Hinter der Figur des Königs von Bayern verbirgt sich Johannes Deininger. Er besiegte in einem spannenden Finale des Fischerstechens von Ulm seinen Kontrahenten, den Kuhhirten (Marco Schwender), der als Titelverteidiger auf die Donau ging.
Obwohl nur zwei Runden für das finale Stechen anberaumt waren, fiel die Entscheidung erst in der dritten Runde. Zuvor fielen jeweils beide Kontrahenten in die Donau, erst in der dritten Runde blieb Deininger stehen. Er war schon der Tagessieger des ersten Stechens am Freitag und holte sich nun wieder als Tagessieger den Titel des Fischerkönigs.
Fischerstechen: 500 Jahre Tradition
Seit mehr als 500 Jahren gibt es diese Tradition, bei der die Teilnehmer mit einer Holzlanze in der Hand in einem Boot stehen, von gegenüberliegenden Ufern aufeinanderzufahren und dann in der Mitte versuchen, sich gegenseitig ins Wasser zu schubsen. Die 32 Männer, die am Start waren, müssen übrigens Nachfahren von historischen Ulmer Fischer- und Schifferfamilien sein. Denn nur sie dürfen beim Fischerstechen mitmachen.
Als am Sonntagabend der Sieger feststand - Johannes Deininger - kamen ihm vor Freude fast die Tränen. Er habe an seinen Opa gedacht, so Deininger: "Es ist was ganz, ganz Emotionales für mich. Mein Opa hat 1958 das erste Mal mitgestochen. 70 Jahre später einen Gesamtsieg zu holen beim Ulmer Fischerstechen - es ist ein Privileg, überhaupt mitzumachen und Familientradition fortzusetzen ist etwas Unglaubliches." Das nächste Stechen findet voraussichtlich 2029 statt.