Haben sich die Närrinnen und Narren in der Zeit geirrt?

Glompiger Doschdig: Warum Munderkingen eine Woche vor allen anderen feiert

Seit dem Jahr 1860 feiert Munderkingen im Alb-Donau-Kreis den Glompigen Doschdig eine Woche früher als alle anderen Dörfer und Städte. Eine Tradition, die bis heute besteht. Aber warum?

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Von Autor/in Willi Glück

In Munderkingen im Alb-Donau-Kreis feiern die Narren den Glompigen Doschdig eine Woche früher als sonst üblich. Dazu gehört unter anderem das Narrenfrühstück im Seniorenheim und die Schulbefreiung.

Glompiger Doschdig: Was ist das überhaupt?

Der Glompige Doschdig ist der Beginn der Hauptphase der schwäbisch-alemannischen Fastnachtszeit. Der Tag wird auch als "schmotziger" (fettigen) Donnerstag bezeichnet. Diese Bezeichnung leitet sich vom letzten Schlachttag vor der Fastenzeit ab, an dem noch fettiges Essen gespeist werden darf, bevor bis Ostern gefastet wird. Der Glompige Doschdig findet meistens am Donnerstag vor Aschermittwoch statt.

Der Brunnensprung von Munderkingen

Eiskalt ist das Brunnenwasser, in das die jungen Männer in Munderkingen springen - bekleidet nur mit einem einfachen mittelalterlichen Stoffkostüm. Einziges Hilfsmittel der beiden Akteure: ein kräftiger Schluck heißer Wein.

Warum Munderkingen eine Woche früher feiert

Den Glompige Doschdig bereits eine Woche früher zu feiern hat eine lange Tradition in Munderkingen. Diese Tradition hat ihren Ursprung bereits im Jahr 1860. Damals feierten am eigentlichen Termin die Munderkinger Turner und der Liederkranz den Glompigen Doschdig.

Tommgesellenzunft und Schulkinder der Schule an der Donauschleife singen gemeinsam das Narrenlied.
Tommgesellenzunft und Schulkinder der Schule an der Donauschleife singen gemeinsam das Narrenlied. Willi Glück

Unsere Fasnet ist die Herzensangelegenheit von mir. Ich mach das seit ich Kind war.

Um sich nicht weiter in die Quere zu kommen zogen die Liederkranz-Sänger ihren Donnerstag einfach eine Woche nach vorne, berichtet Zunftmeister Tobias Schartmann. Bis heute feiert die Trommgesellenzunft Munderkingen den Glompigen noch vor allen andern.

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Es geht in den Endspurt für die diesjährige Fasnet. Die Narrenzünfte in der Region feiern nochmal kräftig mit Umzügen, Bällen und allerhand anderen außergewöhnlichen Traditionen.

Munderkingen: 120 Närrinnen und Narren feiern

Zum Glompigen haben sich die rund 120 Närrinen und Narren der Trommgesellenzunft Munderkingen bereits morgens zum Narrenfrühstück im Seniorenheim St. Anna getroffen. Nach dem gemeinsamen Frühstück wurde mit den Bewohnerinnen und Bewohnern Fasnet gefeiert. Es wurde geschunkelt, gesungen und gelacht. Für viele der Bewohnerinnen und Bewohner ist dieser Besuch ein Highlight, da viele früher selbst Teil der Zunft waren.

Erst Seniorenheim dann Schulbefreiung

Schunkeln,Lachen und Singen. Senioren feiern den Glompigen Doschdig in Munderkingen.
Schunkeln,Lachen und Singen. Senioren feiern den Glompigen Doschdig in Munderkingen. Willi Glück

Nach dem Frühstück zog die Narrenschar weiter zum Kindergarten, wo sie von verkleideten Kindern freudig erwartet wurde. Beim traditionellen "Befreien" der Schulkinder der Schule an der Donauschleife in Munderkingen laufen die Narren mit lauter Musik durch die Schulgebäude und führen die Kinder aus ihren Klassenzimmern. Auf dem Pausenhof singen sie dann alle zusammen das Narrenlied.

Glompiger-Party bis in die Morgenstunden

Nach einem Umzug durch die Straßen und der traditionellen Fasnetsausgrabung am Abend vor dem Rathaus wurde bis in die frühen Morgenstunden in der Munderkinger Innenstadt der Glompige Doschdig gefeiert.

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Autor/in
Willi Glück
Porträt von Willi Max Glück

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