Die B10 in Ulm wird ab Freitagabend, 21 Uhr, für vier Jahre gesperrt, in Fahrtrichtung Süden zwischen dem Abzweig Wissenschaftsstadt und dem Blaubeurer Ring. Das hat weitreichende Folgen für den Verkehr. Die B10 gehört zu den wichtigsten Verkehrsadern in Ulm. Sie führt von der Autobahnanschlussstelle Ulm-West in die Innenstadt und weiter nach Süden. Es gibt großräumige Umleitungen für den überregionalen Verkehr und Umleitungen für den Stadtverkehr. Auch wer zu Fuß, mit dem Rad oder im Bus unterwegs ist, muss sich künftig auf Umwege einstellen.
- Was gemacht wird und warum
- Umleitungen für Autofahrer
- Die "Cartoffel"
- Änderungen im ÖPNV
- Fuß- und Radverkehr
- Was die Stadt Ulm erwartet
B10 & Blaubeurer Ring: Was gemacht wird und warum
Der Grund: Am Blaubeurer Ring müssen gleich zwei Brücken ersetzt werden. Die Wallstraßenbrücke führt über die Bahngleise, sie wird neu gebaut. Die Blaubeurer Tor-Brücke wird künftig durch einen Tunnel ersetzt.
Vor Jahren hatte die Stadt noch geplant, die Wallstraßenbrücke erst nach der Landesgartenschau 2030 zu ersetzen. Untersuchungen im Sommer 2022 ergaben jedoch, dass die Brücke, die über die Bahngleise führt, früher erneuert werden muss.
Fast freie Fahrt für Weihnachtseinkäufer B10-Sperrung in Ulm: Verkehrschaos bleibt aus
Seit Freitag um 21 Uhr ist die B10 in Ulm in Richtung Süden gesperrt. Vier Jahre lang soll die Sperrung dauern. Aber das befürchtete Verkehrschaos im Weihnachtstrubel blieb aus.
B10 Sperrung: Die Umleitungen
Die B10 ist ab Freitag (21 Uhr) bis Ende 2029 in Richtung Süden zwischen dem Berliner Ring, Ausfahrt Wissenschaftsstadt, und dem Blaubeurer Ring gesperrt. Richtung Norden ist die Brücke weiter befahrbar. Für all jene, die nicht nach oder durch Ulm müssen, wird die Umleitung über die A7 und die A8 empfohlen. Wer in die Innenstadt will, wird unter anderem über den Berliner Ring umgeleitet.
"Cartoffel" statt Blaubeurer Ring in Ulm
Ein wichtiger Hinweis: Die B10 Richtung Norden ist zwar befahrbar, allerdings kann sie nicht von allen Seiten über den Blaubeurer Ring angefahren werden. Dafür sorgt die neue "Cartoffel", denn der Kreisel ist in Richtung Norden nicht mehr direkt mit der Bundesstraße verbunden. Auch wer von der Ludwig-Erhard-Brücke kommt, muss noch vor dem Blaubeurer Tor rechts auf die B10 fahren. Verkehrsplaner haben wegen des Aussehens die neue Verkehrsführung "Cartoffel" genannt, zusammengesetzt aus dem englischen Wort für Auto "Car" und Kartoffel.
Bis Februar 2026 müssen Autofahrer, die von der Blaubeurer Straße Richtung Norden zur A8 wollen, zuerst einen Umweg nach Süden fahren. Dort können sie am Söflinger Kreisel wenden und kommen so auf die B10 Richtung Norden.
Die Stadt Ulm hat einen Livestream eingerichtet, über den man die derzeitige Baustelle am nordöstlichen Blaubeurer Ring und die Verkehrslage beobachten kann:
ÖPNV: Neue Wege für Schüler und Pendler
Die Linien 46, 49, 463, 583 und 585 werden wegen der B10-Sperrung und des Umbaus am Blaubeurer Ring angepasst. Bei mehreren Linien fallen Haltestellen weg. Die Auswirkungen lassen sich laut Donau-Iller-Nahverkehrsverbund-GmbH (DING) zurzeit nur schwer einschätzen.
Fuß- und Radverkehr rund um den Blaubeurer Ring
Am Blaubeurer Ring muss sich auch der Fuß- und Radverkehr auf Umwege einstellen: Von Ost nach West und umgekehrt bleibt die Verbindung zwischen Ludwig-Erhard-Brücke und Blaubeurer Straße bestehen. Hier wird im Zickzack auf die Schillerstraße und die Unterführung an der kleinen Blau umgeleitet. Nördlich vom Blaubeurer Ring gibt es einen Fuß- und Radweg entlang der Kienlesbergstraße und der Kienlesbergbrücke.
Eine Besonderheit: Es gibt zwar eine Verbindung von der Schillerstraße zur Kienlesbergbastion, allerdings als Einbahn-Radweg nur von Süden nach Norden. Der sehr schmale Radweg führt entlang der Straße auf der Ostseite der Wallstraßenbrücke. Die Radwege auf der Westseite und unterhalb der Brücke sind gesperrt.
B10 Sperrung: Was die Stadt Ulm erwartet
Gerade zu Beginn sollten sich vor allem Autofahrer auf Stau und längere Wege einstellen und mehr Zeit einplanen. Auf der B10 kommen an dieser Stelle 36.000 Autos pro Tag vorbei, die jetzt umgeleitet werden müssen.
Die Stadt Ulm rechnet vor allem in den ersten Tagen mit Staus und Verkehrsbehinderungen, bis sich Pendler auf neue Wege und Abfahrtszeiten eingestellt haben. Die Umleitungsstrecken werden mit einem Monitoring-System beobachtet. Wo es hakt, soll bei Bedarf nachjustiert werden.