7.200 Musikerinnen und Musiker sind nach Angaben der Veranstalter des Landesposaunentages auf dem Ulmer Münsterplatz zusammengekommen. Traditioneller Höhepunkt: die Schlussfeier, bei der sich alle Teilnehmenden des Landesposaunentags zusammenfinden und gemeinsam musizieren. Veranstaltungen wie diese seien in diesen Zeiten wichtiger denn je, meint Cornelius Kuttler, der Leiter des Evangelischen Jugendwerks.
Auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann schaute bei der Schlussfeier vorbei: Aus den einzelnen Posaunenchören sei eine Massenbewegung geworden. Die Posaunenchöre übersetzten Worte in Musik, verbreiteten so die christliche Botschaft und schenkten vielen Menschen Freude, sagte Kretschmann.
Das macht was mit einer Stadt, das bringt zusammen und das zeigt auch, dass wir hier in unserer Stadt wenig Extremismus haben.
Es ist nicht lange her, da war die Stadt Ulm bereits eine riesige Konzertbühne für Blechbläserinnen und Blechbläser: Das Deutsche Musikfest hat vergangenen Monat mehr als 20.000 Menschen aus der ganzen Republik und den Nachbarländern nach Ulm gelockt.
Viele junge Menschen auf Landesposaunentag in Ulm
An diesem Wochenende tönte es wieder auf vielen Plätzen, Hallen und Kirchen in Ulm: diesmal im kirchlichen Kontext. Alle zwei Jahre findet hier seit 1946 der Landesposaunentag statt. Was sich beim Deutschen Musikfest beobachten ließ, setzte sich beim Landesposaunentag fort. Auffallend viele junge Menschen waren unterwegs.
Das ist einerseits ein Trend in diesen Zeiten. Es liegt aber auch daran, dass der Nachwuchs einbezogen wird: Wo sonst getanzt wird, waren an diesem Wochenende die Bläser am Zug. Im Club Cocono gab es eine "Worship Night", und getanzt wurde später auch.
Landesposaunentag mit BlitzBlech und BrassMob
Ungewöhnliche Orte wurden ins Programm des Landesposaunentags 2025 einbezogen: Gespielt wurde im Schwimmbad, im Parkhaus, im Gartencenter, im Kaufhaus. "BlitzBlech" haben die Veranstalter diese Aktionen genannt.
Und auch die Blechvariante des Flashmobs gab es in Ulm: BrassMobs, also mehr oder weniger spontane Auftritte verschiedenster Posaunenchöre in der gesamten Innenstadt.
Das Ganze ist viel mehr als "nur" Musik: Viele Menschen hätten das Gefühl, die Gesellschaft sei "zerrissen", sagte Cornelius Kutter, der Leiter des Evangelischen Jugendwerks. "Und da wollen wir mit dem Landesposaunentag ein Zeichen dagegen setzen. Jung und Alt ist beieinander. Und dafür stehen wir: für ein Miteinander, das Hoffnungsimpulse ins Land gibt."
6.000 Bläserinnen und Bläser zur 50. Ausgabe erwartet Landesposaunentag in Ulm: Als beim Schlusston einige Bläser in Tränen ausbrachen
Wenn am Ende alle Bläser ihre Instrumente in die Höhe recken, ist das für viele der Höhepunkt des Landesposaunentages. Besonders emotional war der Tag in Ulm aber in der Nachkriegszeit.
Oberbürgermeister Martin Ansbacher (SPD) sieht das genauso: "Es ist schon was Magisches. Die Partnerschaft zwischen Stadt und Kirche manifestiert sich hier." Ansbacher verweist auf die Anfänge des Landesposaunentages in Ulm. Was 1946 hier für eine Stimmung in der Stadt geherrscht habe, sei auch 80 Jahre nach Kriegsende spürbar. "Wenn Ulm als Stadt des Friedens gemeinsam mit der Kirche den Landesposaunentag begehen kann, da kann einer Stadt nicht Besseres passieren."
Musik für den Zusammenhalt der Stadt
Ansbacher geht noch einen Schritt weiter und spannt einen Bogen vom Landesposaunentag bis zum Erhalt von Demokratie: Stadt, Stadtgesellschaft und Kirche fühlten sich sehr verbunden. "Das macht was mit einer Stadt, das bringt zusammen und das zeigt auch, dass wir hier in unserer Stadt wenig Extremismus haben. Diesen Zusammenhalt gilt es zu schützen und zu bewahren und daran arbeiten wir alle hier in Ulm", sagte Ansbacher bei der abschließenden Pressekonferenz am Sonntag.