnhof gesperrt
Die betroffenen Bahngleise sind momentan glücklicherweise wegen Bauarbeiten am Ulmer Hauptbahnhof gesperrt. Wie ein Sprecher der Bahn mitteilt, haben die Schäden an den Oberleitungen und den Gleisen aber keine Auswirkungen auf das Ende der Teilsperrung. Nach aktuellem Stand sollte der Bahnbetrieb am Montag wie gewohnt anlaufen.
Die betroffenen Gleise führen zum Rangierbahnhof des Ulmer Hauptbahnhofs. Die Bahn will die Schäden jetzt so schnell wie möglich reparieren. Die Gleise sind bereits gestern von dem heruntergestürzten Betonstück befreit worden.