Mehr als 7.000 Bläserinnen und Bläser bei Schlussfeier

Landesposaunentag in Ulm: "Es ist schon was Magisches"

Tausende Blasinstrumente blitzen in der Sommersonne in Ulm. Der Landesposaunentag ist mit der Schlussfeier auf dem Münsterplatz zu Ende gegangen. Für OB Ansbacher hat das etwas "Magisches."

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Von Autor/in Rainer Schlenz

7.200 Musikerinnen und Musiker sind nach Angaben der Veranstalter des Landesposaunentages auf dem Ulmer Münsterplatz zusammengekommen. Traditioneller Höhepunkt: die Schlussfeier, bei der sich alle Teilnehmenden des Landesposaunentags zusammenfinden und gemeinsam musizieren. Veranstaltungen wie diese seien in diesen Zeiten wichtiger denn je, meint Cornelius Kuttler, der Leiter des Evangelischen Jugendwerks.

Auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann schaute bei der Schlussfeier vorbei: Aus den einzelnen Posaunenchören sei eine Massenbewegung geworden. Die Posaunenchöre übersetzten Worte in Musik, verbreiteten so die christliche Botschaft und schenkten vielen Menschen Freude, sagte Kretschmann.

Die Trompeten, Posaunen und Tuben zum Himmel: Der traditionelle Instrumentengruß bei der Schlussfeier auf dem Ulmer Münsterplatz.
Die Trompeten, Posaunen und Tuben zum Himmel: Der traditionelle Instrumentengruß bei der Schlussfeier auf dem Ulmer Münsterplatz. Martin Miecznik

Das macht was mit einer Stadt, das bringt zusammen und das zeigt auch, dass wir hier in unserer Stadt wenig Extremismus haben.

Es ist nicht lange her, da war die Stadt Ulm bereits eine riesige Konzertbühne für Blechbläserinnen und Blechbläser: Das Deutsche Musikfest hat vergangenen Monat mehr als 20.000 Menschen aus der ganzen Republik und den Nachbarländern nach Ulm gelockt.

Viele junge Menschen auf Landesposaunentag in Ulm

An diesem Wochenende tönte es wieder auf vielen Plätzen, Hallen und Kirchen in Ulm: diesmal im kirchlichen Kontext. Alle zwei Jahre findet hier seit 1946 der Landesposaunentag statt. Was sich beim Deutschen Musikfest beobachten ließ, setzte sich beim Landesposaunentag fort. Auffallend viele junge Menschen waren unterwegs.

Landesposaunentag 2025 im Club Cocomo. Auch nach der langen Nacht im Club mit Gottesdienst und anschließender Party fanden sich am Sonntag wieder viele, meist junge Menschen vor dem Club ein.
Landesposaunentag 2025 im Club Cocomo. Auch nach der langen Nacht im Club mit Gottesdienst und anschließender Party fanden sich am Sonntag wieder viele, meist junge Menschen vor dem Club ein. Rainer Schlenz

Das ist einerseits ein Trend in diesen Zeiten. Es liegt aber auch daran, dass der Nachwuchs einbezogen wird: Wo sonst getanzt wird, waren an diesem Wochenende die Bläser am Zug. Im Club Cocono gab es eine "Worship Night", und getanzt wurde später auch.

Landesposaunentag mit BlitzBlech und BrassMob

Ungewöhnliche Orte wurden ins Programm des Landesposaunentags 2025 einbezogen: Gespielt wurde im Schwimmbad, im Parkhaus, im Gartencenter, im Kaufhaus. "BlitzBlech" haben die Veranstalter diese Aktionen genannt.

Mit kühlen Füßen lässt es sich besser musizieren: Einige Bläser im Brunnen auf dem Ulmer Münsterplatz.
Bei Temperaturen von deutlich über 30 Grad war der Brunnen ein begehrter Ort für die Bläserinnen und Bläser. Martin Miecznik

Und auch die Blechvariante des Flashmobs gab es in Ulm: BrassMobs, also mehr oder weniger spontane Auftritte verschiedenster Posaunenchöre in der gesamten Innenstadt.

Ungewöhnliche Verbindung: Das Ulmer Münster ist beim Landesposaunentag immer präsent. Auch im Schalltrichter der Tuba.
Ungewöhnliche Verbindung: Das Ulmer Münster ist beim Landesposaunentag immer präsent. Auch im Schalltrichter der Tuba. picture alliance/dpa | Stefan Puchner

Das Ganze ist viel mehr als "nur" Musik: Viele Menschen hätten das Gefühl, die Gesellschaft sei "zerrissen", sagte Cornelius Kutter, der Leiter des Evangelischen Jugendwerks. "Und da wollen wir mit dem Landesposaunentag ein Zeichen dagegen setzen. Jung und Alt ist beieinander. Und dafür stehen wir: für ein Miteinander, das Hoffnungsimpulse ins Land gibt."

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Wenn am Ende alle Bläser ihre Instrumente in die Höhe recken, ist das für viele der Höhepunkt des Landesposaunentages. Besonders emotional war der Tag in Ulm aber in der Nachkriegszeit.

Sonntagmorgen SWR1

Oberbürgermeister Martin Ansbacher (SPD) sieht das genauso: "Es ist schon was Magisches. Die Partnerschaft zwischen Stadt und Kirche manifestiert sich hier." Ansbacher verweist auf die Anfänge des Landesposaunentages in Ulm. Was 1946 hier für eine Stimmung in der Stadt geherrscht habe, sei auch 80 Jahre nach Kriegsende spürbar. "Wenn Ulm als Stadt des Friedens gemeinsam mit der Kirche den Landesposaunentag begehen kann, da kann einer Stadt nicht Besseres passieren."

Musik für den Zusammenhalt der Stadt

Ansbacher geht noch einen Schritt weiter und spannt einen Bogen vom Landesposaunentag bis zum Erhalt von Demokratie: Stadt, Stadtgesellschaft und Kirche fühlten sich sehr verbunden. "Das macht was mit einer Stadt, das bringt zusammen und das zeigt auch, dass wir hier in unserer Stadt wenig Extremismus haben. Diesen Zusammenhalt gilt es zu schützen und zu bewahren und daran arbeiten wir alle hier in Ulm", sagte Ansbacher bei der abschließenden Pressekonferenz am Sonntag.

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