Umstrittenes Thema auch bei Narrenzünften in und um Ulm

Konfetti zur Fasnet - bunter Spaß oder Umweltverschmutzung?

Konfetti gehört zu Fasching einfach dazu. Oder doch nicht? Manche Narren pochen auf Umweltschutz und fordern einen Verzicht. Konfetti ist zu einem umstrittenen Thema geworden.

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Von Autor/in Peter Köpple

In der kleinen Gemeinde Öpfingen im Alb-Donau-Kreis ist der Tag-in-Nacht-Umzug mit 2.200 Hästrägern der Höhepunkt der örtlichen Fasnet. Dass Gäste Konfetti mitbringen, können die Öpfinger nicht verhindern. Sie sehen es aber nicht gern.

"Nachhaltigkeit ist mehr denn je angesagt", erklärt die Zunftmeisterin der Öpfinger Donauratzen, Claudia Burkhardtsmayer. Sie denke an die Straßenreinigung und daran, dass am Ende ein Großteil in der Kanalisation landet. "Das muss nicht sein. Wir haben schon 1988 bei der Gründung beschlossen, dass wir eine Narrenzunft sind, die ohne Konfetti lebt."

20.000 Narren werden wohl reichlich Konfetti nach Ulm bringen

In Ulm ist wohl zentnerweise Konfetti zu erwarten, wenn am zweiten Februarwochenende das große alemannische Ringtreffen ansteht mit voraussichtlich 20.000 Narren und rund 50.000 Besuchern. Dabei sind auch die Gastgeber der Narrenzunft Ulm eigentlich gegen Konfetti. Sie werden aber nichts dagegen tun, wenn es die anderen Zünfte großzügig verteilen.

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Bei uns in der Narrenzunft herrscht Konfettiverbot.

"Bei uns in der Narrenzunft herrscht Konfettiverbot", sagt der Ulmer Zunftmeister Gerhard Wies. Die Zuschauer seien oft nicht erfreut, wenn sie massenhaft die winzigen Papierschnitzel abbekommen. "Leider lässt es sich nur schwer steuern, wie viel Konfetti beim einzelnen Zuschauer landet." Außerdem sei es sehr mühsam und schwierig, Konfetti nach dem Umzug aus den Pflastersteinen wieder heraus zu bekommen, vor allem, wenn es nass oder auch noch gefroren ist.

Konfetti nach dem Faschingsumzug: Am Ende gelangt es in die Kanalisation oder ist aus den Pflastersteinen kaum wieder rauszukriegen, meinen die Narrenzünfte in Öpfingen und Ulm. (Symbolbild)
Konfetti nach dem Faschingsumzug: Am Ende gelangt es in die Kanalisation oder ist aus den Pflastersteinen kaum wieder rauszukriegen, meinen die Narrenzünfte in Öpfingen und Ulm. (Symbolbild) picture alliance/dpa Sina Schuldt

Geradezu berühmt für ihren Konfettieinsatz ist die Fasnetshochburg Ehingen, nur sechs Kilometer vom konfettifreien Öpfingen entfernt. Bei den "Muckenspritzern" gehören die Papierpunkte sogar satzungsgemäß zum Häs. "Der Muckenspritzer hat eine rote Jacke, eine weiße Hose, schwarze Stiefel, einen Messinghelm und einen Eimer gefüllt mit Konfetti", zählt Zunftmeister Lothar Raiber auf. Dabei dient das Konfetti quasi als Wasserersatz. Denn der Sage nach spritzen die Muckenspritzer mit Wasser. Aber das könne man ja den Zuschauern im Februar kaum antun.

Konfetti soll Buntheit der Fasnet zeigen

In Ehingen hat man Freude an der Farbenpracht. "Konfetti soll einfach die Buntheit der Fasnet zeigen", meint Raiber. 400 Kilogramm hat die Narrenzunft für diese Saison geordert von dem besonders teuren biologisch abbaubaren Konfetti.

Beim großen überregionalen Narrentreffen in Ulm vom 7. bis 9. Februar werden ohnehin gewaltige Müllberge entstehen. Nach Berechnungen der Entsorgungsbetriebe Ulm fällt Konfetti aber kaum ins Gewicht. "Wir rechnen auch mit vielen Glasflaschen, Scherben und anderen kaputten Dingen", sagt Wolfgang Grund von den Entsorgungsbetrieben. "Da spielt es keine Rolle, ob noch Konfetti dabei ist."

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Peter Köpple
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